Unsere Preisträgerinnen und Preisträger

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Campusradio-Preises 2021 stehen fest. Wir gratulieren ganz herzlich und bedanken uns für die innovativen, einfallsreichen und hörenswerten Audiobeiträge.

Interview

Die Gewinner sind Matthias Fromm und Michael Rüttermann von bonnFM mit ihrem Beitrag "Interviewreihe zur Bundestagswahl 2021".

Das sagt die Jury:

Das politische Interview zählt zu den Königsdisziplinen des Radios. Neben den Inhalten geht es hier stets auch um die Balance: Wann den Gesprächspartner reden lassen, wann Gegendruck aufbauen? Wann strenger Anwalt des Publikums sein, wann Nähe aufbauen? Wann große Themen ansprechen, die die Allgemeinheit betreffen, wann speziellere Fragen, die für bestimmte Gruppen wichtiger sind? bonnFM gelingt all das: Mit der Interviewreihe zur Bundestagswahl 2021. Ob Klimaschutz, die Frage nach bezahlbarem Wohnraum oder die Stellung der Stadt Bonn im Bund: Dank einer konsistenten Interviewführung und einem klaren Fokus auf die eigene Zielgruppe entstanden hier politische Interviews, die einen klaren Mehrwert bieten konnten, im politischen Diskurs und bei der Wahlentscheidung. Dass zusätzliche Ausspielwege in sozialen Netzwerken und als Podcast mitgedacht wurden, rundet das Konzept ab – und macht es preiswürdig und vorbildlich.

Podcast

Gewinner dieser Kategorie ist Jan Dahlmann von eldoradio* mit seinem Beitrag "Freut mich!".

Das sagt die Jury:

„Freut mich! Der Interview-Podcast mit Jan Dahlmann“ – mit diesem Titel geht das Format ohne Umschweife und sehr selbstbewusst in das Rennen um Hörer*innen der Podcast-Welt. Zurecht, findet die Jury. Denn mit diesem Angebot sticht eldoradio* aus dem Bewerber*innen-Feld eindeutig heraus: Auch wenn es Interview-Podcasts wie Sand am Meer gibt, schafft Jan Dahlmann durch seine neugierige und persönliche Art die Grenzen eines normalen Interviews hinter sich zu lassen – es entstehen echte Gespräche. Der Podcast lebt von Dahlmann und versorgt die Hörer*innen regelmäßig mit guten und aufschlussreichen Momenten, die neugierig auf seine Gäste machen. Im Sommer 2020 gestartet, bietet er in über 40 Folgen Künstler*innen eine Bühne, die sie besonders zu Pandemie-Zeiten benötigen. Das Format ist zuerst vom Medium Podcast aus gedacht, keine Zweitverwertung des Radioprogramms, kann eigenständig auf allen gängigen Plattformen abonniert werden und liefert mit einer Playlist den Hörer*innen die Möglichkeit, die besprochenen Musikwünsche von Host und Gästen über einen Musikstreamingdienst zu hören. Der feste und offen kommunizierte Veröffentlichungszeitpunkt neuer Episoden ermöglicht Hörer*innen den Interview-Podcast zu einem festen wöchentlichen Ritual werden zu lassen. Das freut nicht nur die, die diesen Podcast gerne hören, sondern auch die Jury.

Musiksendung

Die Kategorie "Musiksendung" gewinnen Marvin Hövelkröger, Jonas Klein, Philipp Moser und Carlotta Rölleke von Radio Q mit ihrem Beitrag "Kultstatus - Nina Simone".

Das sagt die Jury:

Das sehr starke und vielseitige Special über Jazz- und Blues Sängerin Nina Simone macht unglaublich viel Spaß zu hören. Mit vielen schönen Soundelementen lernen Hörer*innen die Höhen und Tiefen im Leben der Sängerin wirklich kennen. Mindestens genauso interessant wie die Hintergründe ihrer Karriere und ihrer Musik ist die Einbettung in die geschichtlichen Ereignisse wie beispielsweise der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Sauber recherchierte Fakten, toll aufbereitet und lebendig erzählt hat der „Kultstatus – Nina Simone“ die Jury begeistert!

Wissenschaft

Der Beitrag "The Power of Algorithms" von Farina Grotzfeld und Dr. Peter Schildhauer von Hertz 87.9 gewinnt in dieser Kategorie.

Das sagt die Jury:

Farina Grotzfeld und Dr. Peter Schildhauer leisten mit ihrem Radiobeitrag „The Power of Algorithms“ einen ausgezeichneten Beitrag zur Medienkompetenz der Hörer*innenschaft. Auch wenn das Thema Filterblasen in Social Media schon oft besprochen wurde, ermöglichen sie mit ihrem Selbstversuch theoretisches Wissen. Aufgehängt an dem Nachrichtenereignis Sturm auf das Kapitol in Washington, liefert ihr plakatives Experiment ein Verständnis dafür, das sonst selten gelingt: Welche Rolle spielen Algorithmen bei der politischen Meinungsbildung, warum fühlen sich Menschen in ihren Filterblasen wohl und wie kann ein bewusster Umgang mit Social Media aussehen? Die Mischung aus Selbstexperiment, angedockt am studentischen Alltag, Erklärstrecken und vertiefender Informationen durch gute Expert*innen-O-Töne macht diesen siebenminütigen Beitrag kurzweilig und schlauer als so manche Vorlesung. Grotzfeld und Schildhauer gehen dabei differenziert vor und schwenken nicht in einen grundsätzlichen Technikpessimismus ein. Deswegen hinterlässt die Jury mehr als ein „Like“.

"Anerkennungspreis" Wissenschaft

Mit einem Anerkennungspreis in der Kategorie "Wissenschaft" wird der Beitrag "Als noch nicht jeder Mensch als Mensch galt: Wie alt sind unsere Menschenrechte?" von Annika Wunsch von Kölncampus ausgezeichnet.

Das sagt die Jury:

Als Begriff sind sie uns heute sehr geläufig, ständig wird auf sie verwiesen, wird ihre Einhaltung gefördert: die allgemeinen Menschenrechte. Aber dass sich unser heutiges Verständnis der universellen Rechte aller Menschen erst im Lauf von Jahrhunderten entwickelt hat und welche historischen Vorbilder dabei als Referenzpunkte gelten können, das zeigt Annika Wunsch für Kölncampus in rund sechs Minuten auf. Ihr Hörstück ist ein gelungenes Beispiel für ein kluges, interessantes und ansprechend produziertes Angebot für offene Ohren und hat die Jury überzeugt.

Hochschule

Der Gewinnerbeitrag ist "Die Corona-Situation an der Uni und in Dortmund" von Lena Zaubzer von eldoradio*.

Das sagt die Jury:

Dass die Pandemie die Studierenden vor besondere Herausforderungen stellt, mag auf der Hand liegen. Entscheidend ist, wie kreativ und hörer*innennah Lena Zaubzer ihre Situation hier abbildet. Online-Semester und der digitale Wandel, kaum planbare Auslandsaufenthalte oder die Impftermine, bei jedem Aspekt bestimmt die Perspektive der Studierenden das hybride Format und sie kommen selbst zu Wort. Mit der redaktionellen Auswahl der Themen, den vielen starken Tönen und der Dramaturgie der Sendung mit ihren unterschiedlichen Darstellungsformen gelingt es eindrucksvoll, die Lebenswirklichkeit der Studierenden zu zeigen und trotzdem Neues zu erzählen. Durch ihre ganz persönliche Ansprache und die vielen eigenen Gedanken zu den Themen rückt Lena Zaubzer ganz nah an ihre Hörer*innen heran, so ist sie direkt am Puls der Hochschule und hat die Jury damit überzeugt und begeistert.

Kollegengespräch

Gewinnerin dieser Kategorie ist Cristina Psenner von bonnFM mit ihrem Beitrag "Beim Blutspenden diskriminiert - Richtlinien für bi- und homosexuelle Männer".

Das sagt die Jury:

Es gibt Themen, da glaubt man, alles zu wissen – und ist dennoch jedes Mal aufs Neue überrascht, wenn man sich damit befasst. Das homo- und bisexuelle Menschen in Deutschland nur dann Blut spenden dürfen, wenn sie ein ganzes Jahr lang sexuell enthaltsam leben, ist ein solches. Als die zuständigen Stellen noch in Deutschland neue Richtlinien erarbeiten, arbeitet sich Cristina Psenner umfassend in das Thema ein. Sie spricht mit Fachverbänden. Sie informiert sich über den Stand der Wissenschaft. Sie holt O-Töne von Betroffenen ein. Und dann geht sie ins Studio von bonnFM – und erklärt ihrem Publikum, was es dazu wissen muss. Ihr Manuskript überzeugt mit klarer Struktur. Ihre O-Töne tragen nicht nur inhaltlich, sondern sind auch technisch von hoher Qualität. Ihre Ansprechhaltung ist souverän. Sie spricht klar, überfrachtet ihre Ausführungen nicht und bleibt stets auf Augenhöhe, mit Moderatoren und Publikum. So entsteht ein informatives wie lebendiges Kolleginnengespräch – und eines, das preiswürdig ist.

Moderation

Mit ihrem Beitrag "Coffeeshop" gewinnt Nathalie Prickartz von Radio Q.

Das sagt die Jury:

Wenn Nathalie Prickartz moderiert, dann macht sie das mitten aus der Community – für die Community. Sie spricht wie ein Mensch, ohne hörbares Vorlesen oder Starre. Wir Radioleute wissen, wie schwierig das ist. Nathalie Prickartz wirkt auf uns sehr spontan, lebendig, impulsiv. Und in jedem Moment merken wir, wie viel Spaß ihr das Moderieren macht. Dabei schreckt Nathalie Prickartz auch nicht vor schwierigen oder anspruchsvollen Themen zurück. Solche Inhalte präsentiert sie genauso natürlich – und immer mit Blick auf die Community. Das ist uns einen Campus-Radiopreis wert.

Sonderpreis der Campusradio-Preis-Jury

Der Sonderpreis der Campusradio-Preis-Jury geht an die NRW-Campusradios bonnFM, CampusFM, eldoradio*, hochschulradio düsseldorf und Radius 92.1 für ihre Kooperationssendung "CampusNRW – Wir senden zusammen. Sondersendung zum Start ins dritte Pandemiesemester. Eine Kooperation von fünf Campusradios aus NRW“.

Das sagt die Jury:

Die Pandemie hat die Campusradios vor schier unlösbare Probleme gestellt. Verschlossene Studios, Lockdown, wie sollten da Sendungen organisiert und on air gebracht werden? In dieser schwierigen Phase gelingt den fünf beteiligten Campusradios bei ihrem Projekt CampusNRW ein besonderer, kreativer Clou. Zusammen schaffen sie es, eine anspruchsvolle, facettenreiche Sendung zu produzieren und auszustrahlen, die die entscheidenden Themen zum Start ins dritte Pandemie-Semester hörer*innennah beleuchtet, so wie sie an allen Unis das Leben der Studierenden bestimmt haben. Die gemeinsame Sendung zeigt die gesammelte Power der Campusradios, der hörbare Zusammenhalt und die Begeisterung für das Gemeinsame sind ansteckend. Sich gerade in schwierigen Zeiten miteinander abzustimmen und organisatorische Hürden zu überwinden ist mutig, zukunftsweisend und deshalb aus Sicht der Jury auch absolut preiswürdig.