Desinformation

Desinformation – der Begriff bestimmt immer wieder die Schlagzeilen der Zeitungen, die Fragestellungen auf Podien und die Agenden der nationalen sowie internationalen Politik. Doch warum ist das so und was bedeutet der Begriff Desinformation eigentlich?

Was bedeutet der Begriff Desinformation?

Die Einigung auf eine Definition für den Begriff der Desinformation fällt bis heute schwer. Einige Elemente sind jedoch unumstritten: Es handelt sich um eine Information, die bewusst falsch gesetzt und gezielt verbreitet wird. Auch wenn es Desinformation schon vor dem Internet gab, hat ihre strukturierte Verbreitung vor allem im Digitalen besorgniserregende Ausmaße angenommen.

Häufig dient die Verbreitung von Desinformation einem politischen oder wirtschaftlichen Ziel. Beispiele für diese Ziele sind die Verunsicherung der Bevölkerung über die Bedeutung und Tragweite aktueller Ereignisse oder die Schwächung bestimmter politischer Positionen, Personen oder Unternehmen und damit die Beeinflussung von Meinungsbildung. Ein anderes Beispiel ist sogenanntes „Clickbaiting“, also das Provozieren von höheren Zugriffszahlen durch reißerische Titelüberschriften und damit die Steigerung der Werbeeinnahmen. 

Wie sieht Desinformation aus?

Desinformation hat viele Gesichter. Sie kann beispielsweise die Publikation faktisch falscher Geschichten unter dem Deckmantel des Journalismus sein. Aber auch gekaufte Likes, die massenhafte Verwendung von Fake Accounts oder nicht gekennzeichnete politische Werbung werden bisweilen als Desinformation bezeichnet. Eine wichtige Aufgabe ist es nun, die verschiedenen Facetten von Desinformation erkennen und unterscheiden zu lernen. Nur dann kann man diesem Problem angemessen begegnen.

Warum ist Desinformation gefährlich?

Desinformation ist demokratiegefährdend. In einer Demokratie, in der jede und jeder Wahlberechtigte durch seine Stimme den Ausgang von Wahlen und damit die politische und soziale Realität in seinem Land mitgestalten kann, ist es eine Grundvoraussetzung, dass Informationen frei zugänglich und faktisch richtig sind. Dabei spielen die Medien eine wichtige Rolle. In den Medien findet der öffentliche Diskurs statt und die verschiedenen Meinungen und auch Stimmungsbilder in der Bevölkerung sollen sich in ihnen wiederspiegeln. Durch die Verbreitung von Desinformation wird dieses entscheidende Element einer jeden Demokratie jedoch nicht gewährleistet. Das macht sie zu einem zentralen Thema für die Innen-, Außen- oder Wirtschaftspolitik. Aber auch die Medienpolitik muss sich mit diesem Phänomen befassen.

Warum ist Desinformation ein medienpolitisches Thema?

Die Medienaufsicht in Deutschland ist der Meinungsfreiheit verpflichtet. Unsere wichtigste Aufgabe ist es, eine freie Meinungsäußerung in den Medien und eine freie Meinungsbildung durch die Medien zu ermöglichen. Wenn jedoch der öffentliche Diskurs durch die gezielte Verbreitung von Falschinformationen verzerrt wird, ist das nicht möglich. Hier muss also eine medienpolitische Lösung her.

Die besondere Herausforderung im Umgang mit Desinformation liegt darin, dass sie das Herzstück einer demokratischen Medienordnung für sich nutzt und es gleichzeitig zerstört: Das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht zu erhalten und gleichzeitig vor strafbarem Missbrauch zu schützen, wird die Medienpolitik in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen. Auf unserer Website halten wir Sie gerne über unsere Arbeit zu dieser Frage auf dem Laufenden.