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Landesanstalt für Medien NRW stellt Positionspapier zur Zukunft der Bürgermedien vor
Landesanstalt für Medien NRW stellt Positionspapier zur Zukunft der Bürgermedien vor Die Landesanstalt für Medien NRW intensiviert mit einem neuen Positionspapier zur Zukunft der Bürgermedien die Debatte um bürgerschaftliches Engagement in und mit Medien und stellt eine Änderung bei der Förderung in Aussicht. Die Medienkommission hat das Papier in ihrer Sitzung am 30. Oktober verabschiedet. Die Landesmedienanstalt will damit sicherstellen, dass sich Bürgerinnen und Bürger auch in einer digitalen Welt gleichberechtigt und möglichst umfassend am medialen öffentlichen Meinungsbildungsprozess beteiligen können. Bürgerinnen und Bürger sollten so unterstützt werden, dass sie möglichst ungehindert und selbstbestimmt am medialen öffentlichen Diskurs teilhaben können. Der Vorsitzende der Medienkommission Prof. Dr. Werner Schwaderlapp sagte: „Die Landesanstalt für Medien NRW ist in ihrem Handeln der Meinungsfreiheit und -vielfalt verpflichtet. Mit dem neuen Positionspapier wird der Grundgedanke der Bürgermedien in die digitale Kommunikationswelt hinein verlängert.“ In dem Papier heißt es u.a., mit der Digitalisierung sei der Zugang zur medialen Öffentlichkeit erheblich demokratisiert worden. Die Hürden aus der Entstehungsphase der Bürgermedien seien überwunden worden. Zugleich seien jedoch andere Zugangshindernisse entstanden, die eine Beteiligung am Meinungsbildungsprozess deutlich erschweren. Diese Hürden und eine Verunsicherung Vieler gegenüber öffentlichen Diskursen (aufgrund von „Hass im Netz“ und Formen von Desinformation) hätten zu einem Partizipationsparadox beigetragen, das heißt zum individuellen Rückzug von Bürgerinnen und Bürger vom medialen Diskurs; trotz der Vielfalt an Beteiligungsmöglichkeiten. Es gelte dabei auch vor diesem Hintergrund, die Ziele und Instrumente der Bürgermedien zu überprüfen und neu auszurichten. Der Vorsitzende des Ausschusses für Medienkompetenz und Bürgermedien Ernst-Wilhelm Rahe sagte: „Bürgermedien sind seit mehr als 30 Jahren Bestandteil der Medienlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Ein wichtiges Element ist und bleibt die potenzielle Teilhabe Aller am medialen öffentlichen Meinungsbildungsprozess. Dazu können Bürgermedien auch in unserer digitalisierten Welt einen wichtigen Beitrag leisten. Sie bringen insbesondere vor Ort lokale Themen und Perspektiven in die öffentliche Debatte, ohne die eine freie Gesellschaft ärmer wäre.“ Mit der Digitalisierung haben sich jedoch weitere neue Möglichkeiten der Adressierung der Bürgerinnen und Bürger ergeben, die die Landesanstalt für Medien NRW seit 2018 aktiv nutzt, um die Reichweite der Bürgermedienangebote in NRW auszubauen: So hat sie neben der Mediathek NRWision zum Beispiel im Frühjahr 2020 mit der Medienbox NRW ein digitales Selbstlernangebot im Internet aufgebaut, das sich an alle wendet, die lernen möchten, wie man Beiträge für Medien produziert. Eine Neuausrichtung der Ausgestaltung der Unterstützungsangebote im lokalen Raum sei notwendig, heißt es in dem Positionspapier weiter. Das Ziel der Neugestaltung solle es zunächst sein, sicherzustellen, dass möglichst alle Bürgerinnen und Bürger, die sich medial beteiligen möchten, eine leicht erreichbare Anlaufstelle zu haben und die ihnen erste Informationen zu Fragen wie „Wie kann ich sicher in Medien aktiv werden?“ gibt. Deshalb wird die bisherige Förderung durch die Landesanstalt überdacht. Die seit 2018 praktizierte bisherige Förderung sogenannter Regionalstellen in den Regionen Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster und dem Ruhrgebiet soll verändert werden. Ziel soll sein, über diese sechs Regionen hinweg die lokale Medienarbeit vor Ort deutlich und in der Breite zu stärken. Um neue Unterstützungsangebote unterbreiten zu können, beabsichtigt die Landesanstalt für Medien NRW, Modellprojekte zu finanzieren. Darüber hinaus ist geplant, in möglichst vielen Kommunen Einrichtungen dazu zu motivieren, die Aufgabe der Förderung von Partizipation vor Ort weiterzuführen bzw. dort neu aufzunehmen.
Verschlüsselter E-Mail-Kontakt
Verschlüsselter E-Mail-Kontakt securemail@medienanstalt-nrw.de Für die sichere Übermittlung von formlosem Schriftverkehr an die Landesanstalt für Medien NRW können Sie verschlüsselte E-Mails an securemail@medienanstalt-nrw.de versenden. Um E-Mails verschlüsseln zu können, benötigen Sie den öffentlichen Schlüssel der Medienanstalt NRW. Wenn Sie eine verschlüsselte Mail an die Medienanstalt NRW schicken, wird diese über die Poststelle innerhalb der Behörde an die zuständige Person oder Organisationseinheit weitergeleitet. Beachten Sie, dass die Landesanstalt für Medien NRW nicht mit verschlüsselten E-Mails antworten kann. Damit wir auf Ihre Nachricht unter Wahrung der Schriftform antworten können, geben Sie bitte in Ihrer Nachricht Ihre Postanschrift an. Die Medienanstalt NRW eröffnet diesen Zugang für verschlüsselte E-Mails eingeschränkt unter folgenden Bedingungen: Dateianhänge Werden Dateianhänge an die Landesanstalt für Medien NRW versandt, so ist zu beachten, dass die Medienanstalt NRW nicht alle auf dem Markt gängigen Dateiformate und Anwendungen unterstützen kann. Folgende gängige Dateiformate werden aktuell unterstützt: Für Dokumente PDF (Portable Document Format) Für Bilder JPEG (JPEG File Interchange Format (JFIF)) PNG (Portable Network Graphics) TIFF (Tagged Image File Format). Dateien, die mit einem Kennwort verschlüsselt sind oder solche, die selbst ausführbar sind beziehungsweise ausführbare Bestandteile enthalten (zum Beispiel mit den Dateiendungen *.exe und *.bat- sowie Office-Dateien mit Makros), werden nicht entgegengenommen. Sollte die verschlüsselte E-Mail bzw. enthaltene Dateianhänge, welche Sie der Medienanstalt NRW übersenden, von Virenschutzprogrammen als infiziert erkannt werden, können diese nicht angenommen werden beziehungsweise wird die verschlüsselte E-Mail ungelesen gelöscht. Sie erhalten daraufhin eine Benachrichtigung, dass Ihre verschlüsselte E-Mail nicht angenommen werden konnte.
Don’t Feed the Trolls
Pressemitteilung | 26.06.2018 Don’t Feed the Trolls: Zehn konkrete Moderationsmaßnahmen für Online-Redaktionen gegen Hassrede im Netz Landesanstalt für Medien NRW stellt Ergebnisse einer neuen Studie vor Bildergalerie zur Veranstaltung Alle Bilder: (c) Dorothea Näder zur Bildergalerie Hassrede und Verleumdung prägen zunehmend die Kommentarspalten von journalistischen Online-Angeboten. Diese unqualifizierten und oft emotionsgeladenen Debatten sind für Nachrichtenanbieter, ihre Redaktionen und die Nutzerinnen und Nutzer gleichermaßen unerwünscht und frustrierend. Mit der praxisorientierten Handreichung „Hasskommentare im Netz. Steuerungsstrategien für Redaktionen“ hat die Landesanstalt für Medien NRW heute einen 10-Punkte-Plan gegen Hassrede im Netz veröffentlicht. Er zeigt auf, wie Redaktionen entschieden gegen Recht- und Rücksichtslosigkeit im Netz vorgehen und ausufernde Debatten zivilisieren können. Die empfohlenen Maßnahmen sind das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Landesanstalt für Medien NRW, das mit Unterstützung der Google Germany GmbH umgesetzt wurde. „Das Besondere dabei ist, dass wir die theoretische Ebene verlassen und jede Maßnahme auch einem Praxistest unterzogen haben, um realitätsnahe und belastbare Empfehlungen geben zu können. Auf diesem Weg können wir Hassrednern gezielt und wirkungsvoll Einhalt gebieten und damit einen Beitrag gegen Hassrede und für eine neue Kommunikationskultur im Netz leisten“, so Dr. Tobias Schmid , Direktor der Landesanstalt für Medien NRW. Gleichzeitig appellierte er an die Verantwortung der Medienhäuser, sich diese Empfehlungen nun auch zunutze zu machen: „Unsere Untersuchungen konnten zeigen, dass auch ressourcenschwächere Redaktionen nicht machtlos sind – Maßnahmen wie Blocking, Einsatz und Bestärkung von Gegenrede sowie strafrechtliche Schritte haben bei überschaubarem Aufwand einen erstaunlichen Effekt. Wenn jeder hier etwas mehr tut, wird das Klima im Netz ein besseres werden.“ Im Rahmen der Studie wurde u. a. anhand einer Kommentaranalyse das Diskussionsverhalten von Nutzerinnen und Nutzern in unterschiedlichen Online-Diskursverläufen untersucht. Als Kooperationspartner standen Deutschlandfunk Kultur, die Mediengruppe RTL Deutschland, die Rheinische Post Online (RP Online), Spiegel Online und tagesschau.de zur Verfügung, mit deren Redaktionen überdies zwölf Expertengespräche zu den bisherigen Praktiken und Erfahrungen geführt wurden. „Redaktionen können mit relativ überschaubarem Aufwand öffentliche Diskurse zu ihren Gunsten beeinflussen, um das konstruktive Potenzial von Debatten noch stärker auszuschöpfen“, sagt Prof. Dr. Stephan Weichert von der Hamburg Media School, der das Projekt gemeinsam mit Dr. Leif Kramp vom Zentrum für Medien, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen leitete. Besonders aussichtsreich seien moderierende Steuerungselemente, die auf eine Selbstregulierung unter den Nutzerinnen und Nutzern zulaufen: „Hier gilt es, die schweigende Mehrheit gegen notorische Störer und Hassredner zu mobilisieren, indem Redaktionen die ihnen zugewandten Nutzer etwa durch Gegenrede oder Dialog unterstützen, und sich auf diese Weise gegen destruktive verbale Einflüsse zu schützen“, so Kramp. Whitepaper ist wichtiger Baustein neben der NRW-Initiative „Verfolgen statt nur Löschen – Rechtsdurchsetzung im Internet“ Das heute vorgestellte Forschungsprojekt ergänzt die konsequente strafrechtliche Ahndung von Hasskommentaren, die die Landesanstalt für Medien NRW zusammen mit Behörden und Unternehmen im Rahmen der Initiative „Verfolgen statt nur Löschen – Rechtsdurchsetzung im Internet“ verfolgt. Sie wurde 2017 mit dem Ziel, ein deutliches Zeichen gegen Recht- und Rücksichtslosigkeit und damit für Freiheit und Demokratie im Netz zu setzen, gegründet und ist die erste ihrer Art. Neben der Landesanstalt für Medien NRW sind auch die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) bei der Staatsanwaltschaft Köln sowie die Medienunternehmen Rheinische Post, Mediengruppe RTL Deutschland und der WDR beteiligt. Mit den Plattformen Google und Facebook befinden sich die Beteiligten im Austausch. Die Initiative setzt auf ein koordiniertes und konsequentes Vorgehen gegen die Verfasserinnen und Verfasser strafrechtlich relevanter Hassrede im Netz. Inzwischen wurden mehr als 180 Fälle zur Anzeige gebracht. Generalprävention, wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn und Fortbildung In Ergänzung der generalpräventiven und wissenschaftlichen Aktivitäten setzt die Landesanstalt für Medien NRW auch auf Fortbildungsangebote. Am morgigen 27. Juni 2018 wird ein Fachtag für Online-Redaktionen in Düsseldorf stattfinden. Dieser soll Redakteurinnen und Redakteure darin schulen, wie strafbare Hassrede identifiziert, dokumentiert und rechtssicher zur Anzeige gebracht werden kann. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Whitepapers und die zehn Ansatzpunkte gegen Hassrede im Netz erläutert und diskutiert. Das Whitepaper „Hasskommentare im Netz. Steuerungsstrategien für Redaktionen“ und ein Factsheet mit allen wesentlichen Ergebnissen sind hier abrufbar. Eine ausführliche wissenschaftliche Publikation wird im Herbst 2018 im VISTAS Verlag veröffentlicht.
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