Forsa-Befragung zur Wahrnehmung von Hassrede

Bereits seit 2016 erhebt forsa im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW in einer jährlichen Umfrage die Wahrnehmung von Hassrede im Netz. Die Ergebnisse bestätigen über die Jahre den Eindruck, dass es hier einen Handlungsbedarf gibt.

2021 zeigt sich: Mehr Menschen nehmen Hassrede im Internet wahr, gleichzeitig steigt auch die Zahl derer, die Hasskommentare melden und sich dagegen positionieren. 53% der 25- bis 44-jährigen Befragten gaben an, einen Hasskommentar oder deren Verfasserin oder Verfasser beim zuständigen Portal gemeldet zu haben. Gleichzeitig steigt jedoch die Angst vor Hasskommentaren, aber auch die Wut über ihre Verfasserinnen und Verfasser. Erstmals wurde im Rahmen der Studie auch die Meinung der Bevölkerung zu wirksamen Strategien gegen Hasskommentare im Netz abgefragt. Als besonders effektiv wird die strafrechtliche Verfolgung von Verfasserinnen und Verfassern von Hassrede wahrgenommen.

„Drei Dinge werden deutlich mit Blick auf die neuen forsa-Zahlen zu Hate Speech: Die Wahrnehmung von Hass im Netz ist in diesem zurückliegenden Corona-Jahr gestiegen. Angst und Wut nehmen zu. Und gleichzeitig werden auch mehr Verstöße zur Anzeige gebracht. Das zeigt, dass die Menschen Hass und Hetze nicht hinnehmen wollen, sich stattdessen wehren und auch rechtliche Schritte einleiten. Als Landesanstalt für Medien NRW unterstützen wir das vor allem durch Initiativen wie ‚Verfolgen statt nur Löschen‘. Demokratie zu schützen ist unser aller Aufgabe - und das gerade im Internet“, kommentiert Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, die Auswertung der forsa-Befragung.