08.04.2020

Während die Radio- und TV-Nutzung stark zunimmt, brechen die Werbeumsätze drastisch ein

Auswertung der wirtschaftlichen Belastung für Medienunternehmen in NRW durch Corona-Krise liegt vor

Die akuten wirtschaftlichen Probleme der lokalen Hörfunkveranstalter in NRW sind auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen, nachdem sich die Zahlen im Januar und Februar zunächst positiv entwickelten. Das zeigt die Auswertung der Risikoanalyse, die die Landesanstalt für Medien NRW in Abstimmung mit der Staatskanzlei NRW in der vergangenen Woche durchgeführt hat. Ziel dieser Analyse war es, ein differenziertes Verständnis für den wirtschaftlichen Druck auf die nordrhein-westfälischen Rundfunkveranstalter zu bekommen, um anschließend zielgerichtete Hilfsmaßnahmen zu entwickeln.

„Die Lage ist ernst. Unsere Analyse hat verdeutlicht, dass die Auswirkungen der aktuellen Krise durchaus existenzgefährdende wirtschaftliche Folgen vor allem für die lokalen Veranstalter nach sich ziehen können. Die lokale Vielfalt der Hörfunklandschaft in NRW ist besonders schützenswert. Wir verstehen es daher als unsere Aufgabe, schnellstmöglich effektive Wege zur Entlastung der Rundfunkveranstalter zu erkennen und zu ergreifen“, bewertet Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, die Ergebnisse.

Trotz erheblich gestiegener Radio- und TV-Nutzung in den vergangenen Tagen waren die Werbeumsätze der nordrhein-westfälischen Medienunternehmen im Verlauf des März 2020 insgesamt stark rückläufig. Zurückzuführen sind diese Rückgänge auf die krisenbedingten Einschränkungen und die sich verschlechternde wirtschaftliche Gesamtsituation der Werbekunden. Konkret bedeutet das bereits im vergangenen Monat März bis zu 25 Prozent Umsatzrückgänge durch ausbleibende Werbebuchungen. Für die kurzfristige Prognose (April und Mai 2020) sind weitere drastischere Umsatzrückgänge zu erwarten.

Die Befragten geben an, dass eine Normalisierung der Situation bisher nicht absehbar ist, auch wenn eine valide Einschätzung der Entwicklung für den Zeitraum ab Juli 2020 zu diesem Zeitpunkt nicht mit der gleichen Belastbarkeit möglich ist. Sie geben außerdem an, bereits verschiedene eigene Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Kosten ergriffen zu haben, um den aktuellen finanziellen Entwicklungen entgegenzuwirken und akute Engpässe zu vermeiden.

Bei der Erörterung der Ergebnisse in einer gemeinsamen Telefonkonferenz am Mittwochnachmittag waren sich die Vertreter des lokalen Hörfunks, der Infrastruktur-Anbieter, der Landesanstalt für Medien NRW und der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen einig, dass es jetzt eines solidarischen Vorgehens aller bedarf. In den nächsten Tagen werden daher alle Beteiligten die ihnen möglichen Maßnahmen prüfen.