Zukunft des Radios

Die Zukunft ist leider auch mit Blick auf den Hörfunk nur bedingt vorhersehbar. Sicher ist, dass sich der Radiomarkt in NRW deutlich verändern wird. Dies jedenfalls ist eines der Ergebnisse eines Gutachtens, das die Landesanstalt für Medien im Herbst 2018 veröffentlichte. Das Gutachten ist von dem Medienwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Goldhammer erstellt worden und wartet, was die UKW-Verbreitung betrifft, mit pessimistischen Prognosen auf. Goldhammer sagte nämlich, dass der Konkurrenzdruck auf den klassischen UKW-Hörfunk erheblich steigen werde: „Die Bedeutung von UKW wird durch digitale Verbreitungswege und neue Wettbewerber zwangsläufig abnehmen.“ Erwartet wird, dass der Anteil von UKW an der Hörfunknutzung in den kommenden Jahren um bis zu 30 Prozent absinken könnte. Dies wird vor allem die privaten Lokalradios, die ja alle über UKW senden, vor Probleme stellen.

Vor diesem Hintergrund kommt neuen digitalen Übertragungswegen eine große Bedeutung zu, zum Beispiel DAB+. Ziel der Landesanstalt für Medien NRW ist weiterhin die möglichst umfassende Versorgung der Bevölkerung mit einem vielfältigen und zukunftstauglichen Audio-Angebot. Über die digitalen Verbreitungswege besteht die Chance, Vielfalt zu erhöhen, und zwar sowohl bei den Inhalten als auch bei den Veranstaltern.

Mit DAB+ wird das Audioangebot in Nordrhein-Westfalen deutlich vergrößert. Mehr Inhalte können über mehr Verbreitungswege ausgespielt und von Menschen genutzt werden. Damit berücksichtigen wir auch Entwicklungen der letzten Jahre: Der Konsum von und das Interesse an Audio-Inhalten sind gestiegen. Hörgewohnheiten der Nutzerinnen und Nutzer sind „mobiler“ geworden.

Digitalradio DAB+

Die Nutzung des DAB+-Standards zur Verbreitung digitalen Hörfunks gewinnt in Europa und in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend an Bedeutung. Um auch in Nordrhein-Westfalen die Nutzung von DAB+-Übertragungskapazitäten zu ermöglichen, hat die Landesanstalt für Medien NRW verschiedene Schritte unternommen.

Die sogenannte "Zuordnung von Übertragungskapazitäten" für die landesweit einheitliche DAB+-Bedeckung durch den Ministerpräsidenten des Landes NRW an die Landesanstalt für Medien NRW erfolgte Anfang Juli 2020. Die Ausschreibung dieser Kapazitäten endete im Januar 2021, daran schloss sich eine Verständigung zwischen allen Antragstellerinnen und -stellern des Zuweisungsverfahrens an. Alle zwölf antragstellenden Hörfunkveranstalter mit ihren dreizehn Programmen konnten auf der Plattform berücksichtigt werden. Die beiden anderen Plattformanbieterinnen, die sich auf die Übertragungskapazitäten beworben haben, wurden in die technische Abwicklung des Sendernetzbetriebs eingebunden. Darüber hinaus werden neben den dreizehn Programmen im Rahmen der gefundenen Verständigung drei weitere Hörfunkprogramme integriert. Es stehen somit gleich zum Sendestart sechzehn neue Programme für NRW bereit.