forsa-Befragung zur Wahrnehmung von Hassrede

Bereits seit 2016 erhebt forsa im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW in einer jährlichen Umfrage die Wahrnehmung von Hassrede im Netz. Die Ergebnisse bestätigen über die Jahre den Eindruck, dass es hier einen Handlungsbedarf gibt.

2020 wird deutlich: Hass und Hetze im Netz sind nach wie vor ein gesamtgesellschaftliches Problem und Hassrede im Netz immer noch präsent. Vor allem die Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren sind in hohem Maße betroffen. 94 Prozent geben an, persönlich schon Hassrede im Internet wahrgenommen zu haben. Bemerkenswert ist, dass Hasskommentare inwischen sehr viel häufiger in dieser Altersgruppe gemeldet werden. Innerhalb der letzten fünf Jahren stieg der Anteil derer, die angeben, schon mal Hassrede gemeldet zu haben, um fast das doppelte von 34 auf 67 Prozent an. Insgesamt geben 38 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer an, dass öffentliche Beiträge im Internet häufiger Hasskommentare als sachliche Meinungsäußerungen sind. Bei den jüngeren Befragten sind es sogar 50 Prozent.

„Insgesamt machen uns die aktuellen Zahlen zwei Dinge deutlich: Wir haben das Problem der Hassrede im Netz noch nicht im Griff. Gleichzeitig sind es vor allem die jüngeren Internetnutzerinnen und -nutzer, die Hasskommentare melden und gegen sie aktiv werden. Es muss uns gemeinsam gelingen, ein klares Zeichen gegen Hass und Hetze im Netz zu setzen, um auch zukünftig das Internet als demokratisches Medium zu schützen“, kommentiert Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, die Auswertung der forsa-Befragung.