Nackt im Netz

Frei verfügbare Pornografie

Denkt man an nackte Haut im Netz, kommen den meisten Menschen vermutlich erst einmal Pornos in den Sinn. Immerhin macht Pornografie rund ein Drittel der Inhalte im Internet aus. Grundsätzlich ist Pornografie auch nicht verboten, aber es gibt eine Reihe gesetzlicher Bestimmungen, die beachtet werden müssen, um sie im Internet verbreiten zu dürfen. So muss vor allem sicher gestellt werden, dass pornografische Inhalte für Minderjährige nicht frei zugänglich sind. Das gelingt in der Regel durch geschlossene Nutzergruppen, zu denen man nur Zutritt erhält, wenn man vorher sein Alter verifiziert hat.

Cybergrooming

Aber neben solchen, unter Umständen legalen Inhalten, kann Nacktheit im Netz auch Formen annehmen, bei denen die Grenze zu Illegalität überschritten wird. Versuchen Erwachsene gezielt und mit sexuellen Absichten Kontakt mit Kindern herzustellen, sogenanntes Cybergrooming, machen sie sich strafbar. Umfragen zeigen, wie ernst diese Thematik ist. So gibt ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen an, im Internet schon einmal von einem Erwachsenen zu einem Treffen aufgefordert worden zu sein. Doch nicht nur Cybergrooming stellt einen Straftatbestand dar. Vielmehr ist jedwede Darstellung von Kindern und Jugendlichen im sexuellen Kontext prinzipiell verboten und zählt wie Gewalt- und Tierpornografie zu den absolut unzulässigen Inhalten.

Wenn Sexting zum Problem wird

Aber auch freiwillig erstellte Bilder und Videos, die beim Sexting verschickt werden, können zum Problem werden. Auch wenn oder vielleicht sogar gerade weil das Thema für viele unangenehm ist und Ängste wecken kann, muss darüber gesprochen werden. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen trägt der offene und ehrliche Dialog zu einem sicheren und selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien bei.

In einigen Fällen kommen präventive Maßnahmen allerdings zu spät, weil die Empfänger der privaten Schnappschüsse mit den Inhalten nicht vertraulich umgehen oder sie auf anderem Wege - etwa durch Diebstahl oder Datenlecks - in die Hände Dritter gelangen. Häufig hört man in diesem Kontext auch den Begriff Revenge Porn, also Rachepornografie. Damit ist die bewusste und gezielte Verbreitung intimer Bilder oder Videos von Personen gemeint, um Druck auf diese auszuüben oder sie für eine vermeintliche Verfehlung zu bestrafen.  Viele Betroffene fragen sich, was in so einer Situation zu tun ist und wie es weiter geht. Zunächst einmal ist es ist wichtig zu wissen, dass sich jemand, der gegen den Willen der abgebildeten Personen intime Fotos verbreitet, strafbar macht. Wenn die Aufnahmen pornografisch und die abgebildeten Personen unter 18 Jahre alt sind, machen sich außerdem auch dritte Personen, die im Besitz der Inhalte sind, strafbar. In Fällen von Rachepornografie kommt unter Umständen noch der Tatbestand des Stalkings hinzu. Es ist also durchaus sinnvoll, die Polizei einzuschalten und sich an Vertrauenspersonen zu wenden, um die Verbreitung schnellstmöglich einzudämmen und als Betroffene oder Betroffener Unterstützung zu erfahren. Mehr Informationen und individuelle Beratung bietet auch das von der Landesanstalt für Medien getragene Angebot fragzebra.de