20.05.2026

„Was geht ab im Klassenchat?“

Landesanstalt für Medien NRW und Westdeutscher Rundfunk (WDR) geben dreitausend Eltern bei gemeinsamem Elternabend Antworten.

Ob Mathe-Fragen, Memes oder Verabredungen: In Klassenchats passiert Vieles gleichzeitig und das meistens außerhalb der Wahrnehmung von Eltern und Lehrkräften. Doch zwischen wichtigen oder lustigen Nachrichten können auch Inhalte landen, die dort nichts zu suchen haben – und sogar strafbar sein können. Im schlimmsten Fall kann allein das automatisierte Herunterladen eines Bildes oder Videos auf das eigene Handy strafrechtliche Konsequenzen haben. 

Um Eltern und Lehrkräften mehr Orientierung zum Umgang mit solchen Klassenchats zu geben, haben die Landesanstalt für Medien NRW und der WDR daher bei ihrem gemeinsamen Online-Elternabend „Was geht ab im Klassenchat?“ am 19. Mai 2026 knapp dreitausend Eltern über typische Dynamiken, Inhalte und Probleme in Klassenchats informiert. 

Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, betont: „Beim Schutz von Kindern gilt: Prävention funktioniert am besten gemeinsam. Deshalb haben wir uns in Nordrhein-Westfalen zusammen mit dem WDR dieses zentralen Themas angenommen. Unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen greifen hier bewusst ineinander – mit dem klaren Ziel, Kinder und Jugendliche besser zu erreichen und nachhaltig zu stärken. Diese gemeinsame Aufgabe ist zu wichtig, als dass wir die Chancen solcher Kooperationen verstreichen lassen dürften.“

Johanna Wunsch (Medienpädagogin bei der Landesanstalt für Medien NRW) und Katharina Spreier (WDR-Autorin der Funk‑Reportage „Inside Klassenchats: Mobbing, Morddrohungen, N@zi‑Sticker“) haben beim Elternabend über typische Dynamiken in Klassenchats aufgeklärt. Ziel des Formats war die konkrete Vermittlung von Informationen, wann Inhalte problematisch sein können und wann Mitglieder in Chatgruppen sich möglicherweise sogar strafbar machen können. Dabei ging es vor allem darum, was Eltern und Lehrkräfte tun können, damit problematische Situationen gar nicht erst entstehen oder möglichst schnell aufgelöst werden. Oft helfen dabei schon ein paar einfache Maßnahmen:

Regeln vereinbaren und über Risiken sprechen.

Eltern können präventiv tätig werden, indem sie klare Medienregeln mit ihren Kindern vereinbaren (z. B. über mediennutzungsvertrag.de), technische Schutzeinstellungen nutzen und offen über Risiken sprechen. Entscheidend ist, Interesse am digitalen Alltag der Kinder zu zeigen und das Gespräch zu suchen.

Offene und altersgerechte Kommunikation. 

Wenn ein Kind verstörende Inhalte gesehen hat, gilt: Gefühle ernst nehmen, Schuldgefühle nehmen und dem Kind klarmachen: Du musst das nicht alleine tragen. Das gilt auch dann, wenn das Kind selbst problematische Inhalte gepostet hat: Ruhe zu bewahren, auf Vorwürfe zu verzichten und die Konsequenzen klar und altersgerecht zu erklären, hilft, solche Situationen gemeinsam zu bewältigen. Inhalte sollten möglichst schnell gelöscht und – wenn nötig – weitere Hilfe hinzugezogen oder die Polizei eingeschaltet werden. 

Strafbare Inhalte melden. 

Sowohl für Eltern als auch für Kinder gilt das Prinzip der digitalen Zivilcourage: genau hinsehen, Grenzen setzen und sich bei strafbaren Inhalten einmischen. Hass im Netz sollte über das Beschwerdeportal der Landesanstalt für Medien NRW (www.medienanstalt-nrw.de/beschwerde) gemeldet werden. Wer Unterstützung sucht, kann sich jederzeit an die Medienscouts NRW, JUUUPORT oder die Polizei wenden. 

Alle zukünftigen Online-Elternabende der Landesanstalt für Medien NRW finden Sie unter https://www.elternundmedien.de/. Über diese Website können auch individuelle Elternabende zu Themen wie Cybergrooming, Desinformation oder für Schulen, Kitas oder andere Bildungseinrichtungen gebucht werden. Mit allen Fragen zur Mediennutzung können sich Eltern jederzeit auch direkt an die Landesanstalt für Medien NRW wenden und ihre Frage unter www.fragzebra.de stellen.