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Mobile Audionutzung: Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen Audio unterwegs, Apps und Streams immer beliebter
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Mobile Audionutzung: Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen Audio unterwegs, Apps und Streams immer beliebter
TRACK 2.0 Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 01.09.2022 In Kooperation mit: ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung INHALT VORWORT 3 EXECUTIVE SUMMARY: KERNERGEBNISSE 4 METHODIK 7 ÜBERBLICK: MOBILE AUDIONUTZUNG IN DEUTSCHLAND 8 ERGEBNISSE IM DETAIL Inhalte und Genres Radio 10 Podcast 13 Hörbuch/-spiel 16 Geräte zur mobilen Audionutzung 19 Smarte Features bei mobiler Audionutzung 21 Mobile Audionutzung – Zufriedenheit und Wünsche 24 Zahlungsbereitschaft 30 SPEZIAL: Audio im Auto Inhalte und Bedienung 32 Auffindbarkeit 38 Sprachsteuerung 42 Wünsche 49 3ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung VORWORT Musik unterwegs, Nachrichten auf der Fahrt zur Arbeit, Podcasts in der Bahn: Wir sind täglich und überall von Audioinhalten umgeben – besonders häufig auch im Auto. Den Hörgewohnheiten mobiler Audionutzer innen und -nutzer ist die Landesanstalt für Medien NRW bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der Befragungs- studie „On Track – Studien zu Audio und Mobilität“ nachgegangen. Kooperationspartner der diesjährigen Neu- auflage war wieder die RTL Radio Deutschland GmbH, mit inhaltlicher Unterstützung des VAUNET – Verband Privater Medien, der radio NRW GmbH, der Ford-Werke GmbH und des MedienNetzwerk Bayern. In diesem Jahr wollten wir wissen: Hat sich unser mobiles Hörverhalten im Laufe der COVID-19-Pandemie verändert ? Sind wir mehr unterwegs oder hören wir anders, wenn die Kontaktbeschränkungen zurückgehen? Um die zeitliche Entwicklung der mobilen Audionutzung zu erfassen und – zum Vergleich – Daten in einem Zeitrahmen ohne Kontaktbeschränkungen zu erheben, hat die Landesanstalt für Medien NRW erneut eine repräsentative Befragung von Nutzerinnen und Nutzern durchgeführt. Neben Fragen zu Hörgewohnheiten, genutzten Verbreitungswegen und Geräten sowie zu Zufriedenheit und Wünschen wurden im Frühjahr 2022 auch solche zur Nutzung von Radio über DAB+ und Sprachassistenten im Auto gestellt. Die diesjährigen Ergebnisse der Befragung bestätigen: Audionutzung unterwegs, speziell im Auto, ist und bleibt wichtig für die Menschen. Gerade Radioinhalte werden unterwegs häufig gehört, besonders beim Autofahren – und das über alle Altersgruppen hinweg. Dabei variieren die Nutzungswege altersunabhängig immer stärker (Streamingdienste, Radioplattformen, Apps). Auch ist der Wunsch nach einfachem Auffinden der Inhalte in diesem Jahr ungebrochen. Vor allem Autos mit neuerem Baujahr ermöglichen eine bessere Auffindbarkeit und Nutzerinnen und Nutzer wurden häufiger auf einen neuen Radiosender aufmerksam. Helfen könnte dabei eine verbesserte Sprachbedienung im Auto, die sich viele Nutzerinnen und Nutzer wünschen. Alle Zielgruppen zu erreichen, zu halten und zufrieden zu stellen, bleibt also wie im letzten Jahr eine echte Herausforderung für die Audio- sowie die Automobilbranche. Die vorliegenden Ergebnisse liefern wichtige Hinweise, wie sich das mobile Hörerlebnis weiterentwickelt und welche Schwerpunkte gelegt werden sollten, um relevante Zielgruppen zu erreichen und zu halten. Daraus lassen sich Handlungsempfehlungen sowohl für die Audiobranche als auch für angrenzende Industrien, vor allem für die Automobilbranche, ableiten. Eine Zusammenarbeit der Sektoren untereinander bleibt wichtig, um auf die immer stärker ausdifferenzierten Nutzungsweisen reagieren zu können und die Angebots- und Anbietervielfalt technologieoffen zu stärken und auszubauen. Die Landesanstalt für Medien NRW unterstützt daher weiterhin den Dialog zwischen den Branchen, aus dem die Studie im vergangenen Jahr erstmalig hervorgegangen war. Handlungsempfehlungen ergeben sich darüber hinaus für die Ordnungspolitik, gerade im Hinblick auf den Wunsch der Nutzerinnen und Nutzer nach einer vielfältigen lokalen und regionalen Medienlandschaft. Die Landesanstalt für Medien NRW wird hier auch zukünftig im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Arbeit in der Vielfaltsförderung und zur Verbesserung der Auffindbarkeit über traditionelle und neue Verbreitungswege fort- setzen . Denn nicht nur für Nutzerinnen und Nutzer ist eine über verschiedene Verbreitungswege erreich bare und vielfältige Medienlandschaft gewünscht – diversifizierte Ausspielwege bieten auch Radioveranstaltern und Audioproduzenten die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu erschließen, ihre Reichweite zu erhöhen und damit ihre Marktposition zu stärken. 4ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung EXECUTIVE SUMMARY: KERNERGEBNISSE 1. Audionutzung unterwegs ist und bleibt wichtig Mobile Audionutzung bleibt auf hohem Niveau stabil bei 67 %, die Audionutzung im Auto liegt sogar bei 73 % (2021: 72 %) Jüngste Altersgruppe hört nach wie vor am meisten unterwegs (2021: 88 %, 2022: 88 %) Nutzungsintensität nimmt zu – bei den jeweiligen Nutzerinnen und Nutzern hören 52 % (2021: 48 %) mindestens einmal am Tag Radio, 38 % (2021: 35 %) hören mindestens einmal am Tag Podcasts Nutzung inhaltlicher Angebote wie Radio (2021: 81 %, 2022: 80 %), Podcast (2021: 28 %, 2022: 28 %), und Hörbücher/-spiele (2021: 22 %, 2022: 23 %) stabil, Musiknutzung unterwegs geht leicht zurück (2021: 77 %, 2022: 74 %) Jüngste Altersgruppe (14- bis 29-Jährige) nutzt unterwegs etwas weniger häufig Radio (2021: 69 %, 2022: 65 %) und Podcasts (2021: 48 %, 2022: 44 %); 30- bis 49-Jährige hören seltener Musik (2021: 83 %, 2022: 77 %), dafür etwas häufiger Podcasts (2021: 33 %, 2022: 36 %) außer Haus Handlungsempfehlung Markt für mobile Audionutzung ist substanziell und beständig: Entwicklung von Formaten v. a. für jüngere Zielgruppen stärken, um mobile Audionutzung weiter auszubauen 2. Diversifizierung der Nutzungswege nimmt weiter zu Verbreitungswege zur mobilen Audionutzung vervielfältigen sich weiter – und zwar bei allen Altersgruppen Nutzung von Radio findet zu 73 % über das Radiogerät/Infotainment-System im Auto statt (2021: 76 %), verliert aber im Vergleich zu anderen Verbreitungswegen Radiogerät/Infotainment-System im Auto verliert vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen (2021: 73 %, 2022: 66 %), aber auch bei den über 50-Jährigen an Bedeutung (2021: 81 %, 2022: 75 %) Besonders die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen wendet sich alternativen Verbreitungswegen zur mobilen Radio nutzung zu: Audio- (2021: 58 %, 2022: 63 %) und Video-Streamingdienste (2021: 35 %, 2022: 41 %) holen besonders stark auf, aber auch Radioplattformen (2021: 24 %, 2022: 29 %) und Audiotheken/Streams von Radioanbietern (2021: 20 %, 2022: 23 %) gewinnen dazu. Bei Podcasts ist ein ähnliches Bild zu beobachten. Handlungsempfehlung: Technologieoffenheit ist das Gebot der Stunde: auf unterschiedlichen Verbreitungswegen aktiv sein, bleiben und werden sowie Offenheit für zukünftige, neue Nutzungswege. Besonders für das Radio ist es wichtig, sich eigene digitale Verbreitungswege aufzubauen und diese zu pflegen, um alle Nutzer- gruppen gleichermaßen zu erreichen. 5ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 3. DAB+ stärkt die Vielfalt im mobilen Audiomarkt und schafft breiteres digitales Audio-Angebot Knapp 50 % der Autobesitzerinnen und -besitzer kennen den Unterschied zwischen UKW, DAB+ und Internetradio; 30 % der befragten Autobesitzerinnen und -besitzer verfügen über ein DAB+-fähiges Radiogerät/Infotainmentsystem im Auto Vor allem in Autos mit neuerem Baujahr wurden Nutzerinnen und Nutzer auf einen neuen Radiosender aufmerksam (Bj. 2017 und neuer: 42 %, Bj. 2011 und älter: 31 %) Dass sich die Nutzerinnen und Nutzer außerhalb des Sendegebiets befinden, wurde zu 52 % und damit als häufigstes Problem bei der Auffindbarkeit von Radiosendern genannt, gefolgt von Nicht-Auf- rufbarkeit über den vorhandenen Verbreitungsweg (25 %) und einer fehlenden Übersicht (23 %) In Autos mit neuerem Baujahr kommt es seltener zu Problemen mit der Auffindbarkeit von Radio- sendern (Bj. 2017 und neuer: 37 %, Bj. 2012 bis 2016: 47 %), Nutzerinnen und Nutzer von DAB+ (17 %) gaben deutlich seltener an, Probleme beim Auffinden eines Radiosenders zu haben als Nutzerinnen und Nutzer mit UKW-Empfang (56 %) Handlungsempfehlung: DAB+ zeigt bereits Wirkung: DAB+ als zusätzlicher Ausspielweg bietet Anbietern die Möglichkeit , neue Zielgruppen zu erschließen, ihre Reichweite zu erhöhen und damit einen aktiven Beitrag zur Vielfaltsförderung und Erhaltung einer lebendigen Audiolandschaft zu leisten. 4. Wunsch nach regionalen und lokalen Nachrichten bleibt ungebrochen Nach breiterem Angebot an Musik (37 %) der zweithäufigste Wunsch: ein größeres Angebot an aktuellen Regional- und Lokalnachrichten (19 %) Regional- und Lokalnachrichten im Radio wurden mit 52 % in 2022 noch einmal etwas häufiger genutzt als im Vorjahr (2021: 49 %), hier ist es vor allem die Gruppe der über 50-Jährigen, die diese Inhalte vermehrt nutzt (2021: 50 %, 2022: 59 %) 14- bis 29-Jährige nutzten 2022 verstärkt auch Podcasts mit regionalen und lokalen Nachrichten 2021: 13 %, 2022: 17 %) Auch die bessere Auffindbarkeit lokaler und regionaler Inhalte gehört nach wie vor zu den am häufigsten genannten Wünschen (2021: 28 %, 2022: 29 %) Handlungsempfehlung: Größerer Einsatz zum Erhalt und Förderung regionaler und lokaler Berichterstattung sowie deren Auffindbarkeit über traditionelle und neue Verbreitungswege – sowohl im Radio als auch über Podcasts. 6ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 5. Wunsch nach Sprachsteuerung zur Audionutzung vorhanden, Funktionalität noch weiter ausbaubar Sprachsteuerung wird nach wie vor von wenigen Audionutzerinnen und -nutzern aktiv genutzt (17 %); 21 % haben sie zwar ausprobiert, aber nutzten sie danach nicht weiter, der Großteil hat Sprachsteue- rung noch nie genutzt (60 %) 75 % der Nutzerinnen und Nutzer verwenden die Sprachsteuerung unter anderem im Auto, hier für unterschiedliche Funktionen, wie zum Start der Audio-Wiedergabe (38 %), Umschalten zwischen Audioinhalten (38 %) oder zur Regulierung der Lautstärke (43 %) Der Wunsch nach besserer Sprachsteuerung v. a. im Auto ist sogar noch gestiegen (2021: 27 %, 2022: 33 %), bei der Bedienung stehen Sicherheit (62 %) und praktische Bedienbarkeit (53 %) im Vordergrund Allerdings fehlen Nutzerinnen und Nutzern oft noch die passenden Nutzungssituationen, v. a. der jüngsten Altersgruppe (20 %), und die Funktionalität der Anwendungen wird nach wie vor als nicht gut wahrgenommen (14- bis 29-Jährige: 19 %) Handlungsempfehlung: Auf technischer Seite steht die Verbesserung der Sprachsteuerung für audiospezifische Fragen und Anwendungen an erster Stelle; gleichzeitig kann es sich auf Anbieterseite lohnen, die Entwicklung interaktiver Formate v. a. für jüngere Hörerinnen und Hörer voranzutreiben, um Anreize für konkrete Nutzungssituationen zu schaffen. 7ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung STICHPROBENGRÖSSE METHODIK REPRÄSENTATIVE BEFRAGUNG Online-Interviews anhand eines strukturierten Fragebogens GRUNDGESAMTHEIT Deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland mit Internetanschluss AUSWAHLVERFAHREN Random-Quota-Auswahl nach Geschlecht, Alter, Bildung und Region AUSWAHLGRUNDLAGE Online–Access–Panel Brutto: 1.956 Befragte, netto: (Audionutzerinnen und -nutzer außerhalb des eigenen Zuhauses) 1.305 Befragte (2021: Brutto: 1.700 Befragte, netto: [Audionutzerinnen und -nutzer außerhalb des eigenen Zuhauses] 1.234 Befragte) FELDZEIT 20. bis 30. Mai 2022 (2021: 29. April bis 21. Mai 2021) GEWICHTUNG DURCHFÜHRUNG Redressement-Gewichtung der Brutto-Stichprobe zum Ausgleich leichter Abweichungen von den Quotenvorgaben mindline media GmbH ÜBERBLICK: MOBILE AUDIONUTZUNG IN DEUTSCHLAND ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Wer sind die Nutzerinnen und Nutzer mobiler Audioangebote? Mobile Audionutzerinnen und -nutzer nach Nielsen-Gebieten (Bundesländern) Hörbücher/-spiele Was wird unterwegs genutzt? Radio 23% 22 % Musik 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 % 60 % 53 % V+VI (BE, BB, MV, ST) 65 % 80 % IV (BY) I (HB, HH, NI, SH) 70 % 61 % 74 % 77 % 80 % 81 % 62 % 69 % VII (SN, TH) 2022 2021 IIIb (BW) 71 % 67 % 67 % II (NW) 66 % 72 % 70 % IIIa (HE, RP, SL) 9ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung MOBILE AUDIONUTZUNG 67 % (2021: 67 %) der deutschen Bevölkerung mit Internetanschluss ab 14 Jahren nutzt unterwegs Audioangebote 2022 2021 72 % 63 % 78 % 68 % 55 % 88 % 76 % 54 % 74 % 60 % 82 % 66 % 56 % 88 % 78 % 52 % 2022 202220222021 20212021 2022 2021 Podcast 28 % 2022 20212022 2021 Geschlecht BildungAlter männlich weiblich hoch mittel niedrig 14–29 30–49 50+ 28 % Zu mobiler Audionutzung wird jede Art der Nutzung von Audioinhalten außerhalb des eigenen Zuhauses gezählt. Radionutzung erfolgt etwas seltener über das Radiogerät/Infotainment-System im Auto (2021: 76 %, 2022: 73 %) und etwas häufiger über Apps von Radiosendern (2021: 20 %, 2022: 23 %), die jüngste (2021: 73 %, 2022: 66 %) und die älteste Zielgruppe (2021: 81 %, 2022: 75 %) hören seltener über das Radiogerät/Infotainment-System (im Auto). Die jüngste Zielgruppe hört im Vergleich zu 2021 häufiger über Streams oder Audiotheken auf der Website von Radioanbietern (2021: 20 %, 2022: 23 %), Radioplattformen (2021: 24 %, 2022: 29 %), Audio- (2021: 58 %, 2022: 63 %) und Video-Streamingdienste (2021: 35 %, 2022: 41 %). 30- bis 49-Jährige hören etwas häufiger über Apps von Radiosendern (2021: 27 %, 2022: 31 %) und Video-Streamingdienste (2021: 32 %, 2022: 37 %) und etwas seltener über Radioplattformen (2021: 32 %, 2022: 29 %) als noch 2021. Personen über 50 Jahre hören etwas häufiger über Streams oder Audiotheken auf der Website von Radio anbietern (2021: 5 %, 2022: 8 %) und Apps von Radiosendern (2021: 16 %, 2022: 19 %). Lokal- und Regionalnachrichten sind etwas mehr gefragt beim Radiohören (2021: 49 %, 2022: 52 %), vor allem bei der Zielgruppe ab 50 Jahren (2021: 50 %, 2022: 59 %). Nutzungsintensität beim Radiohören ist außer Haus gestiegen (mindestens einmal täglich: 2021: 48 %, 2022: 52 %). Hauptnutzungssituation für das Radio bleibt bei allen Altersgruppen die Autofahrt (2021: 90 %, 2022: 88 %), jüngere Nutzerinnen und Nutzer hören Radio allerdings auch im ÖVNP (2022: 36 %) und im Regional- und Fernverkehr (2022: 28 %). KEY TAKE-AWAYS ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung INHALTE UND GENRES RADIO 56 39 5 52 43 3 48 42 9 42 47 11 48 44 6 58 36 4 41 48 10 43 50 7 43 49 5 90 58 49 34 31 22 18 18 16 16 14 11 88 59 53 34 39 30 27 21 26 21 13 13 89 63 49 36 37 29 25 19 22 17 11 12 93 55 51 27 25 10 9 18 7 14 18 9 92 52 48 31 25 12 10 17 9 14 18 10 92 50 43 22 34 24 23 16 23 24 23 14 84 47 43 26 31 28 17 19 20 20 21 16 88 52 49 33 32 24 24 22 19 21 18 13 87 58 51 36 38 22 23 23 22 19 16 11 96 63 50 37 26 18 15 14 10 11 9 9 80 % 80 % 77 % 82 % 84 % 74 % 86 % 78 % 65 % 81 % 88 % 82 % 81 % 78 % 83 % 83 % 19 % 36 % 44 % 69 % 81 % 90 % 2022 2022 202220222021 2021 20212021 Geschlecht Bildung HaushaltsgrößeAlter männlich weiblich hoch mittel niedrig eine Person zwei Personen drei oder mehr Personen 14–29 30–49 50+ Alle Angaben in % 92 64 59 33 33 16 12 19 12 12 10 9 91 57 52 31 33 21 18 19 17 17 16 11 52 40 7 62 33 5 54 33 10 11ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden mindestens einmal täglich mindestens einmal wöchentlich seltener Wenn Radio unterwegs genutzt wird, wie häufig wird es genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Musik aktuelle Nachrichten aus Inland und Ausland aktuelle Regional-/ Lokalnachrichten, -infos Service-, Verbraucher-, Ratgeberinformationen Politik und Gesellschaft Sport und Wellness Wissenschaft, Forschung, Technik Freizeitinformationen und Veranstaltungstipps Wirtschaft und Börse Natur und Umwelt Star- und Prominentennews Kunst, Kultur, Literatur Was wird unterwegs im Radio gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Wer nutzt Radio unterwegs? RADIO (80 %, 2021: 81%) 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 73 35 28 22 22 16 76 35 26 23 20 15 81 15 17 16 16 5 73 37 31 28 26 20 76 39 31 27 20 17 72 34 24 15 19 12 77 29 20 19 20 13 88 26 24 21 19 17 16 13 13 90 30 25 – – 19 16 14 13 85 31 27 24 21 21 16 13 16 89 33 27 – – 21 17 13 14 90 22 21 17 16 13 15 12 10 90 26 22 – – 17 15 14 11 85 39 25 – – 29 19 22 14 86 39 30 22 20 23 20 18 17 87 36 30 – – 27 21 16 17 91 15 16 12 13 9 11 7 7 94 20 19 – – 9 10 7 8 73 44 37 29 31 23 71 44 32 32 27 25 66 63 41 29 16 23 73 58 35 24 16 20 Alle Angaben in % 75 15 15 14 19 8 83 31 32 36 28 24 19 19 18 12ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Radiogerät/Infotainmentsystem (im Auto) Audio-Streamingdienste Video-Streamingdienste Radioplattformen App des jeweiligen Radioanbieters Streaming oder Audiotheken auf der Website von Radioanbietern Wie wird Radio mobil genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ im Auto am Arbeits-/Ausbildungsplatz, in der Schule zu Fuß in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Straßen- oder U-Bahn) im Regional- und Fernverkehr oder in der Bahn beim Sport auf Partys, Feiern, Veranstaltungen beim Einkaufen auf dem Fahrrad oder Roller Wo wird unterwegs Radio gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 RADIO (80 %, 2021: 81%) Podcastnutzung findet 2022 über immer mehr Zugangswege statt: Im Durchschnitt wurden 13 % mehr Verbreitungswege zum Podcasthören genannt als noch 2021. Audio- (2021: 67 %, 2022: 73 %) und Video-Streamingdienste (2021: 28 %, 2022: 34 %) legen im Vergleich zu 2021 als Verbreitungsweg für die Podcastnutzung stark zu; ebenfalls leicht gestiegen ist die Podcastnutzung über Radioplattformen (2021: 16 %, 2022: 22 %). Männliche Befragte zeigen den stärksten Anstieg bei der Nutzung von Audio-Streamingdiensten (2021: 63 %, 2022: 72 %) und der Nutzung von Radioplattformen (2021: 21 %, 2022: 31 %) zur Podcastnutzung. 14- bis 29-Jährige nutzen zum Hören von Podcasts deutlich häufiger Audio- (2021: 75 %, 2022: 86 %) und Video-Streamingdienste (2021: 24 %, 2022: 31 %). Auch Audiotheken von Radiosendern (2021: 10 %, 2022: 15 %) und Radioplattformen (2021: 15%, 2022: 20 %) werden von dieser Gruppe häufiger als noch 2021 genutzt. Podcasts zu politischen und gesellschaftlichen Themen werden 2022 am stärksten rezipiert (2021: 39 %, 2022: 44 %) – besonders unter 14- bis 29-Jährigen (2021: 35 %, 2022: 43 %) – gefolgt von aktuellen Nachrichten (2021: 39 %, 2022: 39 %) und Podcasts zu Wissenschaft, Forschung und Technik (2021: 42 %, 2022: 37 %). Analog zum Radio hat auch die Nutzungsintensität von Podcasts leicht zugenommen (mindestens einmal täglich: 2021: 35 %, 2022: 38 %), besonders unter den 14- bis 29-Jährigen (mindestens einmal täglich: 2021: 28 %, 2022: 35 %) und 30- bis 49-Jährigen (mindestens einmal täglich: 2021: 41 %, 2022: 45 %). Podcastnutzung fand 2022 seltener allein (2021: 88 %, 2022: 80 %) und häufiger mit der Partnerin oder dem Partner (2021: 17 %, 2022: 24 %) oder anderen Familienangehörigen (2021: 11 %, 2022: 17 %) statt. Podcasts werden am häufigsten während der Autofahrt genutzt (2021: 53 %, 2022: 58 %) – und das mittlerweile bei 34 % der Autofahrten (2021: 14 %). KEY TAKE-AWAYS ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung INHALTE UND GENRES PODCAST 44 42 13 44 35 18 31 45 22 22 44 27 29 % 27 % 40 % 23 % 13 % 35 41 23 28 40 27 28 52 18 36 44 15 45 42 11 41 36 20 38 43 17 35 39 22 37 39 44 30 30 26 29 24 25 24 16 42 39 39 31 31 30 27 24 21 15 13 44 44 49 35 41 37 26 29 27 21 10 52 41 47 33 38 36 28 28 23 13 7 29 32 38 25 16 14 32 17 21 28 23 28 35 27 28 20 21 25 18 18 18 21 31 33 43 25 31 25 29 17 11 24 21 33 28 35 24 32 28 25 13 10 21 17 44 40 41 36 30 27 26 25 34 26 13 52 46 42 35 25 36 24 26 30 10 13 34 50 54 29 28 25 37 37 33 22 10 41 50 39 40 44 20 39 47 28 12 2 23 % 20 % 36 % 44 % 36 % 11 % 30 % 25 % 46 % 21 % 11 % 14 % 26 % 59 % 48 % 33 % 10 % 2022 2022 202220222021 2021 20212021 Geschlecht Bildung HaushaltsgrößeAlter männlich weiblich hoch mittel niedrig eine Person zwei Personen drei oder mehr Personen 14–29 30–49 50+ Alle Angaben in % * geringe Basis 2022: N = 59, 2021: N = 45 14ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung mindestens einmal täglich mindestens einmal wöchentlich seltener Wenn Podcasts unterwegs genutzt werden, wie häufig werden sie genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ * Wissenschaft, Forschung, Technik aktuelle Nachrichten aus Inland und Ausland Politik und Gesellschaft Natur und Umwelt Sport Wirtschaft und Börse Kunst, Kultur, Literatur aktuelle Regional- oder Lokalnachrichten und Regionalinformationen Service-, Verbraucher– und Ratgeberinformationen Star- und Prominentennews andere Inhalte Welche Themen werden in Podcasts unterwegs gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ * Wer nutzt Podcasts unterwegs? PODCAST (28 %, 2021: 28 %) Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % * geringe Basis 2022: N = 59, 2021: N = 45 15ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 73 30 34 20 19 19 22 67 32 28 22 17 17 16 72 34 39 28 22 26 31 63 35 33 22 21 22 21 75 26 27 11 15 11 12 73 28 21 21 12 11 10 86 28 31 15 12 15 20 75 29 24 17 10 10 15 70 32 36 24 23 20 25 62 36 25 23 18 20 16 49 31 36 24 27 27 19 55 29 48 34 37 29 23 Audio-Streamingdienste Podcast-Apps bzw. Podcatcher Video-Streamingdienste Website oder App von Podcastproduzenten Website oder App von einzelnen Radiosendern Audiotheken von Radiosendern Radioplattformen wie z. B. radio.de, tune in, Radioplayer Wie werden Podcasts unterwegs genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ * 50+ * 50+ * 53 47 40 34 29 24 22 23 10 58 47 – – 26 24 22 21 8 53 44 38 36 36 29 25 28 14 67 48 – – 30 30 26 24 10 53 51 43 31 22 18 19 16 6 46 47 – – 20 17 15 17 5 55 47 41 36 29 25 20 21 9 49 50 – – 27 23 23 23 5 53 46 38 28 34 30 25 25 13 61 48 – – 26 27 23 21 10 47 49 45 43 18 10 20 22 5 75 38 – – 24 21 13 17 9 im Auto zu Fuß in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Straßen- oder U-Bahn) im Regional- und Fernverkehr oder in der Bahn beim Sport am Arbeits-/Ausbildungsplatz, in der Schule beim Einkaufen auf dem Fahrrad oder Roller auf Partys, Feiern, Veranstaltungen Wo werden Podcasts unterwegs genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 PODCAST (28 %, 2021: 28 %) allein mit Partnerin oder Partner mit Freundinnen und Freunden mit Familienangehörigen mit Bekannten oder Kolleginnen und Kollegen Mit wem zusammen werden Podcasts unterwegs genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 80 24 13 17 11 88 17 13 11 11 79 26 14 19 14 87 19 16 14 12 83 21 11 15 6 91 14 9 7 8 84 21 14 15 9 88 11 14 9 9 74 30 13 22 16 88 22 13 12 13 89 17 9 10 2 89 21 11 15 12 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 Wie bei Radio und Podcasts ist auch die Nutzung von Hörbüchern und Hörspielen diverser geworden: Befragte nannten im Durchschnitt 12 % mehr Verbreitungswege als 2021, besonders die 14- bis 29- und 30- bis 49-Jährigen nutzen immer unterschiedlichere Verbreitungswege für Hörbücher. Häufiger als 2021 wurden Hörbuch-Apps (2021: 39 %, 2022: 47 %), Audio- (2021: 50 %, 2022: 55 %) und Video-Streamingdienste (2021: 26 %, 2022: 37 %) genutzt, klassischere Zugangswege wie CD oder MP3 verlieren leicht an Bedeutung (2021: 44 %, 2022: 41 %). Nutzungsintensität hat auch unter Hörbuch-/Hörspielnutzerinnen und -nutzern zugenommen, 2022 nutzen 31 % mindestens einmal täglich Hörbücher und/oder Hörspiele (2021: 21 %). Hörbücher und/oder -spiele werden am häufigsten im Auto gehört (2021: 57 %, 2022: 58 %) und dort bereits bei 31 % der Fahrten (2021: 24 %). KEY TAKE-AWAYS ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung INHALTE UND GENRES HÖRBUCH UND/ODER HÖRSPIEL 37 39 23 22 40 35 24 44 30 21 29 47 34 36 28 13 35 45 14 54 29 22 35 41 39 37 23 27 36 36 31 42 27 22 35 40 47 34 25 25 28 23 19 24 12 49 36 29 27 26 20 19 16 7 45 29 28 31 41 29 27 32 11 44 31 35 29 33 24 25 18 6 49 39 23 19 14 16 12 15 12 55 44 22 24 19 16 11 12 9 31 46 29 27 28 25 25 27 12 35 59 20 22 24 19 22 10 7 49 42 31 29 35 25 22 25 9 46 34 36 31 29 20 20 18 4 63 7 14 17 17 18 11 18 15 69 15 28 24 26 22 15 18 13 Alle Angaben in % 17ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung mindestens einmal pro Woche einmal bis mehrmals pro Monat seltener Wenn Hörbücher/-spiele unterwegs genutzt werden, wie häufig werden sie genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Belletristik Kinder- und Jugendbuch Sachbuch Ratgeber Naturwissenschaft, Medizin, Informatik, Technik Reise Sozialwissenschaft, Recht, Wirtschaft Geisteswissenschaft, Kunst, Musik andere Inhalte Welche Inhalte werden unterwegs in Hörbüchern/-spielen gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Wer nutzt Hörbücher/-spiele unterwegs? HÖRBUCH/-SPIEL (23 %, 2021: 22 %) Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden 22 % 24 % 31 % 22 % 13 % 20 % 18 % 28 % 27 % 29 % 16 % 23 % 21 % 32 % 21 % 11 % 13 % 28 % 59 % 26 % 28 % 15 % 2022 2022 202220222021 2021 20212021 Geschlecht Bildung HaushaltsgrößeAlter männlich weiblich hoch mittel niedrig eine Person zwei Personen drei oder mehr Personen 14–29 30–49 50+ 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % 18ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Audio-Streamingdienste Hörbuch-CD/MP3-Download Hörbuch-App Video-Streamingdienste Website oder App von Hörbuchanbietern Wie werden Hörbücher/-spiele mobil genutzt? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 55 41 47 37 15 50 44 39 26 13 61 47 51 40 23 48 45 40 31 15 48 35 43 35 8 52 43 38 21 10 28 56 42 20 11 28 59 37 24 19 63 37 52 44 18 50 42 45 30 11 67 32 46 43 15 70 33 31 23 11 Bezogen auf die Gesamtzahl der mobilen Audionutzenden HÖRBUCH/-SPIEL (23 %, 2021: 22 %) 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 Wo werden Hörbücher/-spiele mobil genutzt? im Auto zu Fuß in öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Straßen- oder U-Bahn) im Regional- und Fernverkehr oder in der Bahn beim Sport beim Einkaufen am Arbeits-/Ausbildungsplatz, in der Schule auf dem Fahrrad oder Roller auf Partys, Feiern, Veranstaltungen Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 58 42 38 28 22 16 16 19 8 57 37 – – 19 18 15 13 7 55 43 46 29 25 18 18 25 15 56 33 – – 23 18 17 14 8 60 42 31 26 18 15 14 14 2 59 43 – – 14 17 13 12 5 57 48 44 32 27 20 20 22 12 41 43 – – 15 20 16 15 3 60 42 36 28 23 16 20 23 10 63 37 – – 21 20 14 14 9 55 36 35 23 14 13 6 12 2 67 31 – – 20 10 15 10 6 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 GERÄTE ZUR MOBILEN AUDIONUTZUNG ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Audionutzung über das Radiogerät oder Infotainment-System im Auto zwar nach wie vor häufig, aber rückgängig (2021: 73 %, 2022: 68 %), besonders stark geht sie bei den 14- bis 29-Jährigen (2021: 62 %, 2022: 56 %) und über 50-Jährigen (2021: 82 %, 2022: 75 %) sowie unter Radio- (2021: 84 %, 2022: 79 %) und Musik-Nutzerinnen und -Nutzern (2021: 70 %, 2022: 64 %) zurück. Gerätenutzung ansonsten insgesamt vergleichbar mit dem Vorjahr; Bei Jüngeren steigt die mobile Audionutzung über Smart Speaker (2021: 12 %, 2022: 17 %), bei Älteren (50+) die Nutzung über Tablets (2021: 9 %, 2022: 13 %). Nutzung von Audioinhalten außerhalb des eigenen Zuhauses findet vermehrt direkt über Streaming (2021: 51 %, 2022: 57 %) und seltener über klassische Datenträger (2021: 33 %, 2022: 28 %) statt. Nutzung von externen Geräten zum Abspielen von Audioinhalten außer Haus steigt leicht an, nur noch 30 % der Befragten geben an, keines solcher Geräte zu nutzen (2021: 34 %). KEY TAKE-AWAYS 20ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung GERÄTE UND ABRUF 51 75 10 13 12 6 0 52 82 13 9 13 4 1 50+ 28 20 19 5 49 27 20 15 6 54 50+ 72 69 24 24 16 16 4 76 73 24 20 15 12 4 72 67 16 14 8 9 6 71 73 17 14 12 8 5 72 68 20 19 12 12 5 74 73 21 17 14 10 4 83 68 24 23 17 16 11 83 71 23 21 18 15 8 90 56 30 23 8 17 5 94 62 29 25 10 12 5 Smartphone Radiogerät/Infotainmentsystem im Auto Laptop oder Notebook Tablet MP3-Player Smart Speaker Toniebox Geräte zur mobilen Audionutzung Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 52 39 32 10 24 50 41 28 8 27 52 34 32 11 25 49 38 31 7 28 44 33 19 7 36 43 33 14 7 41 73 47 27 13 10 70 55 29 8 12 48 33 25 9 30 46 36 23 7 34 (Bluetooth-)Kopfhörer Bluetooth-Lautsprecher/Soundboxen Infotainmentsysteme (z. B. im Auto) Smartwatch keine Zusatzgeräte Zusatzgeräte zum Abspielen von Audioinhalten über Smartphone/Tablet Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 ZUR MOBILEN AUDIONUTZUNG 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % direkt über Streaming indirekt (Download vorab) über Datenträger (z. B. CD, USB-Stick, Kassette) weiß nicht 57 33 28 10 51 35 33 15 60 33 30 10 53 36 37 11 54 34 26 11 48 33 29 20 74 45 13 3 77 49 17 5 67 37 26 7 57 40 31 10 Wie nutzen Sie Audioinhalte außerhalb des eigenen Zuhauses? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 39 22 39 19 28 21 46 26 50+ 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 SMARTE FEATURES BEI MOBILER AUDIONUTZUNG ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Ein nahtloses Hörerlebnis (Seamless Listening) wird von 45 % der Befragten als (sehr) wichtig wahrgenommen (2021: 44 %), unter 14- bis 29-Jährigen steigt die wahrgenommene Wichtigkeit 2022 sogar auf 64 % (2021: 57 %). 2022 sind 48 % der Befragten mit den Funktionen zum nahtlosen Hören (sehr) zufrieden (2021: 44 %). Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Wichtigkeit, personalisierte Audioangebote vorgeschlagen zu bekommen, leicht an auf 28 % (2021: 25 %); dieser Trend ist bei allen Altersgruppen zu beobachten, wobei es den 14- bis 29-Jährigen am wichtigsten ist, auf sie zugeschnittene Angebote vorgeschla- gen zu bekommen (2021: 33 %, 2022: 40 %). Zwar steigt die Zufriedenheit mit personalisierten Angeboten im Durchschnitt ([sehr] zufrieden: 2021: 40 %, 2022: 45 %), allerdings liegt dies vor allem an der steigenden Zufriedenheit der über 50-Jährigen mit den auf sie abgestimmten Inhalten (2021: 38 %, 2022: 42 %), 14- bis 29-Jährige ([sehr] zufrieden: 2021: 49 %, 2022: 46 %) und 30- bis 49-Jährige ([sehr] zufrieden: 2021: 55 %, 2022: 47 %) sind hingegen weniger zufrieden. KEY TAKE-AWAYS 23 20 20 2043 45 43 14 3 2 14 1 1 17 22 15 20 11 12 3 3 48 22ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung SEAMLESS LISTENING WICHTIGKEIT UND ZUFRIEDENHEIT Seamless Listening meint, dass Audioinhalte von verschiedenen Geräten bzw. in verschiedenen Situationen ohne Unterbrechung abgespielt werden können. Es ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern ein bequemes, nahtloses Hörerlebnis. So wird beispielsweise der zu Hause gehörte Podcast automatisch im Auto an der Stelle gestartet, an der er zuletzt gestoppt wurde. Wichtigkeit von Seamless Listening (sehr) wichtig eher wichtig eher unwichtig (sehr) unwichtig weiß nichtGesamt Seamless Listening ist (sehr) wichtig für... 29 29 64 57 50 51 43 44 47 44 Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 626253 51 44 42 Radio- nutzende Musik- nutzende Podcast- nutzende Hörbuch-/Hörspiel- nutzende Zufriedenheit mit Seamless Listening Gesamt (sehr) zufrieden eher zufrieden weder noch eher unzufrieden (sehr) unzufrieden weiß nicht (Sehr) zufrieden mit Seamless Listening sind ... 48 44 Männer 49 44 57 45 Frauen 58 42 14–29 49 30–49 34 50+ 48 42 54 50 59 55 58 60 Radio- nutzende Musik- nutzende Podcast- nutzende Hörbuch-/Hörspiel- nutzende 2022 2022 2022 2022 2022 2021 2021 2021 2021 2021 62 60 2022 2021 Alle Angaben in % 23ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung PERSONALISIERUNG Wichtigkeit von personalisierten Inhalten Personalisierte Audioinhalte sind (sehr) wichtig für ... 32 25 23 24 33 33 40 36 14 12 27 23 32 29 37 35 43 39 Personalisierung bezieht sich in der vorliegenden Studie darauf, dass den Nutzerinnen und Nutzern möglichst passende Audioinhalte automatisiert vorgeschlagen werden, basierend z. B. auf den zuvor genutzten Inhalten. Diese Funktion erleichtert das Finden und Hören von Inhalten, die zu den persönlichen Präferenzen oder der jeweiligen Situation passen. Zufriedenheit mit personalisierten Audioinhalten 20 23 21 2140 3 2 2 2 9 12 45 45 39 49 47 44 48 50 53 (Sehr) zufrieden mit persona - li sierten Audioinhalten sind ... 44 45 46 47 23 21 28 25 19 20 26 27 4 7 2022 2021 WICHTIGKEIT UND ZUFRIEDENHEIT 38 42 49 32 33 Alle Angaben in % (sehr) wichtig eher wichtig eher unwichtig (sehr) unwichtig weiß nichtGesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Radio- nutzende Musik- nutzende Podcast- nutzende Hörbuch-/Hörspiel- nutzende 2022 2022 2021 2021 Gesamt (sehr) zufrieden eher zufrieden weder noch eher unzufrieden (sehr) unzufrieden weiß nicht 2022 2021 Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Radio- nutzende Musik- nutzende Podcast- nutzende Hörbuch-/Hörspiel- nutzende 2022 2022 2021 2021 42 MOBILE AUDIONUTZUNG – ZUFRIEDENHEIT UND WÜNSCHE ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Generell zeigen sich die Befragten mit ihrer mobilen Audionutzung im Jahr 2022 noch einmal zufriedener als bereits 2021. Die Zufriedenheit stieg mit dem thematischen Angebot ([sehr] zufrieden: 2021: 52 %, 2022: 56 %), der Bedienbarkeit der Geräte ([sehr] zufrieden: 2021: 61 %, 2022: 69 %), dem Hörerlebnis in Bezug auf die Soundqualität ([sehr] zufrieden: 2021: 64 %, 2022: 67 %), und mit dem Abspielen von Audio- inhalten außerhalb des WLANs ([sehr] zufrieden: 2021: 51 %, 2022: 56 %). Besonders die über 50-Jährigen, die insgesamt im letzten Jahr noch am unzufriedensten mit ihrer mobilen Audionutzung waren, sind 2022 deutlich zufriedener. Ein inhaltlich größeres Angebot wünschen sich die Befragten aus den Bereichen Musik (2022: 37 %), aktuelle Regional- und Lokalnachrichten (2022: 19 %) und Gesundheit (2022: 17 %); 14- bis 29-Jährige hätten zusätzlich gerne mehr Informationen aus Politik und Gesellschaft (2022: 15 %), 30- bis 49-Jährige aus Wissenschaft, Forschung und Technik (2022: 17 %) und über 50-Jährige mehr aktuelle Nachrichten aus dem In- und Ausland (2022: 18 %). Die Wünsche an die mobile Audionutzung blieben insgesamt vergleichbar, drei Entwicklungen sind aber hervorzuheben: 1. Neu abgefragt wurde in diesem Jahr der Wunsch nach einer Möglichkeit, Inhalte auf Basis ihrer Länge auswählen zu können. Dieser Wunsch schaffte es mit 32 % direkt auf Platz 3 der am häufigsten genannten Wünsche (Platz 1: Merkfunktion für Audio-Inhalte: 36 % [2021: 37 %]; Platz 2: Transparenter Datenschutz: 33 % [2021: 35 %]). 2. 2022 wünschen sich bereits 28 % der Befragten Verbesserungen bei der Sprachsteuerung, um die Audioinhalte direkt abzurufen oder zu stoppen (2021: 21 %). 3. Der Wunsch nach interaktiven Formaten steigt deutlich an; 21 % wünschen sich mehr solcher Formate für die mobile Audionutzung (2021: 15 %). Dieser Wunsch gewinnt unter allen Altersgruppen an Bedeutung, am meisten bei den 14- bis 29-Jährigen (2021: 18 %, 2022: 24 %). KEY TAKE-AWAYS 56 68 66 58 54 64 68 53 56 69 67 56 51 67 67 51 52 61 64 51 55 71 68 54 50 58 59 49 62 75 69 63 60 65 70 60 58 68 66 57 53 59 63 54 47 59 60 42 … dem thematischen Angebot der Audioinhalte, die Sie derzeit außerhalb Ihres eigenen Zuhauses nutzen … der Bedienbarkeit der Geräte, um Audioinhalte außerhalb Ihres eigenen Zuhauses hören zu können … dem Hörerlebnis (der Soundqualität) der Geräte, um Audioinhalte außerhalb Ihres eigenen Zuhauses hören zu können … dem Abspielen von Audioinhalten außerhalb des WLAN-Netzes Ihres eigenen Zuhauses (Sehr) zufrieden mit … Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 25ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung ZUFRIEDENHEIT MIT DER MOBILEN AUDIONUTZUNG 56 69 67 56 52 61 64 51 55 68 66 55 51 60 63 49 61 73 70 61 56 66 68 56 68 73 69 65 66 68 72 61 69 78 71 65 62 66 69 59 … dem thematischen Angebot der Audioinhalte, die Sie derzeit außerhalb Ihres eigenen Zuhauses nutzen … der Bedienbarkeit der Geräte, um Audioinhalte außerhalb Ihres eigenen Zuhauses hören zu können … dem Hörerlebnis (der Soundqualität) der Geräte, um Audioinhalte außerhalb Ihres eigenen Zuhauses hören zu können … dem Abspielen von Audioinhalten außerhalb des WLAN-Netzes Ihres eigenen Zuhauses (Sehr) zufrieden mit ... Gesamt Radio- nutzende Musik- nutzende Podcast- nutzende Hörbuch-/ Hörspielnutzende 2022 2022 20222022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 20212021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % 26ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN MOBILE AUDIONUTZUNG 37 19 17 16 14 14 13 13 13 12 11 9 8 7 6 4 2 38 21 17 18 14 22 12 18 18 13 13 14 7 9 6 5 2 36 16 17 14 13 5 14 7 7 11 9 4 9 5 6 3 2 38 12 19 13 17 16 14 15 14 9 11 14 12 11 7 5 2 38 20 19 16 15 15 15 13 17 11 10 10 9 7 6 5 2 35 22 14 18 10 12 12 11 9 15 12 5 4 5 5 2 3 Musik aktuelle Regional- oder Lokalnachrichten und Regionalinformationen Gesundheit aktuelle Nachrichten aus Inland und Ausland Natur und Umwelt Sport Freizeitinformationen und Veranstaltungstipps Politik und Gesellschaft Wissenschaft, Forschung, Technik Verbraucher– und Ratgeberinformationen Serviceinformationen (Wetter, Verkehr) Wirtschaft und Börse Star- und Prominentennews Kunst und Kultur Literatur Religion andere Inhalte Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 2022 2022 2022 2022 2022 2022 Alle Angaben in % Zu welchen Themen wünschen Sie sich ein größeres Angebot? 27ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN MOBILE AUDIONUTZUNG 40 20 19 17 15 15 15 15 15 12 12 10 9 9 7 5 2 37 22 17 17 13 15 14 13 13 14 13 10 8 6 6 4 2 30 18 25 17 22 18 16 22 22 17 13 15 13 16 14 7 3 35 20 26 18 23 16 21 20 20 17 16 10 14 15 17 7 3 Radio Musik Podcats Hörbücher/-spiele Alle Angaben in % Zu welchen Themen wünschen Sie sich ein größeres Angebot? 2022 2022 2022 2022 Musik aktuelle Regional- oder Lokalnachrichten und Regionalinformationen Gesundheit aktuelle Nachrichten aus Inland und Ausland Natur und Umwelt Sport Freizeitinformationen und Veranstaltungstipps Politik und Gesellschaft Wissenschaft, Forschung, Technik Verbraucher– und Ratgeberinformationen Serviceinformationen (Wetter, Verkehr) Wirtschaft und Börse Star- und Prominentennews Kunst und Kultur Literatur Religion andere Inhalte 36 33 32 29 28 27 29 27 25 28 18 21 37 35 – 30 29 28 28 27 25 21 19 15 36 32 31 31 28 27 30 30 26 28 18 22 38 35 – 33 29 28 28 29 26 24 20 17 37 34 33 28 28 27 29 24 25 28 17 20 37 35 – 27 29 29 28 24 24 18 18 13 48 41 45 40 37 42 29 32 36 33 26 24 51 43 – 40 42 43 30 34 34 25 30 18 46 37 37 38 36 32 32 36 31 33 24 24 44 41 – 36 35 33 31 34 31 26 24 20 21 26 19 15 16 14 28 16 14 21 8 15 23 25 – 18 16 15 23 16 13 14 8 9 eine Merkfunktion für Audioinhalte, um Teile der Inhalte für später bzw. in Zukunft zu speichern mehr Information, welche personen be zo- genen Daten über die eigene Audionutzung gesammelt werden (transparenter Daten- schutz) eine Möglichkeit, Inhalte aufgrund ihrer Länge auswählen zu können (z. B. kürzere Beiträge für schnelle Besorgungen, längere für größere Ausflüge) nahtloses Abspielen von Audioinhalten bessere Bündelung von verschiedenen Inhalten auf einer einzelnen Plattform bessere Empfehlungen von Inhalten auf Basis bisheriger Nutzungsgewohnheiten besseres Auffinden von regionalen/lokalen Audioinhalten Flatrate-Bezahlmodelle für gebündelte Audioinhalte Bonussystem für Audioinhalte (für kosten- pflichtige Nutzung erhält der Nutzer kostenfrei Zusatzinhalte, z. B. ähnlich wie bei Payback) bessere Sprachsteuerung, um Audioinhalte abrufen oder stoppen zu können besseres Auffinden von fremdsprachigen Audioinhalten interaktive Audioformate, speziell für die Nutzung über Sprachassistenten Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 28ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN MOBILE AUDIONUTZUNG 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % Welche Aspekte sind Ihnen bei mobiler Audionutzung wichtig? 36 33 33 30 28 27 31 26 24 29 17 20 36 35 – 29 28 28 29 27 25 21 18 16 42 38 37 34 33 32 31 31 30 32 21 23 45 40 – 35 35 33 31 32 29 24 22 18 55 46 52 46 45 43 37 41 38 40 29 29 56 48 – 42 47 43 37 40 39 32 29 23 55 48 47 40 40 38 39 39 41 39 27 30 58 51 – 40 51 41 35 42 38 30 24 24 Radio Musik Podcasts Hörbücher/ -spiele 29ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN MOBILE AUDIONUTZUNG Alle Angaben in % Welche Aspekte sind Ihnen bei mobiler Audionutzung wichtig? 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 eine Merkfunktion für Audioinhalte, um Teile der Inhalte für später bzw. in Zukunft zu speichern mehr Information, welche personen be zo- genen Daten über die eigene Audionutzung gesammelt werden (transparenter Daten- schutz) eine Möglichkeit, Inhalte aufgrund ihrer Länge auswählen zu können (z. B. kürzere Beiträge für schnelle Besorgungen, längere für größere Ausflüge) nahtloses Abspielen von Audioinhalten bessere Bündelung von verschiedenen Inhalten auf einer einzelnen Plattform bessere Empfehlungen von Inhalten auf Basis bisheriger Nutzungsgewohnheiten besseres Auffinden von regionalen/lokalen Audioinhalten Flatrate-Bezahlmodelle für gebündelte Audioinhalte Bonussystem für Audioinhalte (für kosten- pflichtige Nutzung erhält der Nutzer kostenfrei Zusatzinhalte, z. B. ähnlich wie bei Payback) bessere Sprachsteuerung, um Audioinhalte abrufen oder stoppen zu können besseres Auffinden von fremdsprachigen Audioinhalten interaktive Audioformate, speziell für die Nutzung über Sprachassistenten ZAHLUNGSBEREITSCHAFT ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahlungsbereitschaft für Podcasts gestiegen: 30 % (2021: 23 %) der Befragten würden einen gewissen Beitrag zur Nutzung von Podcasts bezahlen. Besonders die 30- bis 49- (2021: 19 %, 2022: 33 %) und über 50-Jährigen (2021: 26 %, 2022: 31 %) sind 2022 eher bereit, für Podcasts zu bezahlen, wohingegen der Anteil der 14-bis 29-Jährigen steigt, die nicht für Podcasts zahlen würden (2021: 48 %, 2022: 57 %). Im Schnitt würden die Zahlungswilligen 13 € im Monat für Podcasts ausgeben wollen, ein Anstieg um fast 4 € im Vergleich zu 2021. Ein Anstieg ist bei allen Altersgruppen zu beobachten, am größten ist dieser bei den 30- bis 49-Jährigen (2021: 10 €, 2022: 14 €). Gleichzeitig bleibt der Anteil derjenigen, die bereits für Podcasts zahlen, stabil bei 13 % (2021: 13 %), allerdings steigt der durchschnittlich gezahlte Betrag um 3 € auf 12 € monatlich im Vergleich zu 2021. Auch bei den gezahlten Beträgen ist eine Steigerung für alle Altersgruppen beobachtbar. Männer und Frauen unterscheiden sich nach wie vor in ihrer Zahlungsbereitschaft (Männer: 2021: 27 %, 2022: 34 %; Frauen: 2021: 24 %, 2022: 27 %) und in den Beträgen, die sie für Podcasts ausgeben würden (Männer: 2021: 9 €, 2022: 15 €; Frauen: 2021: 9 €, 2022: 9 €) bzw. bereits ausgeben (Männer: 2021: 9 €, 2022: 13 €; Frauen: 2021: 10 €, 2022: 11 €). Wenn auch nicht so stark wie bei Podcasts, ist auch bei Hörbüchern und/oder -spielen eine leichte Zunahme derjenigen zu beobachten, die bereit wären, für diese zu bezahlen (2021: 32 %, 2022: 37 %); gleichzeitig sinkt aber die Zahl derjenigen, die zurzeit bereits für Hörbücher und/oder -spiele einen monatlichen Betrag ausgeben (2021: 22 %, 2022: 17 %). Sowohl der Beitrag, den Nutzerinnen und Nutzer bereit wären, durchschnittlich im Monat zu zahlen (2021: 10 €, 2022: 11 €), als auch der tatsächlich bezahlte Beitrag (2021: 9 €, 2022: 12 €) steigen 2022 leicht an. KEY TAKE-AWAYS 31ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung ZAHLUNGSBEREITSCHAFT 13 % (Ø = 12,20 €) 17 % (Ø = 11,60 €) 13 % (Ø = 9,40 €) 22 % (Ø = 9,00 €) 30 % (Ø = 12,60 €) 37 % (Ø = 11,30 €) 23 % (Ø = 8,80 €) 32 % (Ø = 10,20 €) 53 % 35 % 49 % 32 % Podcasts Hörbücher/-spiele Wofür wird bezahlt? zahlen bereits wären bereit zu zahlen keine Zahlungsbereitschaft 17 % (Ø = 12,80 €) 34 % (Ø = 14,60 €) 47 % 15 % (Ø = 9,40 €) 27 % (Ø = 8,60 €) 47 % 9 % (Ø = 10,70 €) 24 % (Ø = 9,00 €) 59 % 10 % (Ø = 9,60 €) 18 % (Ø = 9,20 €) 52 % 13 % (Ø = 10,40 €) 25 % (Ø = 10,60 €) 57 % 15 % (Ø = 8,40 €) 25 % (Ø = 7,50 €) 48 % 15 % (Ø = 13,60 €) 33 % (Ø = 14,30 €) 47 % 12 % (Ø = 10,30 €) 19 % (Ø = 10,00 €) 49 % 7 % (Ø = 12,10 €) 31 % (Ø = 11,60 €) 56 % 8 % (Ø = 11,50 €) 26 % (Ø = 10,10 €) 56 % Wer zahlt wie viel für Podcasts 15 % (Ø = 11,90 €) 39 % (Ø = 12,80 €) 37 % 22 % (Ø = 8,30 €) 32 % (Ø = 9,70 €) 34 % 14 % (Ø = 8,70 €) 31 % (Ø = 11,30 €) 37 % 18 % (Ø = 8,20 €) 32 % (Ø = 9,10 €) 36 % 19 % (Ø = 11,30 €) 35 % (Ø = 9,60 €) 32 % 23 % (Ø = 9,80 €) 32 % (Ø = 10,80 €) 28 % 19 % (Ø = 11,40 €) 45 % (Ø = 12,00 €) 28 % 25 % (Ø = 9,00 €) 31 % (Ø = 9,70 €) 29 % 17 % (Ø = 14,60 €) 31 % (Ø = 10,00 €) 42 % 21 % (Ø = 9,70 €) 34 % (Ø = 12,00 €) 32 % zahlen bereits wären bereit zu zahlen keine Zahlungs- bereitschaft zahlen bereits wären bereit zu zahlen keine Zahlungs- bereitschaft Wer zahlt wie viel für Hörbücher/ -spiele? Männer Frauen 14–29 30–49 50+ * Die Nutzerinnen und Nutzer wurden gebeten, den genauen monatlichen Betrag über eine offene Zahleneingabe anzugeben, den sie bereits für Audioangebote bezahlen und/oder bezahlen würden. Die Befragten konnten zu beiden Fragen (bereits getätigte Zahlungen und Zahlungsbereitschaft) Antworten eingeben. 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 SPEZIAL: AUDIO IM AUTO INHALTE UND BEDIENUNG ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Die Autofahrt ist für Audioinhalte nach wie vor die Hauptnutzungssituation; auf 82 % (2021: 82 %) der Fahrten haben Radionutzerinnen und -nutzer einen Radiosender gehört; unter Nutzerinnen und Nutzern von Podcast und Hörbuch bzw. Hörspiel nimmt die Nutzung während der Fahrt deutlich zu; bei 34 % der Fahrten laufen bei ihnen Podcasts (2021: 14 %), während 31 % der Fahrten Hörbücher bzw. Hörspiele (2021: 24 %). UKW-Radio bleibt das am häufigsten verfügbare (2022: 66 %) und auch das meistgenutzte Gerät zum Empfang von Audioinhalten, allerdings nutzen die Befragten es deutlich seltener als im Vorjahr (2021: 55 %, 2022: 50 %); ein starker Rückgang ist bei der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen (2021: 39 %, 2022: 31 %) und der über 50-Jährigen (2021: 70 %, 2022: 61 %) zu beobachten. 30 % der Befragten hatten 2022 die technische Möglichkeit, über DAB+ Radio zu hören; 29 % haben DAB+ auch genutzt (2021: 25 %), – vor allem die 30- bis 49-Jährigen (2021: 27 %, 2022: 30 %) und über 50-Jährigen (2021: 22 %, 2022: 29 %). Auch Smartphone-basierte Auto-Plattformen wie Android Auto (2021: 11 %, 2022: 15 %) und Apple CarPlay (2021: 8 %, 2022: 12 %) gewinnen weitere Nutzerinnen und Nutzer dazu; die Angebote werden vor allem von 14- bis 29-Jährigen (Android Auto: 2021: 12 %, 2022: 19 %; Apple CarPlay: 2021: 13 %, 2022: 17 %) genutzt und scheinen sogar dem über Kabel angeschlossenen Smartphone in dieser Altersgruppe Konkurrenz zu machen (2021: 50 %, 2022: 41 %). Haptische Bedienweisen bleiben die bevorzugte Nutzungsweise im Auto, 45 % nutzen am liebsten Knöpfe am Autoradio bzw. Infotainment-System, gefolgt von Knöpfen am Lenkrad (43 %) und Touchscreennutzung (31 %); die Nutzer verwenden diese Bedienweisen zumeist aus Gewohnheit (2022: 43 %) oder aufgrund ihrer einfachen Bedienbarkeit (2022: 38 %). Spracheingaben über das Autoradio bzw. Infotainment-System (2022: 10 %), das Smartphone (2022: 9 %) oder ein Tablet (2022: 6 %) bleiben seltene Bedienweisen im Auto. KEY TAKE-AWAYS 45 min 51 min 38 min 50 min 42 min 46 min 48 min 40 min 48 min 49 min 47 min 46 min 43 min 53 min 48 min 49 min 57 min 61 min 52 min 54 min 51 min 63 min 56 min 59 min 62 min 59 min 65 min 50 min 47 min 79 min 54 min 75 min 74 69 65 57 58 29 25 82 77 68 64 64 31 30 73 63 61 59 55 32 30 82 76 69 61 60 35 35 … Radio … Musik … Podcasts … Hörbücher/-spiele Wer nutzt Audioangebote im Auto? diejenigen mit eigenem Auto: 73 % davon hören ... diejenigen ohne eigenes Auto: 37 % davon hören ... 47 % 82 % 29 % 15 % 39 % 88 % 32 % 24 % 84 % 77 % 27 % 22 % 74 75 69 55 62 26 20 82 78 66 69 69 26 22 65 64 59 68 57 40 36 77 65 60 74 61 39 44 74 68 67 70 63 35 33 74 71 67 73 61 36 38 78 71 66 42 56 20 15 90 87 72 52 67 23 16 gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ berufstätig nicht berufstätig Durchschnittliche Fahrdauer Werktags (Mo.–Fr.) Wochenende (Sa./So.) 33ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung auf längeren privaten Fahrten/Reisen auf dem Weg zum Einkaufen auf dem Weg zu Erledigungen auf dem Weg zur bzw. bei der Arbeit auf dem Weg zu Freizeitaktivitäten (Freundinnen und Freunde treffen, Ausgehen etc.) auf dem Weg zum Sport auf längeren dienstlichen Fahrten Auf welcher Art von Fahrten werden Audioinhalte gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ NUTZUNG VON AUDIO IM AUTO Die Autofahrt ist die wichtigste mobile Nutzungssituation für Audioinhalte, insbesondere Radioinhalte spielen im Auto eine große Rolle. Das klassische Autoradio ist jedoch in vielen Fahrzeugen nicht mehr der einzige Abspielkanal . Die zunehmende Auswahl an Geräten, Plattformen und Angeboten macht die Frage, wie die Nutzerinnen und Nutzer ihre Radiosender oder andere präferierte Audioinhalte im Auto finden können, umso relevanter. 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 2021 83 % 73 % 28 % 24 % Alle Angaben, wenn nicht anders angegeben, in % 34ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Radio Podcasts Hörbücher/-spiele Während wie viel Prozent der Autofahrten wird gehört … Welche Inhalte werden im Auto gehört? Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 82 34 31 82 14 24 Musik aktuelle Nachrichten aus Inland und Ausland Serviceinformationen (Wetter, Verkehr) aktuelle Regional-/ Lokalnachrichten, -infos Politik und Gesellschaft Sport Verbraucher- und Ratgeberinformationen Wissenschaft, Forschung, Technik Freizeitinformationen und Veranstaltungstipps Wirtschaft und Börse Natur und Umwelt Gesundheit Star- und Prominentennews Literatur Kunst und Kultur Religion andere Inhalte Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 82 44 33 40 21 22 12 11 13 11 12 12 10 6 8 4 3 86 49 47 46 27 25 18 16 15 15 13 13 10 8 7 4 1 80 45 34 40 27 32 13 16 13 17 13 12 8 6 8 5 2 84 51 45 42 30 35 21 21 14 19 15 13 8 8 9 4 1 85 43 31 39 14 9 11 5 12 3 11 11 12 6 8 3 3 88 48 50 51 21 12 13 10 16 8 9 13 13 8 6 4 1 77 32 14 26 14 26 5 12 11 13 13 15 14 6 11 6 3 75 40 31 34 26 27 14 16 14 15 13 13 16 7 7 6 2 79 38 33 35 21 22 14 16 16 13 13 14 11 8 11 5 2 84 48 39 39 27 25 16 20 20 19 16 17 10 9 10 4 1 87 54 41 49 23 20 13 7 11 9 10 9 7 5 5 2 3 92 55 62 57 27 25 21 14 12 10 10 9 7 7 6 3 0 82 35 34 80 13 22 82 34 28 85 14 27 73 12 22 81 14 22 87 28 28 86 15 30 INHALTE UND GENRES IM AUTO 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 Alle Angaben in % 80 38 35 74 33 28 50 31 32 29 15 12 5 55 36 33 25 11 8 5 55 36 33 25 11 8 5 41 28 39 40 24 18 6 52 29 36 25 13 6 2 52 41 31 26 10 7 6 64 35 27 14 5 1 3 68 38 31 13 3 2 3 52 35 31 31 16 14 7 56 39 35 27 14 10 6 47 25 33 25 13 10 4 54 32 31 23 8 5 4 39 30 50 28 12 13 9 46 36 39 27 16 10 6 70 38 20 22 7 4 3 festverbautes Radiogerät mit UKW Abspielsysteme für Tonträger (CD-Spieler, USB-Anschluss, Kassettenspieler) Smartphone, das an das Radiogerät/Infotainmentsystem per Kabel angeschlossen ist festverbautes Radiogerät mit DAB+ Android Auto Apple CarPlay Tablet, das an das Radiogerät/Infotainmentsystem per Kabel angeschlossen ist Genutzte Geräte/Abspielwege im Auto Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 40 30 33 42 23 23 9 31 28 41 25 19 17 5 46 30 38 30 22 19 8 50 31 32 29 15 12 5 61 32 23 29 7 4 3 35ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung GERÄTE/ABSPIELWEG UND BEDIENUNG IM AUTO festverbautes Radiogerät mit UKW Abspielsysteme für Tonträger (CD-Spieler, USB-Anschluss, Kassettenspieler) Smartphone, das an das Radiogerät/Infotainmentsystem per Kabel angeschlossen ist festverbautes Radiogerät mit DAB+ Android Auto Apple CarPlay Tablet, das an das Radiogerät/Infotainmentsystem per Kabel angeschlossen ist Genutzte Geräte/Abspielwege nach Autobaujahr Gesamt Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % 45 43 20 31 10 9 6 45 43 20 33 13 11 7 45 43 21 29 6 7 5 38 44 27 37 12 10 9 49 44 12 25 6 5 3 über Knöpfe am Radiogerät/Infotainmentsystem über Knöpfe am Lenkrad über Betätigung eines externen gekoppelten Gerätes (z. B. Smartphone, Tablet, Smart Watch etc.) über Touchscreen am Radiogerät/Infotainmentsystem über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Radiogeräts/Infotainmentsystems über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Smartphones über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Tablets über Knöpfe am Radiogerät/Infotainmentsystem über Knöpfe am Lenkrad über Betätigung eines externen gekoppelten Gerätes (z. B. Smartphone, Tablet, Smart Watch etc.) über Touchscreen am Radiogerät/Infotainmentsystem über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Radiogeräts/Infotainmentsystems über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Smartphones über Spracheingabe bzw. Voice-Control eines Tablets Bevorzugte Bedienweisen im Auto Bevorzugte Bedienweisen nach Autobaujahr Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 48 38 29 36 14 19 8 36ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 49 44 23 29 8 8 4 35 51 20 45 14 12 9 59 33 19 17 4 5 2 Gesamt Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter BEVORZUGTE BEDIENWEISEN IM AUTO 45 43 20 31 10 9 6 Alle Angaben in % 66 30 13 14 19 51 52 20 44 9 66 30 13 14 19 51 52 20 44 9 65 34 14 17 21 55 54 24 44 12 62 45 21 28 33 64 48 30 54 13 66 25 11 11 17 46 51 14 45 7 68 27 8 7 11 53 59 18 49 6 47 30 13 21 20 58 41 16 46 15 75 12 4 2 6 33 56 5 28 5 63 31 15 22 25 54 49 27 47 13 76 29 10 6 14 46 60 15 41 5 Empfang von UKW-Radiosendern (FM/AM) Empfang von DAB+-Radiosendern Empfang von Internet-Radiosendern Apple CarPlay Android Auto Bluetooth Abspielsysteme für Tonträger (CD-Spieler, USB-Stick, Kassettenspieler) Fahrzeughersteller-eigene/Auto-eigene Sprachsteuerung Anschluss von Smartphone und anderen externen Geräten im Auto direkt integrierter Audio-Strea- mingdienst (z. B. Spotify, Deezer, TIDAL) Empfang von UKW-Radiosendern (FM/AM) Empfang von DAB+-Radiosendern Empfang von Internet-Radiosendern Apple CarPlay Android Auto Bluetooth Abspielsysteme für Tonträger (CD-Spieler, USB-Stick, Kassettenspieler) Fahrzeughersteller-eigene/Auto-eigene Sprachsteuerung Anschluss von Smartphone und anderen externen Geräten im Auto direkt integrierter Audio-Strea- mingdienst (z. B. Spotify, Deezer, TIDAL) Funktion des Radiogeräts/ Infotainmentsystems im Auto Funktion des Radiogeräts/ Infotainmentsystems im Auto nach Autobaujahr Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 37ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung RADIONUTZUNG IM AUTO Gesamt Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % SPEZIAL: AUDIO IM AUTO AUFFINDBARKEIT ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 38 % der Befragten gaben an, durch die Radionutzung im Auto neue Sender kennengelernt zu haben; vor allem die 14- bis 29-Jährigen (2022: 48 %) und Besitzer von Autos mit einem Baujahr 2017 und neuer (2022: 42 %) kamen so bereits einmal in Kontakt mit neuen Angeboten. Gleichzeitig gaben auch 39 % der Befragten an, dass sie schon einmal Probleme beim Auffinden eines gesuchten Senders hatten, am häufigsten bei der Nutzung über UKW-Empfang (2022: 59 %) und deutlich seltener über die Empfangswege DAB+ (2022: 23 %) oder Internet-Radio (2022: 12 %). Die häufigsten Gründe dafür liegen nach Angaben der Befragten daran, dass sich der Sender außerhalb des Empfangsgebiets befand (2022: 52 %), der Sender über den gewählten Verbreitungs- weg nicht verfügbar war (2022: 25 %) oder die Senderübersicht fehlte bzw. unübersichtlich war (2022: 23 %). Für eine bessere Auffindbarkeit von Radiosendern wünschen sich die Befragten eine Ausweitung des Empfangsgebiets (2022: 29 %), einen automatischen Senderwechsel, wenn das Empfangsgebiet verlassen wird (2022: 28 %) und eine bessere Anzeige des Sendernamens (2022: 26 %). KEY TAKE-AWAYS Gesamt Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen 50+30–4914–29 14–29 Frauen Gesamt 30–49 50+ Männer Männer Frauen 14–29 14–29 30–49 50+ 30–49 50+ Kennen den Unterschied zwischen UKW, DAB+ und Internetradio Haben neue Radiosender während der Fahrt kennengelernt Hatten schon einmal Schwierigkeiten, einen Radiosender im Auto zu finden Verbreitungsweg, bei dem Schwierigkeiten aufgetreten sind 39ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 38 39 31 35 63 40 38 32 35 40 44 48 47 55 38 39 47 33 36 57 Bj. 2017+ 42 Bj. 2017+ 37 Bj. 2017+ 52 Bj. 2012– 2016 39 Bj. 2012– 2016 47 Bj. 2012– 2016 37 Bj. 2011 und älter Bj. 2011 und älter Bj. 2011 und älter RADIONUTZUNG IM AUTO 59 23 12 62 28 15 56 16 1 44 22 21 55 29 18 68 18 5 UKW DAB+ Internet-Radio Bj. 2017+ 4 3 18 Bj. 2011 und älter 74 10 6 Bj. 2012– 2016 67 15 9 Alle Angaben in % 49 Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Gründe für schwierige Auffindbarkeit von Radiosendern Gründe für schwierige Auffindbarkeit nach Autobaujahr 40ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 52 25 23 15 12 12 9 8 7 50 32 22 16 15 13 10 7 9 54 18 23 14 9 11 7 8 5 44 21 31 22 20 17 13 13 9 46 24 30 19 16 18 9 8 11 62 28 12 9 5 4 6 4 3 außerhalb des Sendegebiets Sender war über ausgewählten Verbreitungsweg nicht abrufbar (UKW, DAB+, Internet-Radio, etc.) Übersicht fehlte/war unübersichtlich Liste zu lang Sortierung des Angebots keine Suchmöglichkeit Namen/Logos des Senders nicht richtig angezeigt keine Möglichkeit, Favoriten zu speichern ungenaue Informationen zum Angebot außerhalb des Sendegebiets Sender war über ausgewählten Verbreitungsweg nicht abrufbar (UKW, DAB+, Internet-Radio, etc.) Übersicht fehlte/war unübersichtlich Liste zu lang Sortierung des Angebots keine Suchmöglichkeit Namen/Logos des Senders nicht richtig angezeigt keine Möglichkeit, Favoriten zu speichern ungenaue Informationen zum Angebot AUFFINDBARKEIT RADIOSENDER 47 27 23 18 18 17 11 8 8 53 25 22 16 9 8 8 6 7 60 23 19 10 7 7 4 10 7 Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Wünsche zur besseren Auffindbarkeit von Radiosendern Wünsche zur besseren Auffindbarkeit nach Autobaujahr 41ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 29 28 26 25 24 20 20 20 20 12 10 8 32 32 27 25 20 25 20 19 20 12 11 10 26 24 24 25 28 15 19 20 20 13 10 6 33 22 18 20 27 19 13 25 20 10 14 6 25 20 26 25 26 21 19 22 21 12 11 13 30 39 29 28 21 20 24 15 19 13 7 5 Ausweitung des Empfangsgebietes automatischer Senderwechsel, wenn Empfangsgebiet verlassen wird bessere Anzeige des Sendernamens Merk- und Speicherfunktion für Sender verbesserte Suchfunktion durch Nameneingabe mehr Sender, die über DAB+ empfangbar sind Festlegen von Standardsender alphabetisch sortierte Listen Frequenzlisten nach Region Sendereinstellung durch Sprach steuerungsfunktion Eingabe der spezifischen Frequenz über Ziffernblock regelmäßigere Durchsage der Frequenz durch Radiosender Ausweitung des Empfangsgebietes automatischer Senderwechsel, wenn Empfangsgebiet verlassen wird bessere Anzeige des Sendernamens Merk- und Speicherfunktion für Sender verbesserte Suchfunktion durch Nameneingabe mehr Sender, die über DAB+ empfangbar sind Festlegen von Standardsender alphabetisch sortierte Listen Frequenzlisten nach Region Sendereinstellung durch Sprach steuerungsfunktion Eingabe der spezifischen Frequenz über Ziffernblock regelmäßigere Durchsage der Frequenz durch Radiosender AUFFINDBARKEIT RADIOSENDER 25 29 24 27 27 24 22 23 18 18 13 10 35 32 30 19 23 23 19 17 22 7 8 6 31 28 24 32 21 9 20 19 21 12 6 8 Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % SPEZIAL: AUDIO IM AUTO SPRACHSTEUERUNG ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Nur 17 % der Befragten nutzt Sprachsteuerung, um Audioinhalte abzurufen; 21 % haben diese zwar ausprobiert, nutzten sie dann aber nicht weiter und 60 % gaben an, diese noch nie genutzt zu haben. 75 % der Nutzerinnen und Nutzer von Sprachsteuerung verwendeten diese auch im Auto, 51 % davon die bereits im Auto vorinstallierte Variante. Sprachsteuerung wird für beinahe alle audio-spezifischen Befehle genutzt. Die Befragten nutzen Sprachsteuerung aus Sicherheitsgründen, da keine manuelle Kontrolle vonnöten ist (2022: 62 %), sich diese einfach und praktisch bedienen lässt (2022: 53 %) sowie die Konzentration weniger beeinträchtigt wird und die Augen auf der Straße bleiben (2022: 46 %). Sprachsteuerung wird nicht genutzt, weil keine entsprechenden Geräte im Auto vorhanden sind (2022: 27 %), eine Vorliebe für haptische Bedienung besteht (2022: 17 %) und man sich nicht mit der Technik auseinandersetzen will (2022: 17 %) 14- bis 29-Jährigen fehlen konkrete Anwendungssituationen für audiospezifische Fragen im Auto (2022: 20 %) und haben das Gefühl, dass sie mit anderen Bedienweisen oft schneller ans Ziel kommen (2022: 22 %). Über alle Altersgruppen hinweg besteht der Wunsch nach einem besseren Erkennen von vereinfachter Sprache (2022: 21 %) und besserer Komptabilität von Sprachsteuerung mit dem Autoradio (2022: 16 %) bzw. dem Smartphone (2022: 14 %). KEY TAKE-AWAYS Nutzung von Sprachsteuerung für Audioinhalte Wo Sprachsteuerung von Nutzerinnen und Nutzern verwendet wird Systeme zur Sprachsteuerung im Auto Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Nutzung ausprobiert, aber nicht weiter genutzt noch nie genutzt 12 19 68 43ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung NUTZUNG VON SPRACHSTEUERUNG Gesamt Gesamt 54 25 22 51 27 28 21 Männer Männer 58 25 17 53 26 29 24 Frauen Frauen 45 25 30 46 30 26 16 14–29 14–29 45 36 18 47 31 29 20 30–49 30–49 56 23 21 47 33 29 22 50+ 50+ 57 18 25 59 17 26 21 im Auto auf dem Smartphone im Auto und auf dem Smartphone integrierte Sprachsteuerung Apple Siri Google Assistant Amazon Alexa Bj. 2017+ Bj. 2017+ 58 22 20 55 32 23 22 55 18 27 51 17 32 22 Bj. 2011 und älter Bj. 2011 und älter 32 42 27 39 23 40 8 Bj. 2012– 2016 Bj. 2012– 2016 17 21 60 20 23 54 13 17 68 22 32 44 23 24 50 10 13 75 Bj. 2017+ 25 29 44 Bj. 2011 und älter 9 10 79 Bj. 2012– 2016 Alle Angaben in % Wofür Sprachsteuerung für Audioinhalte genutzt wird Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 43 38 38 36 22 46 40 41 38 21 38 34 32 32 23 39 39 37 38 24 43 41 39 38 19 49 32 37 32 24 44 42 37 38 20 36 31 38 33 23 60 32 39 32 25 Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Wofür Sprachsteuerung genutzt wird nach Autobaujahr 44ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung NUTZUNG VON SPRACHSTEUERUNG Lautstärke regulieren Audio-Wiedergabe starten/anhalten Umschalten zwischen verschiedenen Audioinhalten Audioinhalte suchen Audio-Eingang einstellen (Radio, Bluetooth, CD, AUX, etc.) Lautstärke regulieren Audio-Wiedergabe starten/anhalten Umschalten zwischen verschiedenen Audioinhalten Audioinhalte suchen Audio-Eingang einstellen (Radio, Bluetooth, CD, AUX, etc.) Alle Angaben in % Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Gründe für Nutzung von Sprachsteuerung im Auto Gründe für Nutzung nach Autobaujahr 45ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 62 53 46 41 28 22 60 54 44 37 32 23 64 52 49 48 21 20 59 40 53 64 18 19 53 57 44 31 34 25 77 56 43 42 25 19 Sicherheit, Hände bleiben am Lenkrad einfach und praktisch zu bedienen beeinträchtigt weniger die Konzentration, Augen bleiben auf der Straße schnell und bequem zu bedienen Gesetzesvorgabe, Smartphone-Nutzung während der Fahrt untersagt Gewohnheit, ich denke gar nicht darüber nach Sicherheit, Hände bleiben am Lenkrad einfach und praktisch zu bedienen beeinträchtigt weniger die Konzentration, Augen bleiben auf der Straße schnell und bequem zu bedienen Gesetzesvorgabe, Smartphone-Nutzung während der Fahrt untersagt Gewohnheit, ich denke gar nicht darüber nach NUTZUNG VON SPRACHSTEUERUNG 61 60 49 34 27 23 69 41 36 48 23 23 66 44 50 73 44 15 Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Gründe für Nicht-Nutzung von Sprachsteuerung im Auto Gründe für Nicht-Nutzung nach Autobaujahr 46ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 27 17 17 15 14 13 12 7 6 5 5 5 25 18 17 16 15 14 15 7 7 5 5 6 30 17 18 13 13 11 10 6 6 6 5 4 22 16 14 22 19 19 20 12 9 6 10 11 21 25 14 16 17 16 11 8 4 5 7 4 33 13 21 11 10 8 10 4 6 5 2 3 keine Geräte vorhanden, die Sprach- steuerung anbieten Vorliebe für haptische Bedienung kein Interesse, sich mit der Technik auseinanderzusetzen benötigt mehr Zeit, um an Ergebnis zu gelangen, als andere Bedienweisen funktioniert nicht gut/Ich erhalte nicht die angegebenen Funktionen umständlich/unpraktisch in der Anwendung keine passende/sinnvolle Anwendungs- situation Datenschutzbedenken generell fehlende Information über Funktions- und Anwendungsweisen fehlende Anleitung/Einführung verbraucht zu viele mobile Daten unangenehme Stimme keine Geräte vorhanden, die Sprach- steuerung anbieten Vorliebe für haptische Bedienung kein Interesse, sich mit der Technik auseinanderzusetzen benötigt mehr Zeit, um an Ergebnis zu gelangen, als andere Bedienweisen funktioniert nicht gut/Ich erhalte nicht die angegebenen Funktionen umständlich/unpraktisch in der Anwendung keine passende/sinnvolle Anwendungs- situation Datenschutzbedenken generell fehlende Information über Funktions- und Anwendungsweisen fehlende Anleitung/Einführung verbraucht zu viele mobile Daten unangenehme Stimme NUTZUNG VON SPRACHSTEUERUNG 13 19 17 19 18 14 14 8 8 7 6 6 26 19 18 15 15 11 13 6 5 4 6 5 46 14 18 10 8 12 9 6 5 3 4 2 Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Alle Angaben in % Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ Wünsche für Sprachsteuerungs- systeme im Auto 47ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 21 16 14 12 11 11 10 10 9 9 9 9 8 8 7 6 23 18 15 14 12 13 10 10 11 9 9 10 9 8 9 9 20 14 14 10 11 9 11 9 8 9 9 7 7 7 5 3 25 15 17 17 12 15 15 16 13 19 11 12 10 10 10 8 23 17 15 14 12 13 11 10 9 8 10 13 9 9 10 8 19 16 12 9 10 9 8 7 8 6 7 4 7 5 5 4 besseres Erkennen vereinfachter Sprachbefehle Kompatibilität mit dem Autoradio verbessern Kompatibilität mit dem Smartphone verbessern bessere Integration von verschiedenen Geräten (Smartphone, Entertainmentsystem, Home-Systeme, etc.) Nachrüstbarkeit in Autos, die keine Sprach- steuerungssysteme haben Anpassung der Sprachsteuerungssysteme auf die jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer besseres Ausblenden von Hintergrundgeräuschen Erweiterung der Spracherkennung für verschiedene Satzstellungen vereinfachte Prozesse, Rückfragen deaktivierbar Erweiterung der Spracherkennung für Dialekte mehr Sparsamkeit von Datenvolumen für die Nutzung mehr Anwendungsmöglichkeiten für Audiofunktionen Datenschutz verbessern/transparenter gestalten Buchstabierfunktion andere Stimmen für Sprachsteuerungssysteme auswählbar differenzierte Nachfragen durch das Sprach- steuerungssystem WÜNSCHE ZUR VERBESSERUNG ZUKÜNFTIGER SPRACHSTEUERUNGS SYSTEME IM AUTO Alle Angaben in % Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter Wünsche für Sprachsteuerungs- systeme nach Autobaujahr 48ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung 28 16 14 14 8 13 10 12 12 9 10 10 7 11 9 9 19 16 19 13 14 11 9 9 11 10 10 8 9 6 6 6 15 17 11 8 14 8 10 7 6 9 6 8 9 4 6 2 WÜNSCHE ZUR VERBESSERUNG ZUKÜNFTIGER SPRACHSTEUERUNGS SYSTEME IM AUTO Alle Angaben in % besseres Erkennen vereinfachter Sprachbefehle Kompatibilität mit dem Autoradio verbessern Kompatibilität mit dem Smartphone verbessern bessere Integration von verschiedenen Geräten (Smartphone, Entertainmentsystem, Home-Systeme, etc.) Nachrüstbarkeit in Autos, die keine Sprach- steuerungssysteme haben Anpassung der Sprachsteuerungssysteme auf die jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer besseres Ausblenden von Hintergrundgeräuschen Erweiterung der Spracherkennung für verschiedene Satzstellungen vereinfachte Prozesse, Rückfragen deaktivierbar Erweiterung der Spracherkennung für Dialekte mehr Sparsamkeit von Datenvolumen für die Nutzung mehr Anwendungsmöglichkeiten für Audiofunktionen Datenschutz verbessern/transparenter gestalten Buchstabierfunktion andere Stimmen für Sprachsteuerungssysteme auswählbar differenzierte Nachfragen durch das Sprach- steuerungssystem SPEZIAL: AUDIO IM AUTO WÜNSCHE ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung Die einfache Auffindbarkeit von Radiosendern bleibt mit 52 % der am weitesten verbreitete Wunsch (2021: 52 %). Neu auf Platz 2 der verbreitetsten Wünsche für die Audionutzung im Auto sind bessere Steuerungs- möglichkeiten von Audio über Knöpfe am Lenkrad; dieser Wunsch wurde 2022 mit 48 % noch einmal deutlich häufiger geäußert (2021: 43 %). An dritter Stelle steht der Wunsch nach einem übersichtlicheren Display, um Audioinhalte besser direkt abspielen zu können (2021: 48 %, 2022: 43 %). Wünsche nach einer Verbesserung der Sprachsteuerung im Auto generell (2021: 27 %, 2022: 33 %) wurden 2022 noch einmal deutlich häufiger genannt, vor allem aber für Auto-Audio-spezifische Fragen (2021: 25 %, 2022: 32 %); besonders die 14- bis 29-Jährigen wünschen sich hier 2022 mehr Anwendungskontexte (2021: 36 %, 2022: 43 %). KEY TAKE-AWAYS 52 48 43 37 34 33 33 30 28 27 26 25 21 18 – 48 40 48 38 32 37 34 32 29 31 31 33 26 20 25 53 51 44 39 33 34 32 33 30 29 29 27 22 20 – 44 50 52 42 49 42 40 39 43 36 38 36 34 30 – 57 47 47 40 35 37 30 32 25 34 28 31 19 18 26 51 43 42 35 35 33 34 27 25 24 21 22 19 15 – 53 53 56 50 48 46 35 41 34 39 38 39 28 26 30 54 54 50 49 44 46 39 39 32 31 32 29 24 22 – 54 33 37 28 18 25 26 20 15 26 18 23 14 10 17 54 41 32 25 18 19 23 19 18 18 14 15 12 9 – einfacheres Auffinden von Radiosendern übersichtlicheres Display, um Audioinhalte besser direkt abspielen zu können Steuerungsmöglichkeiten von Audiogeräten über Knöpfe am Lenkrad bessere Internetverbindung im Auto zum Streaming von Audioinhalten nahtloses Abspielen von Audioinhalten einfacheres Auffinden von spezifischen Inhalten (z. B. über Mediatheken) mehr Information, welche personenbezo- genen Daten über die eigene Audionutzung im Auto gesammelt werden (transparenter Datenschutz) eine Merkfunktion für Audioinhalte im Auto, um Teile der Inhalte für später bzw. in Zukunft zu speichern Anpassung der für den Nutzenden persönlich vorgeschlagenen Audioinhalte an die Fahrsituation bessere Sprachbedienung bessere Schnittstellen (Anmeldung über Fingerabdruck bzw. ein einheitliches Login) Sprachbedienung für spezifische Fragen zur Audionutzung (z. B. Servicehinweise, besondere Funktionen etc.) Möglichkeit zur Interaktion mit Audio- inhalten per Sprache Ausspielung von personalisierter Werbung eine Möglichkeit, die Länge von Audioinhal- ten an die Fahrzeit anzupassen Gesamt Männer Frauen 14–29 30–49 50+ 2022 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 2021 Welche Aspekte sind Ihnen wichtig? 52 43 48 39 33 37 32 32 27 33 29 32 23 19 26 44 48 58 45 40 46 43 44 42 35 40 43 36 28 39 50ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN AUDIONUTZUNG IM AUTO Alle Angaben in % 62 59 60 49 45 44 44 41 35 40 35 36 29 23 – 46 31 29 25 22 24 25 21 19 22 22 21 16 14 17 47 37 28 29 23 24 23 20 22 16 18 15 13 11 – 45 42 45 37 30 39 32 28 22 25 25 29 21 15 24 51 52 46 37 37 36 34 34 30 27 26 26 22 20 – 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 Gesamt Baujahr 2017 und neuer Baujahr 2012–2016 Baujahr 2011 und älter 52 43 48 39 33 37 32 32 27 33 29 32 23 19 26 52 48 43 37 34 33 33 30 28 27 26 25 21 18 – einfacheres Auffinden von Radiosendern übersichtlicheres Display, um Audioinhalte besser direkt abspielen zu können Steuerungsmöglichkeiten von Audiogeräten über Knöpfe am Lenkrad bessere Internetverbindung im Auto zum Streaming von Audioinhalten nahtloses Abspielen von Audioinhalten einfacheres Auffinden von spezifischen Inhalten (z. B. über Mediatheken) mehr Information, welche personenbezo- genen Daten über die eigene Audionutzung im Auto gesammelt werden (transparenter Datenschutz) eine Merkfunktion für Audioinhalte im Auto, um Teile der Inhalte für später bzw. in Zukunft zu speichern Anpassung der für den Nutzenden persönlich vorgeschlagenen Audioinhalte an die Fahrsituation bessere Sprachbedienung bessere Schnittstellen (Anmeldung über Fingerabdruck bzw. ein einheitliches Login) Sprachbedienung für spezifische Fragen zur Audionutzung (z. B. Servicehinweise, besondere Funktionen etc.) Möglichkeit zur Interaktion mit Audio- inhalten per Sprache Ausspielung von personalisierter Werbung eine Möglichkeit, die Länge von Audioinhal- ten an die Fahrzeit anzupassen Wichtige Aspekte nach Autobaujahr 61 51 63 50 41 46 38 42 35 45 37 42 28 25 32 51ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN AUDIONUTZUNG IM AUTO Alle Angaben in % 52 48 43 37 34 33 33 30 28 27 26 25 21 18 – 54 43 47 39 32 36 32 32 27 34 29 32 23 19 26 54 47 44 36 34 34 33 31 29 26 25 24 21 18 – 59 57 62 61 55 59 51 54 48 46 47 48 40 33 48 55 61 56 58 53 55 44 46 42 40 42 39 38 30 – 56 50 54 46 39 44 38 38 31 37 35 38 26 22 31 56 55 48 44 41 41 38 37 32 32 31 29 25 22 – 58 59 58 57 52 56 49 52 38 44 45 46 33 31 43 61 58 57 56 47 56 47 46 37 37 38 32 33 28 – Gesamt Radio Musik Podcasts Hörbücher/-spiele 2022 2022 2022 2022 20222021 2021 2021 2021 2021 Wichtige Aspekte nach Mediengattung 52 43 48 39 33 37 32 32 27 33 29 32 23 19 26 einfacheres Auffinden von Radiosendern übersichtlicheres Display, um Audioinhalte besser direkt abspielen zu können Steuerungsmöglichkeiten von Audiogeräten über Knöpfe am Lenkrad bessere Internetverbindung im Auto zum Streaming von Audioinhalten nahtloses Abspielen von Audioinhalten einfacheres Auffinden von spezifischen Inhalten (z. B. über Mediatheken) mehr Information, welche personenbezo- genen Daten über die eigene Audionutzung im Auto gesammelt werden (transparenter Datenschutz) eine Merkfunktion für Audioinhalte im Auto, um Teile der Inhalte für später bzw. in Zukunft zu speichern Anpassung der für den Nutzenden persönlich vorgeschlagenen Audioinhalte an die Fahrsituation bessere Sprachbedienung bessere Schnittstellen (Anmeldung über Fingerabdruck bzw. ein einheitliches Login) Sprachbedienung für spezifische Fragen zur Audionutzung (z. B. Servicehinweise, besondere Funktionen etc.) Möglichkeit zur Interaktion mit Audio- inhalten per Sprache Ausspielung von personalisierter Werbung eine Möglichkeit, die Länge von Audioinhal- ten an die Fahrzeit anzupassen 52ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung WÜNSCHE AN AUDIONUTZUNG IM AUTO Alle Angaben in % 53ON TRACK – Ergebnisse einer repräsentativen Nutzerbefragung IMPRESSUM Herausgeberin: Landesanstalt für Medien NRW Zollhof 2 40221 Düsseldorf T +49 211 77007-0 F +49 211 727170 info@medienanstalt-nrw.de www.medienanstalt-nrw.de Verantwortlich: Sabrina Nennstiel (Leiterin Kommunikation) Redaktion: Dr. Meike Isenberg (Leiterin Forschung) und Simone Jost-Westendorf (Leiterin Journalismus Lab) Gestaltung: Lüker Schink Designagentur Diese Publikation wird unter der Creative-Commons-Lizenz veröffentlicht (CC BY-SA 4.0). → creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de
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Veranstalter § 49 Datenschutzaufsicht über den privaten Rundfunk und über die LfM § 50 Überwachung des Datenschutzes bei der LfM, Jahresbericht über die gesamte Aufsichtstätigkeit § 51 Unabhängigkeit § 51a Datenschutz bei sonstigen Anbietern von [...] in den durch § 18 Absatz 2 bis 8 bestimmten Bereichen bedarf der Einwilligung der LfM. Hierzu legt der Kabelanlagenbetreiber ein Konzept vor, das von der LfM für verbindlich erklärt werden kann. 31/97 Die LfM erteilt die Einwilligung zum Digitalisierungskonzept [...] - oder Versuchsziels erforderlich ist. Das Nähere regelt die LfM durch Satzung. (2) Die LfM soll von den Veranstaltern und Anbietern in angemessenen zeitlichen Abstän- den einen Erfahrungsbericht über die laufenden Modell- und
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tritt die Hauptsatzung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) vom 2. Juni 2017 (GV. NRW. S. 678), zuletzt geändert durch Satzung vom 29. Juli 2021 (GV. NRW. S. 924), außer Kraft. Düsseldorf, den 18. November 2022 Der Direktor
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Im Interesse der Branche und im Interesse einer vielfältigen Audiolandschaft NRW
(5 oder 6 Regionen mit jeweils 16 Programmplätzen) ausgeschrieben werden. Die LFM NRW verfolgt mit der Ausschreibung des DAB+-Regio- Multiplexes folgende Ziele: Es soll eine möglichst hohe Angebotsvielfalt erreicht werden. Zur Stärkung der lokalen [...] ausgegangen werden, dass für alle Regionen gleichzeitig Übertragungskapazitäten an die LFM NRW zugeordnet werden, die überall von Beginn an eine flächendeckende Versorgung gewährleisten. So wäre eine zeitnahe, flächendeckenden DAB+-Versorgung u.U. nicht in
Coopetition is King!
IS KING Ökonomische Potentiale und medienpolitische Implikationen kooperativer Journalismusplattformen Christian Wellbrock, Frank Lobigs, Lukas Erbrich und Christopher Buschow Coopetition is King 32 INHALT 4 Executive Summary 6 1. Einleitung 10 2. Grundlagen 14 3. Generelle Umsatzpotentiale 20 4. Markteffekte einer Journalismusplattform und Implikationen für die aktuelle Debatte zur Journalismusförderung 21 4.1 Hebeleffekte einer Journalismusplattform 27 4.2 Implikationen für die aktuelle Debatte zur Journalismusförderung 32 5. Ausblick 36 Anhang zum methodischen Vorgehen 44 Literaturverzeichnis Landesanstalt für Medien NRW EXECUTIVE SUMMARY Die vorliegende Studie geht der Fragestellung nach, wie sich eine anbieterüber- greifende, abonnementbasierte Plattform für den digitalen Journalismus, also eine Art Spotify im Journalismus, auf die Umsätze der Anbieter journalistischer Inhalte und die Abonnements im Digitaljournalismus in Deutschland auswirken würde. Auf Basis drei sich ergänzender Schätzmethoden für Zahlungsbereitschaft, die in zwei Repräsentativbefragungen der deutschen Online-Bevölkerung mit ins- gesamt 8.000 Teilnehmenden angewandt wurden, gelangt das Whitepaper zu den folgenden Schlüsselbefunden: (1) Durch eine anbieterübergreifende, abonnement- basierte Journalismusplattform würden sich die Präferenzen und Zahlungsbereitschaften wesent- licher Teile der Mediennutzerinnen und -nutzer angleichen. Gegenüber den Einzelangeboten von Verlagen könnte eine Plattform demnach selbst bei konservativer Schätzung zu geringeren umsatzoptimalen Preisen (ca. zehn Euro pro Monat) im Vergleich zu den bestehenden Produkten am Markt, zu einer deutlichen Markterweiterung im Bereich der digitalen Abonnementverkäufe um bis zu 40 Prozent, in der Folge dieses Markterweiterungseffekts zu höheren Branchenumsätzen im Digitalmarkt und durch die Ansprache breiterer Bevölkerungs- schichten zu einer größeren publizistischen Vielfalt führen. (2) Die kaufentscheidenden Produkteigenschaften für den Abschluss eines digitaljournalistischen Abonnements sind laut dieser Studie der Preis (je niedriger, desto attraktiver), das Format (eine Kombination aus Website, App und E-Paper wird am meisten geschätzt) sowie der Umfang der Inhalte (die Bündelung verschie- dener Inhalte wird präferiert). Ob der Zugriff zentral (etwa über eine gemeinsame App) oder dezentral (z. B. über eine Login-Alli- anz) erfolgt, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Die Tatsache, dass eine Plattform diese Produkt- eigenschaften in höherem Maße erfüllen kann als ein Einzelprodukt eines Verlags, unterstreicht die Attraktivität von Plattformmodellen für die Nutze- rinnen und Nutzer. (3) Der Markterweiterungseffekt betrifft alle Bevölkerungsschichten weitgehend gleichmäßig. Daher besteht das Potential, mit einer anbieterübergreifenden Journalismusplatt- form auch diejenigen Bevölkerungssegmente zu erreichen, die sich aktuell vom Journalismus abzuwenden drohen (niedrige formale Bildung, wenig Interesse an Politik, geringes Einkommen). wirkt den Verengungstendenzen entgegen, jour- nalistische Inhalte thematisch auf zahlungskräfti- ge Nischenzielgruppen auszurichten. ist nicht allein durch einen geringeren (umsatzop- timalen) Preis, sondern auch durch den nutzersei- tigen Wunsch nach einer anbieterübergreifenden Bündelung journalistischer Inhalte begründet. Die folgenden Handlungsorientierungen sind für die Medienbranche, die Medienregulierung und -politik sowie für die Forschung von zentraler Bedeutung: ● Die Befunde der Studie unterstreichen, dass eine „Coopetition“-Strategie für Medienanbieter einen auch ökonomisch vielversprechenden Weg darstellen kann, globalen Technologie-Konzernen mit der gebündelten Schlagkraft eines nationalen Medienmarktes entgegenzutreten. Die staatsfern organisierte Medienregulierung ist aufgerufen, mittels unterschiedlich gelagerter Maßnahmen wie der Förderung oder Entwicklung offener Infrastrukturen die Kooperationsbereit- schaft der Branche zu steigern. Die Medienpolitik kann auf Basis der vorgelegten Ergebnisse evidenzbasierte Entscheidungen für oder gegen einzelne Förderstrategien des Journa- lismus treffen. Hierbei bedarf es einer näheren wissenschaftli- chen Untersuchung von Verteilungs- und Aus- schüttungsmechanismen sowie operationalisier- barer Kriterien für journalistische Qualität. 54 Landesanstalt für Medien NRWCoopetition is King Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 76 1. EINLEITUNG In den letzten Jahren haben sich neuartige Medienangebote wie Spoti- fy im Musikmarkt und Netflix im Videobereich zu den wichtigsten An- laufpunkten der Mediennutzung entwickelt. Ihr Kerngeschäft besteht darin, Medieninhalte verschiedener Produzenten zu einem anbieter- übergreifenden Gesamtpaket zu bündeln und den Nutzerinnen und Nutzern in Form eines gemeinsamen Abonnements anzubieten, in der Regel zu einem monatlichen Festpreis („Flatrate“-Konditionen). Überraschenderweise existieren vergleichbare Angebote im deut- schen Journalismus bislang nur in Marktnischen. Noch dazu bieten sie ihren Nutzerinnen und Nutzern kaum tagesaktuelle Nachrichten- inhalte oder laufende Berichterstattung aus Leitmedien an. Dies wäre so, als hätte die Audiostreaming-Plattform Spotify nur einzelne Gen- res und Nischenmusik im Angebot, aber keinerlei Superstar-Künstler. Allerdings verweisen medienökonomische Untersuchungen sowie Befragungen von Mediennutzerinnen und -nutzern auf das ausge- prägte Potential einer anbieterübergreifenden, abonnementbasierten Plattform, sowohl die Umsätze im digitalen Journalismus als auch dessen gesellschaftliche Verbreitung und die publizistische Vielfalt zu steigern. Dies sind wesentliche Voraussetzungen, um aussichtsrei- che Perspektiven für den digitalen Journalismus und seine künftige Geschäftstätigkeit zu eröffnen. Vor diesem Hintergrund könnte eine Journalismusplattform einen zentralen Baustein einer digital-trans- formierten, neuen Medienordnung in der Bundesrepublik bilden. Die deutschen Tageszeitungen meldeten für ihre digitalen Angebote im Jahr 2021 erstmals mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Die Erhe- bung des Bundesverbands der Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) 1 zeigt jedoch, dass ein wesentlicher Teil dieser Umsätze aus nicht-journalistischen, kerngeschäftsfremden Unternehmensberei- chen stammt. Nach wie vor entfallen zudem große Teile der digitalen Erlöse auf das Online-Werbegeschäft und nicht etwa auf Paid-Content- Angebote. Erstaunlich ist auch der hohe Anteil von E-Paper-Abonne- ments, die rund ein Drittel der digitalen Vertriebsumsätze ausmachen und die von den Verlagen selbst zumeist nicht dem Online-Bereich, sondern dem klassischen Zeitungsgeschäft zugerechnet werden. Es zeigt sich dabei, dass die Zuwächse bei den E-Papern die andau- ernden Verluste im Bereich der Druckauflage nicht kompensieren können. 2 Die Einnahmen aus Web-Abos, Bezahl-Apps, Plus-Angeboten und ähnlichen nutzerseitigen Paid-Content-Angeboten liegen hingegen bei unter 20 Prozent der vom BDZV aufgeführten Digitalumsätze. Wie der Fachdienst Medieninsider 3 in einer Analyse der Auflagenkontrolle der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) für August 2022 gezeigt hat, stammen bei den dort ausgewiesenen Regionaltiteln oftmals mehr als 90 Prozent der Digitalabonnements aus sogenannten „Kombi-Deals“ für die Zeitungs- Abonnentinnen und -Abonnenten. Werden E-Paper- und digitale Abon- nements zusammengefasst, so erlösen die digitaljournalistischen Angebote der deutschen Tageszeitungsverlage rund 500 Millionen Euro, also etwa die Hälfte ihrer Digitalumsätze. Inklusive der Zeitschriftenverlage schätzt der Branchendienst pv digest die Paid-Content-Umsätze auf 880 Millionen Euro im Jahr 2021, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die tatsächlichen Paywall-Umsätze der Zeitungsverlage beziffert pv digest dabei auf knapp unter 100 Millionen Euro. 4 Alles in allem – und insbesondere im Vergleich zu den Vertriebsum- sätzen von Printprodukten – verbleiben die digitalen Paid-Content- Umsätze im deutschen Journalismus demnach auf einem vergleichs- weise unterentwickelten Niveau. Dieser Befund wird auch durch nutzerseitige Studien gestützt, die zwar eine leicht steigende, aber insgesamt weiterhin nur gering ausgeprägte Bereitschaft, für digita- len Journalismus zu bezahlen, belegen. Das zeigt etwa die jährliche Befragungsstudie des Leibniz-Instituts für Medienforschung/Hans- Bredow-Institut im Rahmen des international komparativen Reuters Institute Digital News Report. 5 Mit der Umstellung auf Paid-Content-Geschäftsmodelle am deutschen Markt kann zudem eine potentiell riskante Entwicklungsdynamik in Gang gesetzt werden, die aus den USA bekannt ist und die gesell- 1 – Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (Hrsg.) (2022). Zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Zei- tungen 2022. Branchenbeitrag, unter: → www.bdzv.de/fileadmin/ content/7_Alle_Themen/Markt- daten/2022/Branchenbeitrag_2022/ BZDV_Branchenbeitrag2022_v2.pdf 2 – Dies ergibt sich aus den laufenden Jahresauflagen des BDZV in der Markt- datenreihe „Zur wirtschaftlichen Lage der deutschen Zeitungen“ (insbesondere für die Jahre 2019 bis 2022). 3 – Dusch, K. (2022, September). Paid- Content-IVW im August: Jedes zweite Bild Plus-Abo liegt unter zwei Euro. Medien- insider, unter: → medieninsider.com/paid- content-ivw-im-august-jedes-zwei- te-bild-plus-abo-liegt-unter-zwei- euro/12637/ 4 – pv digest (2022). Paid Content-Umsät- ze in Deutschland wachsen auf 881 Mio €. Ein Jahr des Übergangs?! pvd (PV digest) (1): 20–24. 5 – Hölig, S., Behre, J. & Schulz, W. (2022). Reuters Institute Digital News Report. Ergebnisse für Deutschland. Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 63. www.bdzv.de/fileadmin/content/7_Alle_Themen/Marktdaten/2022/Branchenbeitrag_2022/BZDV_Branchenbeitrag2022_v2.pdf www.bdzv.de/fileadmin/content/7_Alle_Themen/Marktdaten/2022/Branchenbeitrag_2022/BZDV_Branchenbeitrag2022_v2.pdf www.bdzv.de/fileadmin/content/7_Alle_Themen/Marktdaten/2022/Branchenbeitrag_2022/BZDV_Branchenbeitrag2022_v2.pdf www.bdzv.de/fileadmin/content/7_Alle_Themen/Marktdaten/2022/Branchenbeitrag_2022/BZDV_Branchenbeitrag2022_v2.pdf medieninsider.com/paid-content-ivw-im-august-jedes-zweite-bild-plus-abo-liegt-unter-zwei-euro/12637/ medieninsider.com/paid-content-ivw-im-august-jedes-zweite-bild-plus-abo-liegt-unter-zwei-euro/12637/ medieninsider.com/paid-content-ivw-im-august-jedes-zweite-bild-plus-abo-liegt-unter-zwei-euro/12637/ medieninsider.com/paid-content-ivw-im-august-jedes-zweite-bild-plus-abo-liegt-unter-zwei-euro/12637/ Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 98 schaftliche Verbreitung des Journalismus betrifft. Wenn, wie die Forschung zeigt 6, die durchschnittliche Zahl an journalistischen Abonnements pro Person gering ausfällt, wird die wachsende Ausbreitung von Paywalls zunehmend mehr Menschen von Nachrichten ausschließen. In der Folge kann die wahrgenommene Angebotsvielfalt deutlich sinken. Erfolgt die Finanzierung von Nachrichtenangeboten primär durch zahlende Nutzerinnen und Nutzer, steigt nicht zuletzt die Gefahr, dass sich die Anbieter journalistischer Inhalte stärker auf jene Zielgruppen ausrichten, die sich für sie monetär am lukrativsten gestal- ten. Für die USA hat die Journalismusforscherin Nikki Usher in ihrem Buch „News for the rich, white, and blue“7 eindrücklich darauf hingewiesen, dass die Berichterstattung infolge des Aufkommens von Paywalls tendenziell auf Themen für ein kaufkräftiges, wei- ßes und liberales Publikum umgestellt wird – zulasten solcher Themen, die bei diesen Zielgruppen von geringerem Interesse sind, aber dennoch hohe gesellschaftliche Rele- vanz aufweisen. Für Deutschland zeigen erste Untersuchungen,8 dass die Fokussierung auf den Verkauf von Digitalabonnements zu einer datenanalytisch getriebenen redaktio- nellen Themenselektion führt, die auf spezifische Nischenzielgruppen optimiert wird. Vor diesem Hintergrund geht das vorliegende Whitepaper auf Grundlage empirischer Forschung der Frage nach, wie sich eine anbieterübergreifende, abonnementbasierte Plattform im digitalen Journalismus (gegenüber Abonnements jedes einzelnen Ver- lagsangebots) einerseits auf die Umsätze und andererseits auf die Zahl der Menschen auswirken würde, die (erneut oder erstmalig) ein journalistisches Angebot abonnieren. Insbesondere zwei Potentiale werden mit einer neuartigen Journalismusplattform ver- bunden und sollen in dieser Studie empirisch untersucht werden: 6 – ebd. 7 – Usher, N. (2021). News for the rich, white, and blue: How place and power distort American journalism. Columbia University Press. 8 – U. a. Hoffmann, S. (2021). Die Plus- Transformation. Wie der Pivot to Paid Content die redaktionelle Struktur und die journalistische Selektion verändert. Eine qualitative Analyse des Paywall-Manage- ments deutscher Verlage. Masterarbeit an der Technischen Universität Dortmund. (1) das Umsatzpotential einer solchen Plattform, d. h. die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit am Markt für journalistische Abonnement-Angebote, sowie (2) das Reichweiten- bzw. Abonnementpotential als Maß für die gesellschaftlich-publizistische Marktleistung, wobei neben dem Verbreitungsgrad der Abonnements in der Gesamtbevölkerung auch der Versorgungsgrad spezifischer Teilgruppen der Gesell- schaft (z. B. solche, die gegenwärtig schwierig mit journalisti- schen Angeboten zu erreichen sind) untersucht werden soll. Ziel der vorliegenden Studie ist es, belastbare Schätzungen der Umsatz- und Abonnementpotentiale verschiedener Varianten einer anbieterübergreifenden, abonnementbasierten Journalismusplatt- form am deutschen Markt zu ermitteln. Die empirischen Erkennt- nisse sollen einen Beitrag zur evidenzbasierten Diskussion über Plattformmodelle im Journalismus leisten. Derzeit erkennen viele Verlage noch kein ausreichendes kommerzi- elles Potential in der neuartigen Produktform. Ihre vorherrschende Skepsis und Ablehnung zeigt sich etwa darin, dass aktuell kaum über- regionale Leitmedien auf bestehenden Plattformen vertreten sind.9 Die mangelnde Kooperationsbereitschaft unter den Anbietern gilt als eine wesentliche Ursache dafür, dass Plattformmodelle im Journa- lismus bislang nicht in die Konsumentenmehrheit vorgedrungen sind. Auch die möglichen gesellschaftlichen Effekte einer Journa- lismusplattform, die die Reichweite des digitalen Journalismus in der Gesamtbevölkerung betreffen, werden kaum in Rechnung gestellt. Auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse kann diese Diskussion nunmehr erstmals auf Basis empirischer Befunde geführt werden und es lassen sich entsprechende Implikationen für Medienwirt- schaft, -regulierung und -forschung ableiten. Die empirischen Schätzungen ermöglichen es Verlagen und weiteren Anbietern journalistischer Inhalte wie Start-ups und Neugründungen, die Marktchancen einer Plattform und die Opportunitätskosten, d. h. die ggf. entgangenen Gewinne, besser zu bewerten. Für Medien- politik und -regulierung ergeben sich Vorschläge für die Konzeption medien- und ordnungspolitischer Instrumente, die eine zielführende Förderung des digitalen Journalismus unter Wahrung der unerläss- lichen Staatsferne ermöglichen können. Diese lassen sich in Relation zu alternativen Fördervorschlägen setzen, z. B. zu einer Zustell- förderung für gedruckte Presseprodukte, wie sie gegenwärtig mit Nachdruck von Verlagsseite gefordert wird. 9 – Weber, J., Steffl, J. & Buschow, C. (2021). Plattformen für digitalen Journa- lismus in Deutschland: Eine Bestandsauf- nahme und Typologie der Angebote am Markt. MedienWirtschaft, 18(2), 20-33. Coopetition is King 10 Landesanstalt für Medien NRW 2. GRUNDLAGEN In Branchendiskussionen ist es üblich geworden, eine anbieterübergreifende, abonne- mentbasierte Plattform für journalistische Inhalte als ein „Spotify für Journalismus” zu bezeichnen. Dieses Spotify-Modell, das idealtypisch nahezu alle regionalen wie auch überregionalen Inhalte des deutschen Journalismus vereinen und in zahlreichen digita- len Formaten zu einem einheitlichen monatlichen Abonnementpreis verfügbar machen würde, ist jedoch nur eine von mehreren denkbaren Ausgestaltungsmöglichkeiten. Vielmehr wären zahlreiche Varianten einer Journalismusplattform möglich, die sich entlang maßgeblicher Produkteigenschaften wie dem Umfang der Inhalte, dem Format und der Zugriffsform unterscheiden lassen: (1) Der Umfang der Inhalte bezeichnet die Bündelgröße, die eine Plattform zur Verfügung stellt: Beispielsweise denkbar sind neben dem eingangs skizzierten Spotify-Modell als „Super-Plattform” auch eine lokaljournalistisch spezialisierte Plattform mit allen deutschen Regionalmedien oder die Kombination aus nur einem Regionalmedium und einem überregionalen Angebot. (2) Das Format beschreibt die Darreichungsform, in der journalistische Inhalte den Nutzerinnen und Nutzern präsentiert werden. Inhalte können u. a. über eine Website, eine App, als E-Paper oder als Kombination all dieser Darreichungsfor- men angeboten werden. (3) Der Zugriff auf die Inhalte kann in einem Plattformmodell entweder zentral oder dezentral stattfinden. Zentraler Zugriff bedeutet, dass die Inhalte mehrerer Anbieter gebündelt an einem Ort (z. B. in einer App) angesteuert werden. De- zentraler Zugriff meint hingegen, dass die Inhalte der journalistischen Anbieter in den jeweiligen Markenumfeldern verbleiben, d. h. jeweils über die Apps oder Webseiten der einzelnen Verlage genutzt werden. Hier wären eine „Single-Sign- On”-Lösung (wie z. B. die in der Schweiz bereits etablierte „OneLog”-Allianz und die in Österreich geplante Plattform „MediaKey”) oder eine Login-Allianz möglich, in der die Nutzerinnen und Nutzer mit nur einem Abonnement durch die jeweils verlagseigenen Paywalls der einzelnen Anbieter geleitet werden. Diese zentralen Eigenschaften einer Journalismusplattform wurden im Rahmen der vorliegenden Studie empirisch untersucht. So wurde geprüft, welches Modell die potentiellen Nutzerinnen und Nutzer am meisten schätzen würden, welchen Umfang der Inhalte und welches Format sie präferieren und ob Zentralität oder vielmehr Dezentrali- tät gewünscht wären. Das vorliegende Whitepaper zeigt demnach auf, welches Szenario einer anbieterübergreifenden, abonnementbasierten Plattform sich im Journalismus als wirtschaftlich und publizistisch erfolgversprechend erweisen dürfte. Gleichwohl konnten in der vorliegenden Studie aus Gründen der Praktikabilität nicht sämtliche denkbaren Konfigurationsmöglichkeiten einer Journalismusplattform berück- sichtigt werden. So wurde nicht untersucht, welche Betreiber (z. B. privatwirtschaftliche Unternehmen, öffentlich-rechtliche Anstalten) die Nutzerinnen und Nutzer präferieren würden oder wie die konkrete Plattformumgebung ausgestaltet sein sollte (z. B. Wunsch nach Personalisierung, Einsatz von Empfehlungsalgorithmen oder Suchfunktionen). Anmerkungen zum methodischen Vorgehen Insgesamt wurden in der empirischen Studie elf unterschiedliche Szenarien eines journalis- tischen Abonnementprodukts untersucht, wobei zu jedem Szenario zwischen 500 und 1.500 Personen durch den Panel-Dienstleister bilendi & respondi befragt wurden. Diese wurden nach zentralen Merkmalen quotiert (u. a. Alter, Geschlecht und Bildungsabschluss), um Repräsentativität für die deutsche Online-Bevölkerung zu erreichen. Drei der Szenarien, die den Befragten präsentiert wurden, waren Einzelprodukte nur eines Verlags: regionales Printabonnement eines Verlags regionales, websitebasiertes Digitalabonnement eines Verlags überregionales, websitebasiertes Digitalabonnement eines Verlags 11 Landesanstalt für Medien NRW 12 Merkmale Variante Umfang der Inhalte: regional Format: Website Zugriff: dezentral anbieterübergreifendes, websitebasiertes Digitalabonnement mit regionalen Inhalten und dezentralem Zugriff überregional Website dezentral anbieterübergreifendes, websitebasiertes Digitalabonnement mit überregionalen Inhalten und dezentralem Zugriff regional und überregional Website dezentral anbieterübergreifendes, websitebasiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie dezentralem Zugriff regional und überregional App zentral anbieterübergreifendes, websitebasiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional E-Paper zentral anbieterübergreifendes, appbasiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional Audio-Inhalte zentral anbieterübergreifendes E-Paper-Abo mit regionalen und überre- gionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional Website + App + E-Paper zentral anbieterübergreifendes Abo mit regionalen und überregionalen Audio-Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional Website zentral anbieterübergreifendes, multimediales (Website, App und E- Paper) Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff („Spotify für Journalismus”) Die acht weiteren Szenarien umfassten anbieterübergreifende, abonnementbasierte Plattformmodelle, die sich entlang der oben skizzierten Produkteigenschaften zu Umfang der Inhalte, Format und Zugriff unterschieden: Zur Untersuchung der Zahlungsbereitschaft der Befragten für die illustrierten Szenarien wurden drei sich ergänzende State-of-the-art-Methoden der empirischen Marktforschung herangezogen. Hierbei handelte es sich konkret um das Van Westendorp Price Sensitivity Meter mit der Newton-Miller-Smith-Erweiterung (PSM-NMS) und die Gabor-Granger-Me- thode (GGM) mit 6.500 Befragten, sowie um eine Choice-Based-Conjoint-Analyse (CBC) mit weiteren 1.500 Befragten (jeweils quotierte Repräsentativbefragungen der deutschen Online-Bevölkerung durch bilendi & respondi). Die Schätzmethoden PSM-NMS und GGM fußen auf direkten Befragungen von Nutzerinnen und Nutzern. Beide Methoden fragen aus Gründen der methodischen Validität (quasi-experimentelles Befragungsdesign) in jeder repräsentativen Befragungsgruppe jeweils nur ein Produkt ab. Mögliche Substitutionseffekte und die potentielle Wettbewerbssituation bleiben daher unberücksichtigt. Die CBC, die den Probandinnen und Probanden wiederholt verschiedene journalistische Produktvarianten zur Auswahl anbot, modelliert hingegen eine möglichst reale Kaufentscheidungssituation unter Berücksichtigung des tatsächlichen Wettbewerbs einer Plattform mit digitalen Einzelproduk- ten. PSM-NMS stellt die vermeintlich konservativste Schätzung dar, während die Ergeb- nisse der CBC die realistischsten Schätzungen erzielen sollten. Insgesamt wurden über alle Methoden hinweg 8.000 Personen befragt. Die Verknüpfung mehrerer Forschungsmethoden stützt die Robustheit der Datenerhebung dadurch, dass alle Ansätze unabhängig voneinander dieselben Tendenzen anzeigen. Dennoch bestehen spezifische methodische Einschränkungen. Im Vergleich zu den aktuell berichteten Marktdaten überschätzen die in dieser Studie herangezogenen Methoden grund- sätzlich die absolute Höhe der Umsatzzahlen digitaljournalistischer Produkte. Da die Verzer- rungen jedoch für alle Gruppen, abgefragten Szenarien und Produkteigenschaften in einem ähnlichen Ausmaß vorliegen sollten, werden vor allem die relativen Unterschiede zwischen den Schätzungen zu aktuell bestehenden Produkten einerseits und den Plattformmodellen andererseits betrachtet. Die Belastbarkeit der Methoden ist auch dadurch eingeschränkt, dass teils hypothetische Produkte untersucht werden, die noch nicht am Markt existieren, weshalb die Befragten nicht mit einer echten Kaufsituation konfrontiert werden konnten. Die hier durchgeführten Befragungen haben schließlich den Nachteil, dass Probandinnen und Probanden den Eindruck erhalten könnten, durch die Angabe einer geringeren Zah- lungsbereitschaft in der Befragung höhere Preise in der Praxis strategisch zu verhindern. Die beiden letztgenannten Verzerrungen sollten in der CBC geringer ausfallen, da sich die Entscheidungssituation dort realitätsnaher und weniger hypothetisch gestaltet. Trotz dieser Limitationen können die verwendeten State-of-the-art-Methoden als die am besten geeigne- ten Schätzverfahren für die Ziele des vorliegenden Whitepapers gelten. 10 10 – Eine detaillierte Darstellung des wis- senschaftlichen Vorgehens dieser Studie ist im Anhang dokumentiert. 13 Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 14 Coopetition is King 3. GENERELLE UMSATZPOTENTIALE Um die Umsatz- und Reichweitenpotentiale einer anbieterübergreifenden, abonnement- basierten Plattform im deutschen Journalismus möglichst robust zu schätzen, wurden drei korrespondierende wissenschaftliche Methoden (PSM-NMS, GGM und CBC) → Siehe S. 13 verwendet, die sich für die Bestimmung von Zahlungsbereitschaften etabliert haben. Die Ergebnisse der drei verwendeten Schätzmethoden weisen im Wesentlichen vergleichbare Tendenzen auf, was für Stabilität und Kongruenz in den Befunden spricht. Gleichwohl unterscheiden sich die jeweils ermittelten Werte in ihrem Maßstab als Folge der unter- schiedlichen Messverfahren und ihrer jeweils inhärenten Unschärfen. Die PSM-NMS-Methode schätzt die geringsten Umsatzpotentiale aller verwendeten Me- thoden. So liegt das maximale Umsatzpotential für ein umfassendes „Spotify für Journa- lismus”-Modell bei einem umsatzoptimalen Preis zwischen 15 und 20 Euro bei rund 105 Mio. Euro pro Monat. Das bedeutet, dass mit diesem Preis der maximale Umsatz erzielt werden kann. Wird mittels der GGM geschätzt, ergibt sich bei einem optimalen Preis von 14,95 Euro ein Umsatzpotential in Höhe von ungefähr 145 Mio. Euro monatlich. Die Marktsimulation mittels der CBC11 schätzt das maximale Umsatzpotential schließlich bei einem optimalen Preis von 9,95 Euro auf rund 196 Mio. Euro pro Monat. Abbildung 1 fasst die Ergebnisse zum Umsatzpotential sowie den Anteil der deutschen Online-Bevölkerung von 14 bis 69 Jahren (für PSM-NMS und GGM) bzw. von 16 bis 69 Jahren (für die CBC) zusammen, der sich zu den entsprechenden Preisen für ein Abonnement eines umfassenden „Spotify für Journalismus” entscheiden würde. 11 – Hierfür mussten Annahmen bezüglich der Preise bestehender Produkte getroffen werden. Diese Annahmen auf Basis aktueller Marktdaten des BDZV sind: – alle digitalen Produkte ohne E-Paper: 14,95 € – alle digitalen Produkte mit E-Paper: 29,95 € – regionales Abonnement eines gedruckten Presseprodukts: 39,95 € überregionales Abonnement eines gedruckten Pressepro- dukts: 59,95 € Abb. 1: Schätzungen der Umsatzpotentiale und Kaufanteile für ein „Spotify für Journalismus” 15 Mithilfe der CBC kann ermittelt werden, welche Eigenschaften journalistischer Produkte die Befragten am meisten wertschätzen. Wie in der Marktforschung häufig der Fall, hat auch hier der Preis die relativ größte Bedeutung bei der Entscheidung für oder gegen eine der Varianten. Diesem folgen das Format (d. h. die Darreichungsform, in der die journa- listischen Inhalte den Nutzerinnen und Nutzern präsentiert werden) und der Umfang der Inhalte (vgl. Abbildung 2). Der Zugriff, ob zentralisiert an einem Ort oder dezentral (z.B. über eine Login-Allianz), hat für die Nutzerinnen und Nutzer nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung. MARKTPOTENTIAL „SPOTIFY FÜR JOURNALISMUS“ (CBC, GGM UND PSM-NMS) 200.000.000 € 160.000.000 € 140.000.000 € 120.000.000 € 100.000.000 € 80.000.000 € 60.000.000 € 40.000.000 € 20.000.000 € 0 € 180.000.000 € 50 % 40 % 35 % 30 % 25 % 20 % 15 % 10 % 5 % 0 % 45 % 29,95 €19,95 €14,95 €9,95 €4,95 € 24,95 € Umsatzpotential CBC Umsatzpotential GGM Umsatzpotential PSM-NMS Kaufanteil CBC Kaufanteil GGM Kaufanteil PSM-NMS Landesanstalt für Medien NRW 1716 Abb. 2: Relative Wichtigkeit verschiedener Produkteigenschaften journalistischer Zahlprodukte W IC HT IG KE IT DE R EI GE NS CH AF TE N PREIS 47,12 % FORMAT UMFANG DER INHALTE ZUGRIFF 28,15 % 20,78 % 3,95 % 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Abb. 3: Teilnutzenwerte für Ausprägungen der Eigenschaft „Umfang der Inhalte” -30 -20 -10 0 10 20 30 40 TE IL NU TZ EN W ER TE D ER EI GE N- SC HA FT „ UM FA NG D ER IN HA LT E“ EINE ÜBERREGIONALE ZEITUNG/MAGAZIN 0,54 -21,92 -23,31 EINE REGIONALZEITUNG ALLE REGIONALZEITUNGEN ALLE ÜBERREGIONALEN ZEITUNGEN/MAGAZINE 2,73 EINE ÜBERREGIONALE ZEITUNG/ MAGAZIN + EINE REGIONALZEITUNG ALLE ÜBERREGIONALEN ZEITUNGEN/ MAGAZINE & ALLE REGIONALZEITUNGEN 11,45 30,51 Wie erwartet, zeigt eine nähere Betrachtung des Bündelumfangs, dass die Kombination aus sämtlichen regionalen und überregio- nalen Inhalten – d. h. eine Art „Spotify-Modell“ – für die Befragten den größten Nutzen repräsentiert (vgl. Abbildung 3). Außerdem wird deutlich, dass bereits jede Kombination von mindestens zwei journalistischen Angeboten den erwarteten Nutzen der Konsumen- tinnen und Konsumenten deutlich erhöht. Produktbündel erzielen demnach grundsätzlich einen höheren Nutzen als journalistische Einzelprodukte. 12 – Hölig, S., Behre, J. & Schulz, W. (2022). Reuters Institute Digital News Report. Ergebnisse für Deutschland. Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts | Projektergebnisse Nr. 63. Der Einfluss des Umfangs der Inhalte auf die Wertschätzung für journalistische Produkte spiegelt sich schließlich auch im Vergleich der mittels PSM-NMS und GGM geschätzten Zahlungsbereitschaften für verschiedene Produktvarianten wider. So liegen die geschätzten Höchstumsätze, die mit den regulären website-basierten Digitalabon- nements einzelner Regionalzeitungen zu erzielen wären, bei rund 94 Mio. (GGM) bzw. 75 Mio. Euro (PSM-NMS) monatlich (vgl. Tabelle 1). Mit einer anbieterübergreifenden (dezentralen und websitebasierten) Plattform aller Regionalzeitungen hingegen ließen sich schätzungs- weise 111 Mio. (GGM) bzw. 92 Mio. Euro (PSM-NMS) im Monat erlösen, wobei durchschnittlich acht (GGM) bzw. sieben Prozent (PSM-NMS) der Online-Bevölkerung ein monatliches Abonnement zu umsatzmaximie- renden Preisen abschließen würden. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass der Anteil derjenigen, die mehr als ein regionaljournalistisches Angebot abonniert haben, verschwindend gering ist.12 Durch ein gebün- deltes Plattformprodukt würden entsprechend kaum Mehrfachabonnen- tinnen und -abonnenten wegfallen. Eine anbieterübergreifende Platt- form hätte daher das Potential, die mit dem Digitalvertrieb erzielten Umsätze für die Branche maßgeblich zu steigern. Landesanstalt für Medien NRWCoopetition is King Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 191818 Produkt regionales Einzelabo Methode/Eigenschaften GGM PSM-NMS relative Umsatzsteigerung im Vergleich zum Einzelabonnement regionale Plattform überregionales Einzelabo überregionale Plattform Website Website dezentral Website Website dezentral 93.6 Mio. € 111 Mio. € 92.3 Mio. € 113 Mio. € 74.7 Mio € 91.9 Mio. € 61.2 Mio. € 76.2 Mio. € +19 % (GGM) +23 % (PSM- NMS) +22 % (GGM) +25 % (PSM- NMS) Im Bereich der überregionalen Inhalte lässt sich ein vergleichbarer Trend beobachten (vgl. Tabelle 1). In der Einzelvermarktung wären maximal etwa 92 Mio. (GGM) bzw. 61 Mio. Euro (PSM-NMS) umsetzbar, während ein anbieterübergreifendes (dezentrales und websitebasier- tes) Angebot ein Umsatzpotential von etwa 113 Mio. (GGM) bzw. knapp unter 80 Mio. Euro (PSM-NMS) aufweist. Elf (GGM) bzw. zehn Prozent (PSM-NMS) der deutschen Online-Bevölke- rung würden eine solche Plattform im Durchschnitt zu den jeweils umsatzmaximierenden Monatspreisen abonnieren. Die zunehmende Attraktivität von anbieterübergreifenden regionalen und überregionalen An- geboten lässt sich auch in Tabelle 2 ablesen. So können mit einer website-basierten, dezent- ralen Plattform, die regionale und überregionale Inhalte bündelt, knapp 126 Mio (GGM) bzw. 97 Mio. Euro (PSM-NMS) erzielt werden. Durch die Hinzunahme von regionalen Angeboten könnten die maximalen Umsätze der Anbieter im Vergleich zu einer rein überregionalen Platt- form somit um bis zu 27 Prozent (PSM-NMS) erhöht werden (vgl. Tabelle 2). Die Einführung einer zentralen Super-Plattform, die alle Ausspielwege ermöglicht, könnte die Umsätze sogar nochmal auf bis zu 144 Mio. (GGM) bzw. knapp 105 Mio. Euro (PSM-NMS) erhöhen. MARKTPOTENTIAL EINER JOURNALISTISCHEN AUDIO-PLATTFORM In der vorliegenden Studie wurde zudem das Marktpotential einer journalistischen Audio-Plattform untersucht. Der Erfolg journalistischer Inhalte zum Anhören (z.B. in Form von Podcasts) bei Audios- treaming-Plattformen wie Spotify unterstreicht die große Beliebtheit dieses Medienangebots. Eine Plattform, die journalistische Audioinhalte exklusiv bündelt, könnte daher eine vielversprechende Ergänzung im journalistischen Markt darstellen, um zusätzliche Abonnentinnen und Abonnenten zu gewinnen. Tatsächlich würde eine Audio-Plattform auf Basis der Schätzmethoden GGM und PSM-NMS höhere Umsätze erzielen als die digitalen Einzelprodukte. Im Vergleich zur umfassenden Journalis- musplattform („Spotify für Journalismus”) fällt ihr Umsatzpotential jedoch geringer aus. Produkt überregionale Plattform Methode/Eigenschaften GGM PSM-NMS relative Umsatzsteigerung im Vergleich zu überregionaler Plattform regionale Plattform Plattform regional + überregional „Super- Plattform” Website dezentral Website dezentral Website dezentral Alle Formate zentral 113 Mio. € 111 Mio. € 125.9 Mio. € 144.3 Mio. € 76.2 Mio. € 91.9 Mio. € 96.5 Mio. € 104.8 Mio. € +11 % (GGM) +27 % (PSM- NMS) +28 % (GGM) +38 % (PSM- NMS) Anbieterübergreifende Plattformen werden demnach nicht allein von der Publikums- seite wertgeschätzt und gewünscht, sondern scheinen auch für die einzelnen Anbieter journalistischer Inhalte profitabel. Diese können ihre Inhalte zu einem Gesamtpaket bündeln und den Nutzerinnen und Nutzern in Form eines gemeinsamen Abonnements anbieten. Die Plattformangebote generieren zwar nicht, wie vielleicht im Kontext von Spotify und ähnlichen Angeboten in angrenzenden Medienmärkten erhofft, ein Viel- faches des Umsatzpotentials der Einzelangebote, den vorliegenden Schätzungen nach lassen sich mit ihnen aber deutliche Mehreinnahmen erzielen. Laut GGM liegen die Umsatzzuwächse zwischen ca. 17 Prozent (eine Regionalzeitung gegenüber allen Re- gionalzeitungen in einem Bündel) und 22 Prozent (eine überregionale Zeitung gegen- über allen überregionalen Angeboten in einem Bündel). Die Schätzung nach PSM-NMS ergibt ein Umsatzplus von 23 Prozent (im Regionalmarkt) und 25 Prozent (im überre- gionalen Markt). Dabei würde ein umfassendes „Spotify für Journalismus”, das sämtliche regionalen sowie überregionalen Inhalte des deutschen Journalismus vereint und in diversen digitalen Formaten aussteuert, laut Schätzungen der drei hier herangezogenen Me- thoden die höchsten Umsätze unter allen abgefragten digitalen Produkten generieren. Dies bildet somit das erfolgversprechendste Szenario, wobei neben dem Preis insbe- sondere das Format und der Umfang der Inhalte den größten Nutzwert für die Befrag- ten stiften. Ob die Inhalte zentral oder dezentral angeboten werden, scheint hingegen von geringerer Bedeutung zu sein. Tab. 1: Umsatzpotentiale für verschiedene Formen regionaler und überregionaler Digitalabonnements Tab. 2: Umsatzpotentiale für anbieterübergreifende überregionale, regionale sowie regionale + überregionale journalistische Plattform- Abonnements 19 Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 20 4. MARKTEFFEKTE EINER JOURNALISMUSPLATTFORM UND IMPLIKATIONEN FÜR DIE AKTUELLE DEBATTE ZUR JOURNALISMUSFÖRDERUNG Bislang konnten nur getrennte Schätzungen der Umsatz- und Reichweitenpotentiale einzelner Varianten einer anbieterübergreifenden, abonnementbasierten Journalis- musplattform außerhalb des Marktumfelds und der Konkurrenzsituation vorgenommen werden. Um der Frage nachzugehen, welche Auswirkungen das Hinzufügen einer jour- nalistischen Plattform zum bestehenden Markt hätte, wurden die Gesamtmarkteffekte mittels zweier Marktsimulationen geprüft. Grundlage der folgenden Schätzungen bildet die Untersuchung mittels CBC, die eine möglichst reale Kaufentscheidungssituation unter Berücksichtigung der tatsächlichen Wettbewerbssituation simuliert (vgl. Metho- den-Anhang). Der Schwerpunkt liegt dabei auf ordnungspolitisch relevanten Gesamt- markteffekten der Einführung einer Journalismusplattform, die als optimales „Spoti- fy-Modell” ausgestaltet wäre. Diese würde sämtliche regionalen sowie überregionalen Verlagsinhalte umfassen und diese optional in allen digitalen Formaten zentral zu einem einheitlichen monatlichen Abonnementpreis zugänglich machen („Super-Plattform”). Die Auswirkungen einer solchen Plattform auf den deutschen Markt werden auf zwei Ebenen betrachtet: erstens mit Blick auf ihre gesellschaftlich-publizistischen und wirtschaft- lichen Hebel- bzw. Synergieeffekte (Abschnitt 4.1); zweitens hinsichtlich der Implikatio- nen für die aktuelle Förderdebatte im Hinblick auf gegenwärtig diskutierte Vorschläge zur Presse- bzw. Journalismusförderung (Abschnitt 4.2). 4.1 Hebeleffekte einer Journalismusplattform Um die Hebeleffekte einer Journalismusplattform zu betrachten, werden zwei Marktver- gleichssimulationen durchgeführt. Simuliert wird in beiden Fällen der bestehende Markt ohne eine Journalismusplattform sowie der erweiterte Markt mit einer entsprechenden Plattform. Die erste Analyse umfasst den Gesamtmarkt mit allen wesentlichen derzeit bestehenden Formen journalistischer Abonnement-Produkte (inklusive der Print-Produk- te) als Vergleichsbasis, die zweite lediglich den Markt für digitaljournalistische Abonne- ments (Digitalmarkt). Beide Marktvergleiche sind von großem Interesse: Während der Simulationsvergleich für den Gesamtmarkt auch die Abschätzung kurzfristig erwartbarer „Kannibalisierungseffekte“ für die Printabonnements erlaubt, beschränken sich die Simu- lationen für den Digitalmarkt auf den direkt relevanten Vergleichsmarkt mit Blick auf die Einführung einer neuartigen Journalismusplattform. Zugleich lässt sich der Digitalmarkt- Vergleich auch als ein simulierter Blick in eine mittelfristig erwartbare Zukunft deuten, in der die Printausgaben der Zeitungen aufgrund entsprechend geschrumpfter Auflagen größtenteils bereits unwirtschaftlich geworden sind. Diese Interpretationsmöglichkeiten der beiden Marktsimulationen werden im Folgenden jeweils an geeigneter Stelle aufgegrif- fen. Für beide Simulationen (Gesamt- sowie Digitalmarkt) werden im Fall der bestehenden Produkte die durchschnittlichen aktuellen Marktpreise nach Angaben des BDZV herange- zogen. Im Fall der Plattform wird der mittels CBC ermittelte umsatzoptimale Preis genutzt, der in beiden Fällen bei 9,95 Euro liegt. Zentrales Ergebnis der beiden Marktsimulationen sind jeweils bemerkenswerte Hebelef- fekte, die allerdings für die Reichweitenpotentiale (gemessen an der Zahl der abgeschlos- senen Abonnements) ungleich größer ausfallen als für die Umsatzpotentiale. Der Umsatz im Gesamtmarkt bleibt in Summe nahezu unverändert, auch wenn die Plattform hinzu- gefügt wird (vgl. Tabelle 3). Gleichwohl generiert die Plattform im simulierten Markt 58 Prozent aller Abonnements. monatlicher Umsatz Markt Markt + Plattform (davon Plattform) Zuwachs durch Plattform Abonnements 566 Mio. € 24,9 Mio. 566,7 Mio. € 34,2 Mio. (196 Mio. €, 35 %) (19,7 Mio., 58 %) Tab. 3: Vergleich des Marktumsatzpotentials und der Abonnementzahlen in der Simulation des Gesamtmarkts (ohne und mit Journalismusplattform) 0,7 Mio. € (0,12 %) 9,3 Mio. (37 %) 21 Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 2322 monatlicher Umsatz Markt Markt + Plattform (davon Plattform) Zuwachs durch Plattform Abonnements 432,5 Mio. € 23,2 Mio. 474,4 Mio. € 32,8 Mio. (201,9 Mio. €, 43 %) (20,3 Mio., 62 %) Tab. 4: Vergleich des Marktumsatzpotentials und der Abonnementzahlen in der Simulation des Digitalmarktes (ohne und mit umfassender Journalismusplattform) 41,9 Mio. € (10 %) 9,6 Mio. (41 %) Auch bei einer Simulation des digitalen Markts gestaltet sich der Zuwachs des Umsatz- potentials mit rund 10 Prozent überschaubar, während ein Anteil von 62 Prozent der Digitalabonnements auf die Plattform entfällt (vgl. Tabelle 4). Erklärt werden kann dieses Ergebnis dadurch, dass die Plattform in beiden Simulationen einen relativ günstigen und somit auch „attraktiven“ umsatzoptimierenden Preis von 9,95 Euro bietet und so einen erheblichen Markterweiterungseffekt bei den Abonnementzahlen generieren würde. Dieser Markterweiterungseffekt beträgt in der Simulation des Gesamt- markts immerhin 37, im Digitalmarkt sogar 41 Prozent (vgl. Tabellen 3 und 4). Demnach ist eine deutliche Markterweiterung durch eine Journalismusplattform erkennbar. Die Plattform-Simulation unterstreicht, dass trotz erheblicher Preisreduktion ein vergleichbar hohes Umsatzpotential im Gesamtmarkt und ein sogar etwas gestei- gertes Umsatzpotential im Digitalmarkt erzielt wird. Ein wesentlicher Grund sind die beträchtlichen Mengeneffekte durch die Markterweiterung der Journalismusplattform. Der Unterschied zwischen Gesamt- und Digitalmarkt resultiert daher, dass in letzterem keine „Kannibalisierung“ von Print-Abonnements durch die Plattform stattfinden kann. Obwohl die Plattform-Abonnentinnen und -Abonnenten ein wesentlich umfangreicheres und gleichzeitig deutlich günstigeres Angebot erhalten, bleibt der Gesamtumsatz der Anbieter in der Simulation praktisch konstant. Zu beachten ist hierbei, dass im Digital- markt keine variablen Kosten anfallen und dass sich die Fixkosten der Inhalteproduktion und -bereitstellung durch das Hinzufügen der Plattform ebenfalls nicht strukturell er- höhen. Vielmehr bestehen aufgrund von Synergieeffekten in der digitalen Infrastruktur sogar Potentiale einer beträchtlichen Verminderung der technischen Fixkosten. Daher ist selbst bei in etwa gleichbleibenden Umsätzen mit höheren operativen Gewinnen der Branche zu rechnen, wenn eine Plattform als Angebot hinzukäme. Durch die kosten- technisch beträchtlich verstärkte Fixkostendegression ist der Markterweiterungseffekt medienökonomisch zweifellos als ein Hebeleffekt zu interpretieren. Gegenüber dem heutigen Markt könnte eine Journalismusplattform die Reichweite journalistischer Abonnements in der Gesamtbevölkerung um bis zu 40 Prozent steigern – und zugleich die Stückkosten der Anbieter aufgrund der ausgeweiteten Fixkostendegression ohne Umsatzeinbußen stark reduzieren. In ordnungspolitischer Bewertung kann festgehalten werden, dass die Zieleffektivität und die Zielrealisierungseffizienz des privatwirtschaftlichen Journalismus zugleich ansteigen würden. Ordnungspolitisch ist die durch die Simulation aufgezeigte beträchtliche Markterweite- rung mindestens ebenso wertvoll, wie es ein alleiniger Effekt auf die Umsatzpotentiale wäre. Aus gesellschaftlich-publizistischer Sicht kann eine Markterweiterung einen Weg darstellen, wieder mehr Menschen für den Journalismus und seine Inhalte zu gewinnen und somit – vermittelt über den Plattformwettbewerb – auch eine entsprechend breite Angebotsvielfalt für möglichst viele Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Die drän- gende Gefahr einer zunehmenden Abkehr vom Journalismus in weiten Teilen der Be- völkerung („Journalismus-Deprivation” und „News Avoidance”) wird durch die Ausbrei- tung von relativ hochpreisigen Paid-Content-Angeboten am Markt zusätzlich verstärkt. Medienökonomisch wird sie zudem dadurch angetrieben, dass die große Mehrheit der digitalen Einzel-Abonnements heute in dynamischen Fixkosten-Progressions-Spiralen verfangen ist: Bei einer nur kleinen Abonnementsanzahl muss der stückkostendeckende Preis entsprechend hoch ausfallen, die sich ergebende Preis-„Inflation” schreckt jedoch noch mehr Menschen vom Erwerb eines Abonnements ab. Dies resultiert entweder im Marktaustritt eines Anbieters oder in einer zunehmend elitären Nischenorientierung auf Zielgruppen mit relativ hoher Zahlungsbereitschaft – und damit in eine Ausrichtung der Inhalte auf sehr spitze Zielgruppen, auch mit entsprechend bedenklichen Verengungs- effekten für die journalistische Angebotsvielfalt. Der Markterweiterungseffekt tritt dabei im Rahmen beider Marktsimulationen erstaun- lich gleichmäßig auf (vgl. Tabellen 5 und 6). Besonders hervorzuheben ist, dass hiervon auch solche Zielgruppen positiv betroffen sind, für die in der Nutzungsforschung eine besonders ausgeprägte Abkehr vom Journalismus festgestellt wird: Gruppen, die keinen oder einen Volks-/Hauptschulabschluss sowie kein bis kaum politisches Interesse bzw. Medienvertrauen aufweisen, verzeichnen in der Simulation gegenüber dem derzeitigen Markt immerhin jeweils einen Plattform-Zuwachs von mindestens einem Drittel. Coopetition is King Journalismusplattform 2524 KEIN BIS KAUM POLITISCHES INTERESSE REALSCHULABSCHLUSS, ABITUR UND ABGESCHLOSSENES STUDIUM MITTLERES BIS HOHES MEDIENVERTRAUEN KEIN BIS KAUM MEDIENVERTRAUEN MITTLERES BIS HOHES POLITISCHES INTERESSE Zuwachs durch Plattform 39% 34% 39% 34% 40% Tab. 5: Zuwachs der Abonnementpotentiale nach Bevölkerungsgruppen in der Simulation des Gesamtmarktes (ohne und mit umfassender Journalismusplattform) MÄNNER FRAUEN 50-69 JAHRE 30-49 JAHRE 16-29 JAHRE STADT LAND Zuwachs durch Plattform 39% 35% 34% 37% 40% 36% 38% ZIELGRUPPEZIELGRUPPE KEIN BIS KAUM POLITISCHES INTERESSE MITTLERES BIS HOHES MEDIENVERTRAUEN KEIN BIS KAUM MEDIENVERTRAUEN MITTLERES BIS HOHES POLITISCHES INTERESSE Zuwachs durch Plattform 36% 43% 38% 44% Tab. 6: Zuwachs der Abonnementpotentiale nach Bevölkerungsgruppen in der Simulation des Digitalmarktes (ohne und mit umfassender Journalismusplattform) MÄNNER FRAUEN 50-69 JAHRE 30-49 JAHRE 16-29 JAHRE STADT LAND Zuwachs durch Plattform 43% 39% 36% 40% 47% 40% 42% ZIELGRUPPEZIELGRUPPE 33% KEIN ABSCHLUSS/ VOLKS- ODER HAUPTSCHULABSCHLUSS REALSCHULABSCHLUSS, ABITUR UND ABGESCHLOSSENES STUDIUM 43% 38% KEIN ABSCHLUSS/ VOLKS- ODER HAUPTSCHULABSCHLUSS Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 2726 Aus ordnungspolitischer Sicht unterstreicht die empirische Marktsimulation bedeutsame Hebeleffekte durch eine Journalismusplattform: Die Nutzerinnen und Nutzer erhielten mit der Plattform ein wesentlich günstigeres und zugleich viel umfassenderes und viel- fältigeres journalistisches Abonnement, die journalistischen Anbieter stellten sich (im Aggregat) wirtschaftlich mindestens nicht schlechter. Nicht zuletzt wäre auch ein gesell- schaftlicher Nutzen zu verzeichnen, da auch solche Zielgruppen deutlich besser erreicht würden, die sich im aktuellen Markt bereits vom Journalismus abgewandt haben. Zusammenfassend lassen sich damit vier Kernergebnisse der vergleichenden Markt- simulationen festhalten: (1) Die Installation einer umfassenden Journalismusplattform kann zu einem erheblichen Markterweiterungseffekt führen, wobei die Plattform-Abonnentinnen und -Abonnenten im Vergleich zu heutigen digitalen Abonnements eine stark erweiterte Angebotsvielfalt zu einem günstigeren Preis erhalten. (2) Die Journalismusplattform bringt auch in solchen Zielgruppen stark positive Nachfrageeffekte hervor, die sich zunehmend von journalistischen Angeboten abwenden. Der oft beklagten Tendenz einer wachsenden „Journalismus-Depriva- tion” in größeren Bevölkerungsschichten könnte so entgegengewirkt werden. (3) Obwohl es so insgesamt zu einer deutlich ausgeweiteten und vielfältigeren Versorgung der Bevölkerung mit journalistischen Inhalten kommt, bleibt das Umsatzpotential für die Verlagsbranche mindestens gleichauf, selbst wenn „Kannibalisierungseffekte“ bei den Printabonnements berücksichtigt werden (Gesamtmarkt-Simulation). Für den Digitalmarkt, der mindestens zukünftig von höherer Relevanz sein wird, zeigt der Vergleich hingegen eine klare Steigerung des Umsatzpotentials, während der Zuwachs in der zusätzlich erzielten Markt- versorgung mit Journalismus hier nochmals deutlich höher ausfällt. (4) Angesichts der für die Nachfrageseite deutlich verbesserten Angebotssitu- ation liegt die Befürchtung nahe, dass sich die Einführung einer Journalismus- plattform für die Erlöse der Anbieter als negativ erweisen könnte. Hier ist aber zu beachten, dass es aufgrund der Markterweiterung insgesamt nicht nur zu einem günstigen Preis kommen würde, sondern ebenfalls zu einer erheblich ausgeprägteren Fixkostendegression. Alles in allem würden daher die individu- ellen Rezipienten und Rezipienten, die Verlagsbranche sowie die demokratische Gesellschaft von einer Journalismusplattform profitieren. 4.2 Implikationen für die aktuelle Debatte zur Journalismusförderung Die in den Marktsimulationen aufgezeigten Hebeleffekte beschreiben keinen flüchtigen Einmaleffekt, sondern legen einen nachhaltigen Strukturwandel nahe, der sich aus der Einführung einer Journalismusplattform ergeben würde: Die Verlage kooperieren durch die Angebotsbündelung (cooperation), stärken dadurch aber zugleich die Funk- tionsfähigkeit des journalistischen Wettbewerbs auf der Plattform (competition). Eine Journalismusplattform kann demnach als eine Form der „Coopetition“ gelten. Unter der Voraussetzung einer diskriminierungsfreien, leistungsorientierten Ausgestaltung ihrer Regeln schafft sie die Grundlage für einen funktionsfähigen journalistischen Wettbewerb, der sich auf der Plattform in günstiger Form herausbilden kann. Die durch die Marktsimulation nahegelegten positiven Auswirkungen einer Jour- nalismusplattform können auch im Interesse einer zielführenden Förderung des digitalen Journalismus unter Wahrung seiner unerlässlichen Staatsferne sein. Derzeit stehen zahlreiche Fördermodelle für den Journalismus zur Diskussion, die indes typischerweise auch spürbare Negativseiten wie beispielsweise hohe Subven- tionskosten, starke Mitnahmeeffekte, eine schwache Anreizkompatibilität oder eine geringe Fördereffizienz aufweisen. Auch die öffentliche Unterstützung einer Journa- lismusplattform kann als eine Form der Infrastrukturförderung verstanden werden. Im Folgenden werden die empirisch ermittelten Effekte einer Plattform in Relation zu den erwarteten Effekten von gegenwärtig diskutierten Vorschlägen einer Presse- bzw. Journalismusförderung gesetzt. Hierbei interessiert vor allem, ob es sich mit Blick auf eine effiziente Verfolgung ordnungspolitischer Ziele eher um ein Komple- mentär- oder Konkurrenzverhältnis handelt. Demnach steht die Frage im Raum, ob sich der jeweilige Förderansatz sinnvoll mit einem Plattformmodell kombinieren ließe oder ob vielmehr eine Ausschlussentscheidung für die effizientere Variante zu treffen wäre. Die Analyse beschränkt sich hierbei auf die drei wichtigsten Vorschläge in der aktuellen Debatte. Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 2928 Unter Verweis auf stark gestiegene Kosten des Drucks und Vertriebs von Presseproduk- ten (Papier- und Energiepreise, erhöhter Mindestlohn in der Zustellung), sprechen sich die Verlegerverbände für die Einführung einer temporären, an die Druckauflage gebundenen Subventionierung aus, die sie als „Zustellförderung“ bezeichnen.13 Dass die Förderung an die Auflage von Printprodukten geknüpft werden soll, wird von Seiten der Verlage mit der Notwendigkeit einer neutralen Bemessungsgröße für die Förde- rung begründet, die eine inhaltlich lenkende Einflussnahme des Staates ausschließt. Aus allgemeiner Sicht der Regulierungsökonomik verweist eine nicht weiter differenzierende Auflagenorientierung allerdings auch auf das sogenannte „Gießkannenprinzip“, das hohe Mitnahme- sowie zugleich geringe Anreizeffekte implizieren könnte.14 Auch wenn der hohe Kostenanstieg im Printbereich viele Verlage in strukturschwa- chen Gebieten existenziell trifft, wurde in der medienpolitischen Diskussion mitunter die Frage aufgeworfen, ob eine Zustellförderung nicht letztlich nur eine beschränkte Fördereffizienz aufweise. Da diese Subvention an der Kostenseite ansetzen würde, lassen sich aus den hier unternommenen, nachfrageseitigen Marktsimulationen aller- dings nur bedingt Rückschlüsse auf das Zusammenwirken von Zustellförderung und journalistischer Plattform ziehen. Die Markteinführung einer journalistischen Platt- form würde die gegenwärtig bestehenden Kosten- probleme der gedruckten Presse nicht beseitigen, diese aber auch nicht zusätzlich verschärfen. Zwar zeigt die Marktsimulation, dass die Markteinfüh- rung einer journalistischen Plattform zu einem ge- ringen „Kannibalisierungseffekt“ der Abonnements gedruckter Presseprodukte in Höhe von etwa zwölf Prozent führen kann, der Umsatzrückgang der Branche würde jedoch durch den Markterwei- terungseffekt einer Plattform kompensiert. Für den Digitalmarkt zeigt die Simulation, dass eine Steigerung des Umsatzpotentials um immerhin rund zehn Prozent möglich wäre. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass eine journalistische Plattform in einem sinnvollen Komplementärverhältnis zu einer Zustellförderung stünde. Vorschlag 1: Zustell- bzw. Vertriebsförderung nach Druckauflage 13 – Vgl. exemplarisch BDZV, MVFP und BVDA (2022): Verleger- verbände begrüßen Bundesratsinitiative zur Gewährleistung der flächendeckenden Versorgung mit periodischen Presseerzeugnis- sen. Gemeinsame Pressemitteilung vom 8. Juli 2022, unter: → www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilun- gen/2022/verlegerverbaende-begruessen-bundesratsinitiative- zur-gewaehrleistung-der-flaechendeckenden-versorgung-mit-pe- riodischen-presseerzeugnissen sowie VDL (2022): Fünf Minuten vor Zwölf. Lokalzeitungen fordern Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums ein. Zu- stellförderung für Abonnementzeitungen muss kommen. Presse- mitteilung vom 27. Oktober 2022, unter: → www.lokalpresse.de/vdl/lokalpresse.de/uplo- ads/221027-vdl-fuenf-minuten-vor-zwoelf-lokalzeitungen- fordern-gutachten-des-bundeswirtschaftsministeriums-ein.pdf 14 – Vgl. etwa Buschow (2021): Warum die Bundespresseförde- rung ihre Ziele verfehlen wird – und wie es besser gehen könnte. In: Meta. Das Magazin für Journalismus und Wissenschaft. Bei- trag im META_BLOG vom 24. Januar 2021, unter: → www.meta-magazin.org/2021/01/24/warum-die-bun- despressefoerderung-ihre-ziele-verfehlen-wird-und-wie-es-bes- ser-gehen-koennte/ Während eine „Zustellförderung“ darauf gerichtet wäre, die hohen Kostensteigerungen im rückläufigen, aber für viele Verlage immer noch existenziell wichtigen Markt für gedruckte Presseprodukte zu kompensieren, ist der Vorschlag einer „Innovationsförderung“ auf die Zukunft gerichtet. Er zielt darauf ab, Investitionen in Innovationen zu unterstützen, die auch in der digitalen Welt ein vielfältiges, konkurrenzfähiges und breit genutztes journalis- tisches Marktangebot ermöglichen sollen. Aus medienökonomischer Sicht sprechen die Ergebnisse der Marktsimulationen in diesem Fall für eine enge komplementäre Beziehung des Fördervorschlags zu einer journalis- tischen Plattform. Die vorliegenden Marktsimulationen weisen darauf hin, dass eine Journalismusplattform das Abonnementpotential und somit zugleich auch den Umfang der im Markt nutzbaren Fixkostendegression stark erhöhen würde. Vor diesem Hintergrund wäre es ordnungspolitisch effektiv und effizient, mit einer digitalen Innovationsförderung auch bewusst auf die Markteinführung einer entsprechenden Plattform abzuzielen. Denn aufgrund der vergleichsweise starken Fixkostendegression einer Plattform könnten auch hier deutlich höhere und wirksamere Hebeleffekte entsprechender Förderungen greifen als bei der Unterstützung einzelner journalistischer Digitalangebote. Gleichzeitig wäre die Innovationsförderung einer Plattform auch schon deshalb ordnungspolitisch gerechtfer- tigt, da die notwendigen Investitionen auf der infrastrukturellen Ebene der Plattform nicht nur aus Sicht der Verlage, sondern auch aus gesellschaftlicher Perspektive Beiträge zur Bereitstellung eines gewünschten öffentlichen Gutes darstellen würden. Vorschlag 2: Förderung der digitalen Innovationsfähigkeit journalistischer Angebote Diskutiert werden nicht zuletzt Preissubventionen, die die Nachfrage nach Abonnements journalistischer Produkte fördern sollen. Der individuelle Preis, der für Journalismus ge- zahlt wird, könnte beispielsweise über Gutscheine für Nutzerinnen und Nutzer reduziert werden. Insbesondere bei hohen (angestrebten) Abonnementzahlen können die Subven- tionskosten für den Staat zwar dauerhaft hoch ausfallen, doch je nach Förderbetrag be- steht die Möglichkeit, dass sich dennoch eine anreizkompatible und ordnungskonforme Stärkung des journalistischen Wettbewerbs ergibt. Der Fördereffekt von Preissubventionen deckt sich auffällig mit den in den Marktsimulatio- nen abgebildeten Hebeleffekten, die eine Journalismusplattform strukturell und gewisser- maßen automatisch hervorbringen würde. Aus ordnungspolitischer Perspektive stehen die Implementierung einer Plattform und eine Nachfrageförderung demnach in einem Konkurrenzverhältnis. Aus Gesichtspunkten der Effizienz wäre einer journalistischen Platt- Vorschlag 3: Nachfrageförderung durch Preissubventionen www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/verlegerverbaende-begruessen-bundesratsinitiative-zur-gewaehrleistung-der-flaechendeckenden-versorgung-mit-periodischen-presseerzeugnissen www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/verlegerverbaende-begruessen-bundesratsinitiative-zur-gewaehrleistung-der-flaechendeckenden-versorgung-mit-periodischen-presseerzeugnissen www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/verlegerverbaende-begruessen-bundesratsinitiative-zur-gewaehrleistung-der-flaechendeckenden-versorgung-mit-periodischen-presseerzeugnissen www.bdzv.de/service/presse/pressemitteilungen/2022/verlegerverbaende-begruessen-bundesratsinitiative-zur-gewaehrleistung-der-flaechendeckenden-versorgung-mit-periodischen-presseerzeugnissen www.lokalpresse.de/vdl/lokalpresse.de/uploads/221027-vdl-fuenf-minuten-vor-zwoelf-lokalzeitungen-fordern-gutachten-des-bundeswirtschaftsministeriums-ein.pdf www.lokalpresse.de/vdl/lokalpresse.de/uploads/221027-vdl-fuenf-minuten-vor-zwoelf-lokalzeitungen-fordern-gutachten-des-bundeswirtschaftsministeriums-ein.pdf www.lokalpresse.de/vdl/lokalpresse.de/uploads/221027-vdl-fuenf-minuten-vor-zwoelf-lokalzeitungen-fordern-gutachten-des-bundeswirtschaftsministeriums-ein.pdf www.meta-magazin.org/2021/01/24/warum-die-bundespressefoerderung-ihre-ziele-verfehlen-wird-und-wie-es-besser-gehen-koennte/ www.meta-magazin.org/2021/01/24/warum-die-bundespressefoerderung-ihre-ziele-verfehlen-wird-und-wie-es-besser-gehen-koennte/ www.meta-magazin.org/2021/01/24/warum-die-bundespressefoerderung-ihre-ziele-verfehlen-wird-und-wie-es-besser-gehen-koennte/ Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 3130 Zuwachs digitaler Markt 27% 33% 37% 32% 38% 33% Zuwachs durch Plattform 27% 34% 35% 33% 37% 34% Zuwachs digitaler Markt 34% 35% 39% 38% 36% 34% form der Vorrang zu geben: Während hier die Nachfrageerweiterung quasi kostenlos er- zielt würde, nämlich als Marktergebnis der gewinnoptimierenden Setzung eines günstigen Plattformpreises, wäre eine vergleichbare Nachfragesteigerung über eine Preissubventio- nierung nur unter sehr hohen Kosten zu erreichen. Wie bedeutsam der Unterschied wäre, lässt sich anhand einer Überschlagsrechnung im Rah- men einer entsprechend angepassten Simulation des Gesamtmarktes zeigen. Um im Gesamt- markt mittels Preissubvention einen Abonnementzuwachs zu erzeugen, der nur bei rund der Hälfte des Abonnementzugewinns durch die Plattform läge, müssten die heute etablierten, hochpreisigen Abonnements (Printprodukte und E-Paper) mit etwa zehn Euro und die günstige- ren Digitalangebote (insbesondere die digitalen „Plus-Abos”) mit etwa fünf Euro subventioniert werden. Die öffentliche Hand müsste dabei kalkulatorische Subventionskosten von mehr als 700 Euro für jedes zusätzlich abgeschlossene Jahresabonnement aufbringen. Der Effizienzunterschied stellt sich in der Simulationsrechnung wie erwartet als beträcht- lich dar, wobei die hohen Subventionskosten pro hinzugewonnenen Abonnement darauf zurückzuführen sind, dass die Preiselastizitäten der modellierten Nachfragekurven (d. h. die Änderung der Nachfrage in Folge einer Preissenkung) im Bereich der recht hohen bestehenden Marktpreise en gros niedrig ausfallen. Preissubventionierungen können dort entsprechend nur geringe zusätzliche Nachfrageeffekte auslösen, die aber das Hauptziel der Bezuschussung sind. Damit dominieren Mitnahmeeffekte bei den begünstigten Abon- nentinnen und Abonnenten den angestrebten Zuwachseffekt deutlich, was die Effizienz der Förderung sehr gering erscheinen lässt. Eine Subventionierung des Plattformpreises nach deren Implementierung würde sich vergleichsweise deutlich effizienter gestalten. Denn bei Betrachtung der Nachfragekurven der Journalismusplattform auf Basis der Marktsimulationen sticht hervor, dass sich diese beim jeweils umsatzoptimalen Preis von 9,95 Euro nicht nur bei der Gesamtbevölkerung, sondern vielmehr bei allen in der vorliegenden Studie abgebildeten Bevölkerungsgruppen jeweils im Bereich der höchsten Preiselastizität befinden. Obwohl der umsatzoptimale Preis der Plattform ohnehin schon relativ niedrig ausfällt, bringen Preissubventionen hier also jeweils vergleichsweise große zusätzliche Nachfrageeffekte hervor. Dies begünstigt wiederum die relative Effizienz einer Nachfrageförderung über Preissubventionen. Die insgesamt jeweils (maximal) hohe Preiselastizität beim umsatzoptimalen Preis lässt nun medienökonomisch den Schluss zu, dass mit (ordnungskonform neutralen) Preis- subventionen weitere hohe Nachfragezuwachseffekte erzielt werden könnten. Dies wäre beispielsweise durch Gutscheine für sämtliche Nutzerinnen und Nutzer oder speziell solche Bevölkerungsgruppen mit aktuell unterdurchschnittlich niedrigem Nachfrage- niveau möglich. Im Rahmen der Marktsimulationen lassen sich beispielhaft die Effekte einer nachfrageseitigen Preissubvention in Höhe von fünf Euro kalkulieren: Tabelle 7 gibt die Berechnungsergebnisse der jeweiligen Zuwachspotentiale von Abonnements für beide Märkte insgesamt sowie für ausgewählte Zielgruppen wieder. Tab. 7: Zuwachs durch Preissubventionen im Gesamt- und Digitalmarkt, differenziert nach der Gesamtbevölkerung sowie unterschiedlichen Zielgruppen REALSCHULABSCHLUSS, ABITUR UND ABGESCHLOSSENES STUDIUM KEIN ABSCHLUSS/VOLKS- ODER HAUPTSCHULABSCHLUSS KEIN BIS KAUM MEDIENVERTRAUEN MITTLERES BIS HOHES POLITISCHES INTERESSE KEIN BIS KAUM POLITISCHES INTERESSE MITTLERES BIS HOHES MEDIENVERTRAUEN Zuwachs durch Plattform 35% 36% 41% 34% 37% 34% ZIELGRUPPE MÄNNER 50-69 JAHRE 30-49 JAHRE 16-29 JAHRE STADT LAND ZIELGRUPPE 36%37% FRAUEN Zusammengefasst könnte der gesamte Markterweiterungseffekt über alle Nutzerinnen und Nutzer hinweg sowie für einzelne Bevölkerungsgruppen um etwa zwei Drittel steigen, wenn die öffentliche Hand den monatlichen Abonnementpreis einer journalisti- schen Plattform mit fünf Euro subventionieren würde (vgl. Tabellen 3 bis 7). Die kalkula- torischen Subventionskosten von knapp unter 100 Euro pro neuem Jahresabonnement würden so nur ein Siebtel des Vergleichswertes betragen, wenn sich der Staat für das oben berechnete Preissubventionierungsmodell auf dem Markt ohne Plattform entschei- den würde. Ohne Plattform könnte zudem lediglich maximal ein Drittel des Abonnement- zuwachses generiert werden. Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 32 33 Die Ergebnisse der Marktsimulationen legen nahe, dass das Ziel einer wirksamen Nachfrageförderung durch die Markteinführung einer Journalismusplattform effizienter erreicht werden kann als durch eine Preissubventionierung der sich aktuell am Markt befindenden Angebote. Ob der Preis einer journalistischen Plattform allerdings sub- ventioniert werden sollte, ist vor dem Hintergrund der Simulationsergebnisse eine Frage der Kosten-Nutzen-Abwägung. Zu berücksichtigen wäre in einem solchen Sze- nario, dass auch eine effizientere Preissubvention zu ausgeprägten Mitnahmeeffekten auf der Nachfrageseite führen würde, während die Anbieter nur in geringerem Umfang profitierten. Je nach bereits erreichter Abonnementzahl fielen auch die absoluten Sub- ventionskosten signifikant höher aus, sodass sich die Frage der Finanzierbarkeit stellen würde. Um die Kosten zu begrenzen, wäre es denkbar, eine von vornherein temporär befristete Subventionierung zu erproben oder diese ausschließlich auf Neueinsteiger über eine Probezeit (z. B. ein Jahr) zu beschränken. Sollte indes aus Kostengründen eine stärker angebotsorientierte Subventionierung notwendig sein, so würde eine „Spotify für Journalismus”-Plattform auch hier gute Anknüpfungspunkte für eine staatsferne und diskriminierungsfreie Bemessung und Auszahlung der Förderbeträge bieten. Die an der Nachfrageseite ansetzenden empirischen Untersuchungen der vorliegenden Studie können hierzu allerdings kaum konkrete Implikationen liefern. 5. AUSBLICK Eine anbieterübergreifende, abonnementbasierte Journalismusplattform besitzt das Potential, sowohl die Branchenumsätze als auch die gesellschaftliche Reichweite des digitalen Journalismus zu steigern. Zwar ist keine Vervielfachung der Umsätze zu er- warten, doch die Ergebnisse der Marktsimulationen unterstreichen, dass eine Plattform die Anzahl der Abonnentinnen und Abonnenten gegenüber den heutigen Digitalangebo- ten der Verlage deutlich erhöhen könnte. Weil die Grenzkosten (d. h. die Kosten, die sich durch eine zusätzlich produzierte Einheit ergeben) im Zuge der erweiterten digitalen Distribution praktisch entfallen, würden selbst gleichbleibende Marktumsätze zu einer Erhöhung des operativen Gewinns bei den Anbietern führen. Diese Tendenzen wurden schon in eigenen Vorarbeiten aufgezeigt, so u. a. im Whitepaper „Money for nothing and content for free?”15 der Landesanstalt für Medien NRW aus dem Jahr 2019. Allerdings fußten die damaligen Schätzungen des Marktpotentials einer Journalismusplattform auf kleinen Stichproben, waren daher in ihrer Aussagekraft begrenzt und ermöglichten keine differenzierten Auswertungen etwa nach Alter, Einkommen oder Bildungsstand von potentiellen Nutzerinnen und Nutzern. Im vorliegenden Whitepaper wurden diese Wissenslücken in einer weltweiten Pionierstudie unter Anwendung einschlägiger Markt- forschungsmethoden nun aufgearbeitet. Zudem konnte erstmals empirisch gezeigt werden, dass die internetökonomische Theorie zu den wirtschaftlichen Vorteilen großer digitaler Inhaltebündel und -plattfor- men grundsätzlich auch auf digitaljournalistische (und nicht nur unterhaltende) Inhalte anwendbar ist. Dies bestätigt theoretische Erwartungen, die im wissenschaftlichen Be- gleitband zum Whitepaper aus dem Jahr 2019 ausgearbeitet wurden. Dort wurden auch weitere Vorzüge von Journalismusplattformen dargestellt, die in den Untersuchungen für dieses Whitepaper gleichwohl nicht überprüft werden konnten.16 Um die Entwicklung einer Journalismusplattform voranzutreiben, bedarf es entspre- chender nächster Schritte von Seiten der Medienanbieter, der Medienregulierung und -politik sowie der Wissenschaft. Die folgenden Handlungsorientierungen setzen an den Befunden der vorliegenden Studie an und führen diese weiter: 15 – Buschow, C., & Wellbrock, C. M. (2019). Money for nothing and content for free? Zahlungsbereitschaft für digitaljour- nalistische Inhalte, unter: → www.medienanstalt-nrw.de fileadmin/user_upload/lfm-nrw/Foerde- rung/Forschung/Zahlunsbereitschaft/ LFMNRW_Whitepaper_Zahlungsbereit- schaft.pdf 16 – Wellbrock, C. M., & Buschow, C. (2020). Money for nothing and content for free?, unter: → www.nomos-elibrary. de/10.5771/9783748907251/money-for- nothing-and-content-for-free?page=1 Die empirischen Befunde unterstreichen, dass es für Verlage und weitere Anbieter journalistischer Inhalte wie Start-ups und Neugründungen im Allgemeinen wirtschaft- lich zielführend sein dürfte, künftig verstärkt auf Kooper- ationen zu setzen. Auch wenn aus einer Zusammenarbeit schwierige Folgefragen, z. B. hinsichtlich der Verteilung gemeinsamer Einnahmen, erwachsen können, liegt in einer „Coopetition“-Strategie dennoch ein besonders vielverspre- chender Weg, den globalen Technologie-Konzernen mit der gebündelten Schlagkraft eines nationalen Medienmarktes entgegenzutreten. Aufgrund des erheblichen Markterweiter- ungseffekts einer Plattform kann sich eine solche Strategie selbst für diejenigen überregionalen Qualitätsmarken als lohnend erweisen, denen es in den letzten Jahren (d. h. vor der drohenden Rezession) mit ihren Paid-Content-Ein- zelangeboten gelungen ist, stark zu wachsen. Auch sie könnten mit ihren Inhalten unterversorgte, junge Zielgrup- pen (erstmals) über ein Plattformmodell erreichen und auf diese Weise an ihre journalistischen Inhalte heranführen. Eine kooperative Journalismusplattform würde zudem den Vernischungs- und Verengungstendenzen entgegenwirken, die aus einer Fokussierung auf den Verkauf von Digitalabon- nements resultieren können. Hieran sollten auch Medien- Landesanstalt für Medien NRW 3534 Coopetition is King anbieter aufgrund ihrer gesellschaftlich-publizistischen Ziele interessiert sein. Laut den Ergebnissen der vorlieg- enden Studie müssten die Inhalte keineswegs auf einer zentralen Plattform gebündelt werden. Für die Befragten spielt die Form des Zugriffs nur eine untergeordnete Rolle, sodass etwa auch eine Login-Allianz der Anbieter angestrebt werden könnte. Die Kooperationsbereitschaft der Branche könnte durch staatsferne Medienregulierung unterstützt werden. Hier- bei sind unterschiedlich umfangreiche Maßnahmen denk- bar: Anreize zur Zusammenarbeit könnten in bestehende oder speziell aufgelegte Förderprogramme und Auss- chreibungen aufgenommen werden. Eine Regulierungsbe- hörde bzw. ein Konsortium hätte ferner die Möglichkeit, eine offene Infrastruktur zur Kooperation bereitzustellen. Ziel der Medienregulierung sollte nicht zuletzt sein, das Design einer Plattform insofern mitzugestalten, als dass möglichst qualitätsvolle und vielfältige Inhalte entstehen können und gleichzeitig typische Gefahren von Plat- tformumgebungen (z. B. Monopolisierungstendenzen, Diskriminierung einzelner Anbieter und Auffindbarkeit- sprobleme) unterbunden werden. Die Medienpolitik kann die vorgelegten Befunde ver- wenden, um eine evidenzbasierte Entscheidung für oder gegen einzelne Förderstrategien des Journalismus zu treffen. Die vorliegende medienökonomische Analyse legt nahe, dass die Förderung einer Plattform gegenüber einer Preissubventionierung der heute am Markt bestehe- nden Angebote aus Effizienzgründen zu bevorzugen wäre (vgl. Abschnitt 4). Auf Basis der Simulationsergebnisse wäre es ordnungspolitisch effektiv und effizient, mit einer digitalen Innovationsförderung auf die Einführung einer Journalismusplattform anstelle der Unterstützung einzel- ner journalistischer Digitalangebote abzuzielen. Eine Plat- tform würde schließlich in einem Komplementärverhält- nis zu einer Zustellförderung gedruckter Presseprodukte stehen. Gleichzeitig wäre eine Nachfrageförderung mit- tels Konsumgutscheinen effizienter, wenn die Mittel per Teilweise wurden diese Handlungsorientierungen schon im Gutachten für den Medien- und Kommunikationsbericht 202117 der Bundesre- gierung aufgeworfen. Die im vorliegenden Whitepaper dargestellten Ergebnisse liefern empirisch fundierte Anhaltspunkte dafür, dass es sich aus ordnungspolitischer und betriebswirtschaftlicher Sicht loh- nen kann, sie nun in einem nächsten Schritt auch in der Medienpraxis weiter zu verfolgen. 17 – Lobigs, F. (2021). Kooperative Medienplattformen aus medienökonomi- scher Perspektive. In: Gostomzyk, T. et al. (2021). Kooperative Medienplattformen in einer künftigen Medienordnung. Studie für die Bundesstaatsministerin für Kultur und Medien. Anhang des Medien- und Kommunikationsberichts der Bundesre- gierung, unter: → dserver.bundestag.de btd/19/311/1931165.pdf 35 anbieterübergreifender Plattform an die Medienanbi- eter fließen würden. Könnten die Gutscheine hingegen direkt für einzelne Anbieter genutzt werden, wären deutlich größere Mitnahme- und geringere Marktaus- weitungseffekte zu erwarten. Auf Grundlage dieser Befunde kann die Medienpolitik wissenschaftsbasierte Entscheidungen über die angemessene Verwendung öffentlicher Mittel treffen. Aufgabe der Forschung wäre es im Anschluss an die vorliegende Studie schließlich, Verteilungs- und Ausschüttungsmechanismen der erwirtschafteten Erlöse auf einer Plattform empirisch daraufhin zu untersuchen, inwieweit sie vor allem journalistische Qualitätskriterien und die Gemeinwohlorientierung der Anbieter auf der Plattform fördern. Darüber hinaus gilt es, sinnvoll operationalisierbare Kriterien zu identifi- zieren, die ein Mindestmaß an journalistischer Qualität auf der Plattform sichern. dserver.bundestag.de/btd/19/311/1931165.pdf dserver.bundestag.de/btd/19/311/1931165.pdf Merkmale Variante regional und überregional App zentral regional und überregional E-Paper zentral anbieterübergreifendes, app-basiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional Audio-Inhalte zentral anbieterübergreifendes E-Paper-Abo mit regionalen und überre- gionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff regional und überregional Website + App + E-Paper zentral anbieterübergreifendes Abo mit regionalen und überregionalen Audio-Inhalten sowie zentralem Zugriff anbieterübergreifendes, multimediales (Website, App und E- Paper) Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff („Spotify für Journalismus”) Methodisch wurden zwei großzahlige Repräsentativbefragungen der deutschen Online-Bevölkerung mit insgesamt 8.000 Befragten durchgeführt. In einer ersten Befragung im Zeitraum von Februar bis April 2022 erhob der beauftragte Panel-Dienstleister bilendi & respond unter 6.500 Teilnehmenden Daten für zwei der drei verwendeten Schätzmethoden (Van Westendorp Price Sensitivity Meter mit der Newton-Miller-Smith- Erweiterung [PSM-NMS] und Gabor-Granger-Methode [GGM]). Die Stichprobe ist repräsentativ für die deut- sche Online-Bevölkerung (quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung, Haushaltsnettoeinkommen und Bundes- land). Den Befragten wurde jeweils eins von insgesamt elf Szenarien ausgespielt, wobei die folgenden drei Varianten Einzelprodukte von nur einem Verlag waren und als Vergleichsbasis dienten: FORSCHUNGSDESIGN regionales Printabonnement eines Verlags regionales, website-basiertes Digitalabonnement eines Verlags überregionales, website-basiertes Digitalabonnement eines Verlags ANHANG ZUM METHODISCHEN VORGEHEN ACHT VARIANTEN WAREN ANBIETERÜBERGREIFENDE, ABONNEMENTBASIERTE BÜNDELANGEBOTE: Merkmale Variante regional Website dezentral anbieterübergreifendes, website-basiertes Digitalabonnement mit regionalen Inhalten und dezentralem Zugriff überregional Website dezentral anbieterübergreifendes, website-basiertes Digitalabonnement mit überregionalen Inhalten und dezentralem Zugriff regional und überregional Website dezentral anbieterübergreifendes, website-basiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie dezentralem Zugriff 18 – Online abrufbar unter → ARD/ZDF-Onlinestudie 2021 regional und überregional Website zentral anbieterübergreifendes, website-basiertes Digitalabonnement mit regionalen und überregionalen Inhalten sowie zentralem Zugriff 3736 Die Stichprobengröße betrug für die ersten zehn Szenarien jeweils 500 und für das elfte Szenario („Spotify für Journalismus“) 1.500 Befragte. Die einzelnen Szenarien wurden in Form von textbasierten Beschrei- bungen vorgestellt. Anschließend wurden die Teilnehmenden auf Basis der Messverfahren PSM-NMS und GGM zu ihren Zahlungsbereitschaften befragt. Sowohl PSM-NMS als auch GGM haben sich insbesondere in der Unternehmenspraxis etabliert und finden primär Anwendung bei Produkten, die am Markt noch nicht existieren. Gegenüber der direkten Abfrage einzelner Zahlungsbereitschaften („Wie viel sind Sie maximal bereit zu bezahlen?“) haben diese avancier- ten Methoden den Vorteil, dass Informationen zu mehreren Preispunkten vorliegen und Einzelangaben, die eine grundsätzlich höhere Verzerrungswahrscheinlichkeit aufweisen, weniger ins Gewicht fallen. Mithilfe der beiden Methoden konnten Nachfrage- und Umsatzpotentialkurven geschätzt werden. Erstere zeigen an, wie viel Prozent der Befragten das jeweilige Produkt durchschnittlich zu einem bestimmten Preis kaufen würden. Mithilfe der Umsatzpotentialkurven konnten umsatzmaximierende Preise, mithilfe der Nach- fragekurven Effekte von Subventionsmaßnahmen ermittelt werden. Die repräsentativen Stichproben für die einzelnen Produkte wurden auf die gesamte Online-Bevölkerung in Deutschland (laut ARD- und ZDF-Online- studie waren das 2021 66,6 Mio. Menschen 18) hochgerechnet, sodass das Umsatzpotential für den gesamten deutschen Onlinemarkt geschätzt werden konnte. Beide Methoden fragen aus Gründen der methodischen Validität (quasi-experimentelles Befragungsdesign) in jeder repräsentativen Befragungsgruppe jeweils nur ein Produkt ab. Mögliche Substitutionseffekte (wechseln die Befragten wirklich auf die vorgestellten Platt- formen?) bzw. die Wettbewerbssituation bleiben unberücksichtigt. Landesanstalt für Medien NRWCoopetition is King Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 3938 19 – Van Westendorp, P. H. (1976, September). NSS Price Sensitivity Meter (PSM) – A new approach to study consu- mer perception of prices. In Proceedings of the 29th ESOMAR Congress (Vol. 139167). 20 – Newton, D., Miller, J. & Smith, P. (1993). A market acceptance extension to traditional price sensitivity measurement, in: Proceedings of the American Marketing Association Advanced Research Techni- ques Forum. 21 – Vgl. etwa Kloss, D. & Kunter, M. (2016). The Van Westendorp Price-Sen- sitivity Meter As A Direct Measure Of Willingness-To-Pay. Eur. J. Manag. 16, 45–54, unter: → iabe.org/IABE-DOI/article. aspx?DOI=EJM-16-2.4, sowie Lipovetsky, S., Magnan, S. & Zanetti-Polzi, A. (2011). Pricing Models in Marketing Research. Intell. Inf. Manag. 03, 167–174, unter: → doi.org/10.4236/ iim.2011.35020 Ab welchem monatlichen Abo-Preis erachten Sie dieses Pro- dukt noch als günstig/als ein Schnäppchen („günstig“)? Ab welchem monatlichen Abo-Preis betrachten Sie dieses Produkt als so günstig, dass Sie dessen Qualität ernsthaft anz- weifeln und infolgedessen dieses nicht kaufen („zu günstig“)? Ab welchem monatlichen Abo-Preis würden Sie dieses Produkt als teuer bezeichnen, dennoch aber in Erwägung ziehen, es zu kaufen („teuer“)? Ab welchem monatlichen Abo-Preis würden Sie dieses Produkt als zu teuer bezeichnen und einen Kauf nicht mehr in Erwägung ziehen („zu teuer“)? Die Antworten auf diese Fragen wurden genutzt, um für jedes Produkt optimale Prei- se, Indifferenzpreise sowie akzeptable Preisspannen zu berechnen. Da so jedoch nicht beantwortet werden konnte, ob die Befragten die Produkte tatsächlich kaufen würden, wurden zwei Fragen ergänzt, die Newton, Miller und Smith22 als Erweiterung des PSM vorgeschlagen haben. Jeweils nach den Fragen zu „günstig“ und „teuer“ wurde gefragt: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie das Produkt zu dem von Ihnen gerade genannten monatlichen Abo-Preis kaufen würden?“. Die Befragten antworteten auf einer Skala von 1 („sehr unwahrscheinlich”) bis 5 („sehr wahrscheinlich”). Diese Skala wurde anschlie- ßend in Kaufwahrscheinlichkeiten übersetzt, wobei 1 einer Wahrscheinlichkeit von 0 Prozent entspricht und 5 einer Kaufwahrscheinlichkeit von 70 Prozent (2 = 10 Prozent; 3 = 30 Prozent; 4 = 50 Prozent), wie es in diesem methodischen Vorgehen als Standard etabliert ist. Die erhaltenen Daten wurden aggregiert und zur Schätzung einer Umsatzpotential- und Nachfragekurve auf Basis der Fragen nach dem „teuren“ und „günstigen” Preispunkt genutzt. Für die Fragen nach dem „zu teuren” und „zu günstigen” Preispunkt wurden im Sinne der Methode jeweils Kaufwahrscheinlichkeiten in Höhe von null Prozent angenom- men. Nach der Aggregation der Daten zu Nachfragekurven kann, wie bei diesem Ver- fahren üblich, von durchschnittlichen Kaufanteilen zu den jeweiligen Preisen gesprochen werden, die annahmegemäß auch potentielle Anteile von Käuferinnen und Käufern an der Grundgesamtheit darstellen. Aufgrund des starken Fokus auf den Preis als relevantes Kaufkriterium tendieren Be- fragte im PSM-Verfahren dazu, ihre Preissensitivität sowie die Wichtigkeit des Preises im Gegensatz zu anderen Produkteigenschaften zu überschätzen.23 Darüber hinaus erlaubt das PSM keine Abfrage von Konkurrenzprodukten, was die Interpretation der Veränderung von Marktanteilen durch Preisänderungen erschwert.24 Die Methode ist schließlich weniger gut geeignet, wenn die Befragten keine klare Vorstellung von Preis- grenzen haben, in denen sich ein Produkt befinden soll.25 22 – Newton, D., Miller, J. & Smith, P. (1993). A market acceptance extension to traditional price sensitivity measurement, in: Proceedings of the American Marketing Association Advan- ced Research Techniques Forum. 23 – Lyon, D. (2002). The price is right (or is it?). Mark. Res. 14, 8–13. 24 – Vgl. Diller, H. (2008). Preispolitik, 4. ed. Stuttgart. 25 – Vgl. Lipovetsky, S., Magnan, S. & Zanetti- Polzi, A. (2011). Pricing Models in Marketing Research. Intell. Inf. Manag. 03, 167–174, unter: → doi.org/10.4236/iim.2011.35020 Um eine vollständige Simulation des bestehenden Marktes und der Konkurrenzbedin- gungen vornehmen zu können, wurde daher zusätzlich im Juni 2022 eine Choice- Based-Conjoint-Analyse (CBC) durchgeführt. Die für die deutsche Online-Bevölkerung repräsentative Stichprobe der CBC (quotiert nach Alter, Geschlecht, Bildung, Haushalts- nettoeinkommen und Bundesland) umfasste 1.500 Personen des beauftragten Panel- Dienstleisters bilendi & respondi. Im Folgenden werden die drei verwendeten Methoden in ihrer Anwendung genauer erläutert und mit ihren Stärken und Grenzen diskutiert, um die wissenschaftliche Belastbarkeit der erhobenen Daten besser einschätzen zu können. Van Westendorp Price Sensitivity Meter mit der Newton-Miller- Smith-Erweiterung (PSM-NMS) Das Price Sensitivity Meter von Van Westendorp19 in Kombination mit der Erweiterung von Newton, Miller und Smith20 hat sich als Marktforschungsmethode zur Abfrage von akzeptablen Preisspannen etabliert.21 Die Befragten legen in diesem Verfahren mit ihren Antworten auf vier verschiedene Fragen eigenständig die für sie akzeptablen Preisgrenzen fest. In der vorliegenden Studie basierte die Erhebung nach PSM-NWS auf den folgenden Fragen, die den Probandinnen und Probanden zu jeweils einem der elf untersuchten Szenarien gestellt wurden: iabe.org/IABE-DOI/article.aspx iabe.org/IABE-DOI/article.aspx doi.org/10.4236/iim.2011.35020 doi.org/10.4236/iim.2011.35020 doi.org/10.4236/iim.2011.35020 Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 4140 Die Gabor-Granger-Methode (GGM)26 hat sich als Standardverfahren zur Ermittlung der höchsten Produktpreise, die Befragte zu zahlen bereit sind, etabliert. Die Methode wird regelmäßig verwendet, um Preise vor der Einführung neuer Produkte zu bestimmen.27 In der vorliegenden Studie wurde allen Probandinnen und Probanden jeweils zufällig einer von sechs vordefinierten Preispunkten (4,95 Euro, 9,95 Euro, 14,95 Euro, 19,95 Euro, 24,95 Euro oder 29,95 Euro) für eines der elf Szenarien präsentiert, zu dem sie ihre Kaufwahrscheinlichkeit angaben. Die Befragten beantworteten dazu die folgende Frage auf einer Skala von 1 („sehr unwahrscheinlich“) bis 5 („sehr wahrscheinlich“): „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie ein solches Produkt monatlich zu einem Preis von ... Euro abonnieren würden?“ Die Probandinnen und Probanden, die Skalenwerte von 1 oder 2 angaben, bekamen nachfolgend den nächsten niedrigeren Preispunkt angezeigt. Diejeni- gen, die mit Werten von 3 bis 5 antworteten, einen höheren. Die Abfrage endete, sobald der Preispunkt mit der individuell höchsten Kaufwahrscheinlichkeit abgefragt werden konnte. Die Antworten (Skalenwerte) wurden anschließend in Kaufwahrscheinlichkeiten umgerechnet, wobei ein Wert von 1 einer Wahrscheinlichkeit von 0 Prozent entspricht und 5 einer Kaufwahrscheinlichkeit von 70 Prozent (2 = 10 Prozent; 3 = 30 Prozent; 4 = 50 Prozent). Anhand dieser Daten konnten aggregierte Kaufwahrscheinlichkeiten für die verschiedenen Preispunkte bestimmt werden, die wiederum zur Schätzung einer Nach- fragekurve dienten. Auch hier liegen im Ergebnis durchschnittliche Kaufanteile zu den jeweiligen Preisen vor, die annahmegemäß auch potentielle Anteile von Käuferinnen und Käufern an der Grundgesamtheit darstellen.28 Jedoch betrachtet auch die GGM die Konkurrenzsituation nicht, was zu einer Überschätzung von Marktanteilen führen kann. Ferner überschätzt die Methode tendenziell die Kaufabsicht von Befragten. Gabor-Granger-Methode (GGM) 26 – Gabor, A. & Granger, C. W. J. (1979). Price sensitivity of the consumer. Management Decision. 27 – Vgl. Lipovetsky, S., Magnan, S. & Zanetti-Polzi, A. (2011). Pricing Models in Marketing Research. Intell. Inf. Manag. 03, 167–174, unter: → doi.org/10.4236/iim.2011.35020 28 – Vgl. Puliyel, T. & Ravi, V. (1990). Pricing Research – A Comparison of three techniques; in: Journal of the Market Research Society. J. Mark. Res. Soc. 32, 207–216, sowie Müller, H. (2006). Der Preis als Qualitätsindikator: Experimen- telle Untersuchungen auf Basis des Konzepts der Buy-Response-Curve, unter: → doi.org/10.24352/UB.OV- GU-2018-291 Mithilfe von Conjoint-Analysen werden vor allem im Marketing die Nutzenbeiträge von einzelnen Produkteigenschaften (sowie deren Ausprägungen) geschätzt. Den Be- fragten werden dafür Produkte präsentiert, die sich hinsichtlich ihrer Eigenschaften unterscheiden und aus denen sie das aus ihrer Sicht beste Produkt auswählen sollen. Auf Basis der Auswahlentscheidungen können dann die Nutzenbeiträge der jeweili- gen Produkteigenschaften und ihrer Ausprägungen berechnet werden. Bei der CBC 29 geben die Befragten keine Zahlungsbereitschaften oder Kaufwahrscheinlichkeiten zu bestimmten Preispunkten an, sondern werden wiederholt mit verschiedenen Auswahl- möglichkeiten, sogenannten „Choice-Sets“, konfrontiert. Mithilfe der CBC soll eine rea- le Kaufsituation simuliert werden, bei der die Befragten auch die Möglichkeit haben, sich für keines der vorgestellten Produkte (also für eine sogenannte „Nicht-Wahl-Op- tion“) zu entscheiden. Dadurch, dass die Befragten bei der CBC Auswahlentscheidun- gen (statt, wie etwa bei der klassischen Conjoint-Analyse, Bewertungen einzelner Produkte) vornehmen, kann die Methode die Entscheidungssituation realitätsnäher abbilden und die Validität bei der Berechnung von Präferenzen verbessern.30 Die CBC ermöglicht es darüber hinaus, explizit die Konkurrenzsituation in einem Markt zu be- rücksichtigen und Produkteigenschaften abzufragen, die über den Preis hinausgehen. Wenn der Preis weniger im Vordergrund steht, verringert sich auch die Gefahr eines strategischen Antwortverhaltens der Befragten. In der vorliegenden Studie bestand für die Befragten jeweils die Wahl zwischen fünf verschiedenen Eigenschaftskombinationen journalisti- scher Produkte sowie der Option, keines der angebotenen Produkte zu wählen. Die Produkteigenschaften unterschieden sich in Format (gedruckt, Website, App, E-Paper sowie eine Kombination aus Website, App und E-Paper), Umfang der Inhalte (regionale und überregionale Plattform, überregionale Plattform, regionale Plattform, eine Regional- zeitung und eine überregionale Zeitung sowie eine überregionale Zei- tung und eine Regionalzeitung), Zugriff (zentral oder dezentral) sowie Preis (4,95 Euro, 9,95 Euro, 14,95 Euro, 19,95 Euro, 29,95 Euro, 39,95 Euro, 49,95 Euro, 59,95 Euro). Dabei wurden für die digitalen Produkte Preise von maximal 29,95 Euro angezeigt. Dadurch sollte eine Ver- gleichbarkeit mit den Ergebnissen der vorangegangen Schätzmethoden (in denen die optimalen Preise für digitale Abos bei maximal 29,95 Euro lagen) hergestellt werden. Darüber hinaus sollte sichergestellt werden, dass die Anzahl der Entscheidungssituationen für die Befragten nicht zu hoch ausfiel. Für das Abonnement eines gedruckten Presseprodukts Choice-Based-Conjoint-Analyse (CBC) 29 – Louviere, J.J. & Woodworth, G. (1983) Design and Analysis of Simulated Consumer Choice or Allocation Experi- ments: An Approach Based on Aggregate Data. J. Mark. Res. 20, 350–367, unter: → doi. org/10.1177/002224378302000403 30 – Vgl. Gensler, S. (2006) Ermittlung von Präferenzen für Produkteigenschaf- ten mit Hilfe der Choice-Based Conjoint Analyse, Teil I. WiSt - Wirtsch. Stud. 35, 254–258, unter: → temme.wiwi.uni-wuppertal.de fileadmin/_migrated/content_uploads/ gensler2006_1.pdf doi.org/10.4236/iim.2011.35020 doi.org/10.24352/UB.OVGU-2018-291 doi.org/10.24352/UB.OVGU-2018-291 doi.org/10.1177/002224378302000403 doi.org/10.1177/002224378302000403 temme.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/gensler2006_1.pdf temme.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/gensler2006_1.pdf temme.wiwi.uni-wuppertal.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/gensler2006_1.pdf Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 4342 wurden alle Preise unter 19,95 Euro ausgeschlossen. Außerdem blieben Kombinationen aus Bündel- und Printprodukten sowie aus Einzelprodukten in Verbindung mit dezentralen Strukturen in der CBC aus logischen Erwägungen unberücksichtigt. Zur Berechnung der Teilnutzenwerte wurden den Befragten nicht nur Choice Sets aus den einzelnen Eigenschaften und deren Ausprägungen präsentiert, sondern es wurde auch abgefragt, für wie „wünschenswert“ sie die Ausprägungen bei journalistischen Produkten hielten. Die Befragten hatten in 25 Entscheidungssituationen die Möglichkeit, zwischen sechs Choice Sets zu wählen, wobei eine der Optionen jeweils eine „Nicht-Wahl-Option“ repräsentierte. Aus der CBC können Präferenzen und Teilnutzenwerte für einzelne Produkteigenschaften auf Individual- basis sowie für die gesamte Stichprobe abgeleitet werden. Diese eignen sich für die Schätzung von Nachfragekurven und die hierauf aufbauende Simulation von Märkten. In der CBC wird streng genommen von sogenannten „Präferenzanteilen“ und nicht von Kauf- oder Marktanteilen gesprochen. Die jeweiligen Prozentzahlen sagen demnach aus, zu wie viel Prozent die Präferenzen der Befragten durchschnittlich in den Produkten abgebildet werden. Diese „Präferenzanteile“ geben üblicherweise an, zu wie viel Prozent eine Person das Produkt wählen bzw. kaufen würde, wenn nur die Wahl zwischen den in den Entschei- dungssituationen präsentierten Produkten bestünde. Ausgehend von jener Interpretation wurden diese im Rahmen der CBC-Ergebnisse als „Kaufanteile“ betrachtet. Die CBC ermöglicht vergleichende Schätzungen von Marktergebnissen auf Basis modellierter Gesamtmarktsimulationen. Sie gilt in der Medienökonomie als eine einschlägige State-of-the-Art-Methode zur prognostischen Schätzung von Auswirkungen auf den Gesamtmarkt, die sich beispielsweise bei der Einführung neuartiger Marktprodukte ergeben würden. Dies belegt u. a. ihre vielfache Anwendung in den wissenschaftlichen Marktgutachten der Drei-Stufen-Tests zu den Marktauswirkungen geplanter (Erweiterungen) öffentlich-rechtlicher Online-Angebote. Analog dazu wurde die CBC auch in der vorliegenden empirischen Studie verwendet. Einschränkend muss hervorgehoben werden, dass die Ergebnisse der CBC stark davon abhängen, wel- che Produkteigenschaften in die Analyse aufgenommen und wie diese gegenüber den Befragten definiert werden. Probleme können sowohl hinsichtlich der Vollständigkeit als auch der Verständlichkeit der Eigenschaften sowie deren Ausprägungen auftreten. Hinzu kommt, dass auch die CBC eine Tendenz zur (gleichmäßigen) Überschätzung der Nachfrage nach allen angebotenen Produkten aufweist. Dass solche Überschätzungen zu Verzerrungen bei der Modellierung von Marktnachfragestrukturen führen könnten, ist nicht auszuschließen. Wie die weit verbreitete Anwendung der CBC (z. B. in den Marktsimulationen für die Drei-Stufen-Tests von Telemedienangeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks) zeigt, wird dieses Risiko einer strukturellen Verzerrung aber nicht als so gravierend angesehen, als dass es die grundsätzliche Validität der Methode in der Prognose relativer Veränderungen beeinträchtigen würde. Übergreifende Limitationen und Grenzen der verwendeten Schätzverfahren Sämtliche in der vorliegenden Studie verwendeten Methoden (PSM-NMS, GGA und CBC) sind nicht-anreizkompatible Verfahren der Messung von Zahlungsbereitschaften. Ihr größter Nachteil besteht darin, dass es sich um Erhebungen in einer hypothetischen Situation handelt. Eine Verzerrung kann dadurch entstehen, dass keine tatsächliche Aus- tauschbeziehung zustande kommt (die Probandinnen und Probanden das Produkt also nicht tatsächlich kaufen) und so tendenziell eine zu hohe Zahlungsbereitschaft angege- ben werden könnte. Ferner kann eine strategische Verzerrung entstehen, da Probandin- nen und Probanden eventuell den Eindruck gewinnen, durch ihre Angaben Einfluss auf die tatsächliche Preisgestaltung für ein Produkt nehmen zu können. Sie geben in der Befragung dann einen geringeren Preis als denjenigen an, der ihrer eigentlichen Zah- lungsbereitschaft entspricht, um höhere Preise in realen Kaufsituationen zu verhindern. Anreizkompatible Messmethoden, bei denen Probandinnen und Probanden zumindest theoretisch den Anreiz haben, ihre wahren Zahlungsbereitschaften zu offenbaren – wie etwa bei Auktionen – können in der Regel nur mit bereits existierenden Produkten durchgeführt werden und sind zudem sehr aufwändig (z. B. in experimentellen Settings). Für hypothetische oder fiktive Produkte wie im Fall der vorliegenden Studie sind sie kaum anwendbar. Aufgrund dieser methodischen Limitationen ist es naheliegend, dass die gemessenen Zahlungsbereitschaften und damit auch der Verlauf der Nachfragekurven in der vor- liegenden Studie etwa durch gleichmäßige Überschätzungseffekte verzerrt sind. Mittels der Kombination mehrerer Messverfahren und einer Studien-Replikation in mehreren Befragungen kann dieses Problem abgemildert, aber nicht vollständig ausgeräumt wer- den. Da die Verzerrungen jedoch für alle Gruppen, abgefragten Produkte und Produkt- eigenschaften in einem ähnlichen Ausmaß vorliegen sollten, lassen sich – im Gegensatz zu den absoluten Höhen – robuste Aussagen über die relativen Verläufe der Nachfra- ge- und Umsatzkurven sowie Veränderungen von Umsätzen und Marktdurchdringung treffen. Wie Vergleiche mit den derzeitigen Marktdaten zeigen, führen alle drei in der Studie angewandten Methoden offenbar zu diesen gleichmäßigen Überschätzungseffek- ten. Trotz dieser Limitationen können die verwendeten State-of-the-art-Methoden als die am besten geeigneten Schätzverfahren für die Ziele des Whitepapers gelten. 31 – Vgl. Weiner, J.L. & Zacharias, B. (2004). Pricing New-to-Market Technologies: An Evaluation of Applied Pricing Research Techniques. Ipsos Insight, unter: → edisciplinas.usp.br/pluginfile. php/5557032/mod_resource/content/1/ Pricing%20new-to-market%20techno- logies.pdf edisciplinas.usp.br/pluginfile.php/5557032/mod_resource/content/1/Pricing%20new-to-market%20technologies.pdf edisciplinas.usp.br/pluginfile.php/5557032/mod_resource/content/1/Pricing%20new-to-market%20technologies.pdf edisciplinas.usp.br/pluginfile.php/5557032/mod_resource/content/1/Pricing%20new-to-market%20technologies.pdf edisciplinas.usp.br/pluginfile.php/5557032/mod_resource/content/1/Pricing%20new-to-market%20technologies.pdf Coopetition is King Landesanstalt für Medien NRW 4544 BDZV, MVFP und BVDA (2022): Verlegerverbände begrüßen Bundesratsinitiative zur Gewährleistung der flächende- ckenden Versorgung mit periodischen Presseerzeugnissen. Gemeinsame Pressemitteilung vom 8. 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Zuvor war er unter anderem Universitäts- professor für Medien- und Technologiemanagement an der Universität zu Köln, Juniorprofessor für Me- dienmanagement an der Universität Hamburg und Visiting Assistant Professor an der Michigan State University. Er hat Volkswirtschaftslehre in Hamburg und Paris studiert. Christian Wellbrock forscht und lehrt insbesondere zu den Themen Management und Ökonomik des digitalen Journalismus und Platt- formökonomik. Seit 2022 ist er Mitglied der Jury der Wiener Medieninitiative. Kontakt: → c.wellbrock@hamburgmediaschool.com Lukas Erbrich (M.A.) ist wissenschaftlicher Mit- arbeiter im Fachschwerpunkt Medienökonomie am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Er promo- viert dort zu journalistischen Plattformen. Daneben befasst er sich mit ökonomischen Grundlagen jour- nalistischer Startup-Gründung und Freiberuflichkeit sowie mit Innovations- und Projektmanagement im Medienbereich. Zuvor studierte er BWL, VWL und Journalismus an den Universitäten Duisburg-Essen und Dortmund. Während seines Master-Studiums arbeitete er an den Lehrstühlen für Wirtschafts- politischen Journalismus und Applied Economics und absolvierte Praktika bei F.A.Z., Bundesbank und EU-Kommission. Kontakt: → lukas.erbrich@tu-dortmund.de Prof. Dr. Frank Lobigs ist seit 2007 Professor für Medienökonomie an der TU Dortmund. Er absol- vierte ein Doppel-Diplomstudium der VWL und der Journalistik und war wissenschaftlicher (Ober-) Assistent in Heidelberg und Zürich. In Lehre und Forschung befasst er sich insbesondere mit gesell- schaftlich relevanten Fragen der digitalen Trans- formation der Medien. In diesem Feld hat er in den letzten Jahren mehrere Gutachten, Expertisen und Studien im Auftrag von Politik, Regulierungsbehör- den, Experten-Kommissionen, Wissenschaftsaka- demien sowie Wirtschaftsverbänden/Medienunter- nehmen (mit)verfasst. Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift „MedienWirtschaft“. Kontakt: → frank.lobigs@tu-dortmund.de Jun.-Prof. Dr. Christopher Buschow ist Juniorprofes- sor für „Organisation und vernetzte Medien“ an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Er forscht und lehrt schwerpunktmäßig zu Innova- tionen in der Organisation und Finanzierung des digitalen Journalismus sowie zu Unternehmens- gründungen in der Medienbranche. Aktuell leitet er das Forschungsprojekt „Neue Formen der organi- sierten Zusammenarbeit im Journalismus“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ge- fördert wird. Seine Arbeiten wurde unter anderem mit dem Niedersächsischen Wissenschaftspreis und dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stif- tung ausgezeichnet. Kontakt: → christopher.buschow@uni-weimar.de c.wellbrock%40hamburgmediaschool.com= lukas.erbrich%40tu-dortmund.de= frank.lobigs%40tu-dortmund.de= christopher.buschow%40uni-weimar.de= Coopetition is King 48
Im Interesse der Branche und im Interesse einer vielfältigen Audiolandschaft NRW
Streaming) auch aus Anbietersicht zu untersuchen. Die Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW) als lizenzgebende Anstalt verfolgt mit dem DAB+Re- gio-Multiplex folgende Ziele: § Es soll eine möglichst hohe Angebots-Vielfalt erreicht werden. § Der Lokalfunk [...] Unsplash G O L D M E D I A DAB+REGIO IN NRW / GEPLANTE VERSORGUNGSSTRUKTUR 6Quelle: LFM NRW, interne Planungsunterlagen, vorbehaltlich konkreter Frequenzabstimmung und –Planung, Stand: 09/2022 Kreis Euskirchen Städteregion Aachen Kreis Düren Kreis Heinsberg [...] Radio Westfalica Anzahl Lokalradios: 6 Stadt Bielefeld Radio Bielefeld Quelle: LFM NRW, interne Planungsunterlagen, vorbehaltlich konkreter Frequenzabstimmung und -Planung, Stand: 09/2022 G O L D M E D I A Laut NRW-Pendlerstatistik gibt es rund 7,5
Im Interesse der Branche und im Interesse einer vielfältigen Audiolandschaft NRW
in der frequenzregulatorischen Planungsphase. Die Landesanstalt für Medien NRW (LFM NRW) als lizenzgebende Anstalt verfolgt mit dem DAB+Regio-Multiplex folgende Ziele: ▪ Es soll eine möglichst hohe Angebots-Vielfalt erreicht werden. ▪ Der Lokalfunk [...] wurde die Goldmedia GmbH, in Fortführung eines Gutach- tens von 2018, durch die LFM NRW im September 2022 damit beauftragt, die wirtschaftlichen Potenziale einer DAB+Regio-Verbreitung in NRW zu prüfen. Executive Summary: WIRTSCHAFTLICHE POTENZIALE
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über die Datenschutzbeauftragte oder den Datenschutzbeauftragten der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Datenschutzsatzung) vom 18. August 2023* * Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Nordrhein-Westfalen – Nr. 26 vom 11. September 2023 (GV. NRW. S. 1112) 1 Satzung über die Datenschutzbeauftragte oder den Datenschutzbeauftragten der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (Datenschutzsatzung) Vom 18. August 2023 Aufgrund von § 49 Absatz 5 des Landesmediengesetzes Nordrhein-Westfalen (LMG NRW) vom 2. Juli 2002, zuletzt geändert durch Artikel 3 des Gesetzes vom 13. April 2022 (GV. NRW. S. 504), erlässt die Landesanstalt für Medien NRW folgende Satzung: § 1 Geltungsbereich Diese Satzung regelt die Ausgestaltung des Amtes der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten der Landesanstalt für Medien NRW als zuständige Aufsichtsbehörde im Sinne von § 49 Absatz 2, § 51a LMG NRW in Verbindung mit den Regelungen des Telemedienzuständigkeitsgesetzes (TMZG) und Artikel 51 der Verordnung (EU) 2016/679 auf Grundlage der Satzungsermächtigung in § 49 Absatz 5 LMG NRW. § 2 Rechtsstellung (1) Nach Bestellung durch die Medienkommission schließt die/der Vorsitzende der Medienkommission mit der Datenschutzbeauftragten/dem Datenschutzbeauftragten für die Dauer der vierjährigen Amtszeit, längstens jedoch bis zum Eintritt des gesetzlichen Rentenalters, einen Dienstvertrag. In diesem Dienstvertrag ist die Verpflichtung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten aufzunehmen, die Vorsitzende /den Vorsitzenden der Medienkommission über geplante Auslandsdienstreisen und Urlaubsabwesenheiten zu informieren. Die Datenschutzbeauftragte/der Datenschutzbeauftragte stellt die Vertretung für diesen Zeitraum oder für andere Fälle der Verhinderung oder Abwesenheit im Sinne von § 49 Absatz 1 Satz 4 LMG NRW sicher. (2) In Bezug auf die erforderliche Qualifikation der Vertretung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten und hinsichtlich der Vorgaben zu ihrer Unabhängigkeit bei den von ihr wahrgenommenen Aufgaben gilt § 49 Absatz 1 Satz 3 LMG NRW entsprechend. Für die Rechtsstellung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten gelten vorrangig die Datenschutzvorschriften des LMG NRW, des Medienstaatsvertrages, der Datenschutzgrundverordnung, der §§ 19 bis 25 des Telekommunikations-Telemedien- Datenschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung und andere Vorschriften über den Datenschutz. . 2 § 3 Rechtsstellung der Mitarbeiter (1) Die Datenschutzbeauftrage/der Datenschutzbeauftragte entscheidet über die Auswahl ihrer/seiner Mitarbeiter, welche allein ihrer/seiner Weisung unterstehen. Die Direktorin/Der Direktor schließt die Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten. In den Arbeitsverträgen ist zu regeln, dass die Mitarbeit bei der Datenschutzbeauftragten/dem Datenschutzbeauftragten unter ihrer/seiner Leitung und frei von Weisungsbefugnissen der Organe der Landesanstalt für Medien NRW erfolgt. (2) Soweit Mitarbeiter im Einvernehmen mit der Datenschutzbeauftragten/dem Datenschutzbeauftragten arbeitsvertraglich vorübergehend oder projektbezogen mit anderen Aufgaben in der Landesanstalt für Medien NRW betraut werden, erfüllen sie diese Aufgaben unter der Leitung und Weisung der Direktorin/des Direktors oder einer/ eines von der Direktorin/von dem Direktor Beauftragten. (3) Soweit Mitarbeiter im Einvernehmen mit der Landesanstalt für Medien NRW vorübergehend und/oder projektbezogen mit Aufgaben der Datenschutzaufsicht betraut werden, erfüllen sie diese Aufgaben unter der Leitung und Weisung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten. (4) In den Fällen des Absatzes 2 und 3 entscheiden die Datenschutzbeauftragte/der Datenschutzbeauftragte und der oder die jeweilige Dienstvorgesetzte des Mitarbeiters einvernehmlich über die Genehmigung von Anträgen auf Dienstbefreiung (Erholungsurlaub, Sonderurlaub, Arbeitszeitverkürzung, Freizeitausgleich) (5) Die Mitarbeiter der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten dürfen keine anderen Aufgaben bei Rundfunkanbietern nach dem LMG NRW oder mit ihnen verbundenen Unternehmen ausüben. § 4 Grundsätze der Vergütung (1) Die Medienkommission legt die Vergütung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten für die Dauer der Amtszeit unter Berücksichtigung ihrer/seiner beruflichen Erfahrung in Anlehnung an die Vergütungsstruktur der Mitarbeiter der Landesanstalt für Medien NRW fest. (2) Die Vergütung für Mitarbeiter der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten richtet sich nach den für die Mitarbeiter der Landesanstalt für Medien NRW allgemein geltenden Grundsätzen. § 5 Dienstzeit, Erreichbarkeit Die Datenschutzbeauftragte/der Datenschutzbeauftragte stellt sicher, dass jedenfalls zu den üblichen Dienstzeiten eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation möglich ist. Über Ort und Zeit ihrer/seiner Diensterbringung entscheidet die Datenschutzbeauftragte/der Datenschutzbeauftragte selbst. Die Landesanstalt für Medien NRW stellt, soweit erforderlich, die Ausstattung und das Büro der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten sowie für deren/dessen Mitarbeiter im Sinne von § 6 zur Verfügung. 3 § 6 Aufgabenplanung und Finanzierung (1) Die Datenschutzbeauftragte/der Datenschutzbeauftragte erstellt in eigener Verantwortung unter Nutzung aller für ihren/seinen Auftrag relevanten Informationen und Einschätzungen eine Aufgabenplanung für einen Zeitraum von zwei Jahren. Sie ist jährlich fortzuschreiben. Planungsgrundlage sind die finanziellen Rahmendaten des Haushaltsplans der Landesanstalt für Medien NRW, soweit die Datenschutzaufsicht betroffen ist. (2) Die Medienkommission genehmigt den Bedarf für die Personal-, Finanz- und Sachausstattung der Datenschutzbeauftragten/des Datenschutzbeauftragten und übt die Finanzkontrolle unter Berücksichtigung der Unabhängigkeit des Amtes aus. Dabei muss, unter der Berücksichtigung der Grundsätze einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltsführung stets sichergestellt werden, dass die Personal-, Finanz- und Sachausstattung den Anforderungen des Artikel 52 Absatz 4 der Datenschutz- Grundverordnung entspricht § 7 Inkrafttreten Diese Satzung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Düsseldorf, den 18. August 2023 Der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen Dr. Tobias Schmid Änderung KostenS_final.pdf Änderung KostenS-Titel Satzung zur erhebung von kosten im bereich der aufsicht über bundesweit ausgerichtete medien Seiten aus VII-73.23_Datenschutzsatzung.pdf
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